Eine kritische Betrachtung über den Farbschlag "Golden" bei Rassekatzen
Der "Goldrausch" begann etwa um 1970 in Amerika, als die gestreiften,
fast schwarzen Kätzchen, die ab und zu in den Perser Chinchilla- und Silver
Shaded-Würfen fielen, endlich Beachtung fanden. Man war bezaubert von der Entwicklung ihrer Fellfarbe: Ein warmes, fast apricotfarbenes Haar mit dunkler Spitze. Natürlich hatten sie auch die smaragdgrünen Auqen ihrer Eltern geerbt.
Es gab sogar eine Zeitung namens "Golden Nugget", die speziell über die goldenen Perser berichtete.
Wie kann es nun passieren, dass in einem Perser Chinchilla-Wurf piötzlich ein kleines "Goldenes" liegt?
Ursprünglich züchtete man Katzen in verschiedenen Tabbymustern. Durch die Chinchilla- und Silver-Shaded-Zucht fand eine Auslese statt, die - in Verbindung mit dem lnhibitor-Gen (I-Gen) - die Pigmente der Zeichnungsfarbe in die Haarspitze verlegte. So entstanden die Variationen Silver shell und Silver-shaded. Bei der Chinchilla oder Silver-shell soll 1/8 der Haarspitze pigmentiert sein, bei der Silver-shaded
1/3. Das übrige Haar soll so weiß wie möglich sein, und dies geschieht durch das I-Gen (Inhibitor-Gen auch Melanin-Inhibitor genannt.)
Es ist ohne Bedeutung, um welche Katzenrasse es sich handelt, wenn man über "Golden" diskutieren will. Aber man soll nicht über "Golden" reden, bevor man nicht ganz genau die Entwicklungsgeschichte der Perser Chinchilla kennt.
Perser Chinchilla sind genetisch SCHWARZ
Die Perser Chinchilla ist eine silberne Langhaarkatze deren weiße Haare nur an den Haarspitzen wenige Millimeter schwarz gefärbt sind. "Black tipped" nennt man das in Fachkreisen. Am auffälligsten sieht man dieses Tipping am Rücken und an den Flanken, wo es in Richtung Körperunterseite allmählich und gleichmäßig abnimmt. Weder am Körper noch an den Beiden darf irgendeine Steifenzeichnung zu erkennen sein. Die smaragdgrünen Augen, der ziegelrote Nasenspiegel und die Lippen sind wie mit einem Masquarastift kohlschwarz umrandet. Die pechschwarzen Fußballen sind ein überraschender Kontrast zur silberweißen Katze. Sie sind der absolute Beweiß für ihren schwarzen Genotyp. Ja, Sie haben richtig gelesen, diese fast weiße Katze hat genetisch ein rabenschwarzes Zeichnungsmuster, zum Beispiel ein Classic- oder ein Streifenmuster. Gleich nach der Geburt kann man es am besten erkennen.
Das Tabbymuster verschwand durch Selektion
Es dauerte länger als 60 Jahre bis die Züchter durch ein strenges Selektionsverfahren endlich ihr Ziel erreicht hatten, denn es war nicht einfach diese dezente Zeichnung zu erhalten.
Am Anfang paarte man Perser black-silver-tabby mal Perser black-siver-taby und selektierte so, dass man immer die Tiere mit dem längsten und hellsten Silberanteil und der geringsten Tabbyzeichnung miteinander kreuzte. Durch dieses Selektionverfahren hat man gleichzeitig zwei polygentische Veränderungen in die Zucht eingebracht:
- Es entstand eine polygene Modifikatorengruppe für Wide-Banding - für breite Bänderung. Sie ließ das ursprüngliche Zeichnungsmuster zu Gunsten einer Haarspitzenzeichnung (shell oder shaded) verschwinden. Diese Zeichnungsart darf man nicht mit Ticked-Tabby verwechseln, denn hierbei soll das einzelne Haar mehrfach gebändert sein. Shades und shells dagegen sollen keine Mehrfach-Bänderung zeigen, sondern nur eine Haarspitzenfärbung (Tipping).
- Wegen des Wunsches nach einer möglichst hellen Katze ohne Gelbstich entwickelte sich eine andere Mofifikatorengruppe, nämlich die für wenig Melanin, d.h. für wenig Pigmentausprägung. Gelbliche Flecken an den Wangen, hinter den Ohren, an den Pfoten und auf dem Näschen verschwanden nur allmählich. Das silberweiße Fell entstand allein durch konsequente Selektion.
Optimale Zuchtauslese war der Grundstock
Die Chinchilla ist eine Katze maximaler Zuchtauslese. Eine einmalige Einkreuzung mit einer einfarbigen Katze machte die Selektion sofort zunichte. Aber Einkreuzungen mit einfarbigen Persern ließen sich nicht vermeiden, wollte man den Persertyp nicht ganz und gar verlieren. Durch einer solche Paarung erhält man Tiere mit einem für Silber mischerbigen Genotyp, nämlich I/i. Das I-Gen kommt vom silbernen Elterntier, das i-Gen kommt vom nicht-silbernen Elterntier. Ein mischerbiger Genotyp kann aber über viele Generatioenen unbemerkt erhalten bleiben, obwohl das Tier phänotypisch (äußerlich) eine fabelhafte Chinchilla darstellt, weil das i-Gen (nicht -silber) ein rezessives Gen ist.
Paart man zwei dieser für Silber mischerbigen Chinchillas I/i, erhält man nach den Mendelschen Vererbungsregeln
I/i mal I/i
50% I/i = Katzen für Silber mischerbig
25% I/I = Katzen für Silber reinerbig
25% i/i = Katzen ohne Silber
Bei den Katzen, die für Silber mischerbig sind, sieht man phänotypisch (äußerlich) keinen Unterschied.
Goldene Jungtiere wurden lange verheimlicht
Anfangs ließen die Züchter die nicht-silbernen Kittene verschwinden, weil sie nicht in das ursprüngliche Zuchtziel passten. Aber in den 60er Jahren fand man endlich einen Namen für diese hübschen, goldig aussehenden Katzen. Die züchter nannten sie "Golden" nach ihrem optischen Erscheinungsbild.
Die kleinen "Golden" haben alle polygeneischen Modifikatoren von ihren silbernen Eltern mitbekommen, nur anstatt der Inhibitor-Gene (Silber-Gene) haben sie die Non-Inhibitor-Gene i/i geerbt.
Allein durch polygene Modifikatoren haben sie ihren goldenen Gesamteindruck erhalten: Ein apricotfarbenes Fell mit schwarzen Haarspitzen. "Golden" haben grüne Augen - wie ihre silbernen Vorfahren oder ihre silbernen Geschwister. Und wenn sie erwachsen sind, dürfen sie keine Streifenzeichnung zeigen - wie ihre silbernen Vorfahren oder silbernen Geschwister.
Damit Shaded- und Shell-Golden möglichst wenig Streifenzeichnung haben, sollte
| TiA | TiA |
am Ticked-Locus vorliegen.
Das Gen für Abessinier- bzw. Ticked-Zeichnung am Ticked-Locus
ist semi-dominant und hat eine epistatische Wirkung
über andere Tabby-Gene.
Für die Streifen am Schwanz und an den Beinen
soll ein heterozygoter Ticked-Locus
TiA Ti+
verantwortlich sein.
Verwechseln Sie den Ticked-Locus (Ti) nicht mit dem Tabby-Locus (Ta), der für Tabbyzeichnungen wie das Mackerel- oder Blotched-Muster zuständig ist.
Golden oder Nicht-Golden? Das ist hier die Frage!
Golden-Tabby?
Leider erreicht man durch Selektion nicht sofort sein Ziel. so passierte es oft genug, dass die Golden mehr Tabbyzeichnung als shaded oder Shell-Zeichnung hatten. Da machten es die Züchter etwa zu einfach und nannten diese Katzen, die zeichnungsmäßig zwischen Shaded und Tabby lagen, einfach Golden-Tabby, denn die Katzen hatten schleißlich die grünen Augen ihrer Eltern geerbt.
Gewöhnlich haben Black-tabby-Perser kupfer oder orange Augen, aber davon waren die Golden-Tabbies weit entfernt.
Man sollte diese hübschen Katzen besser als Perser black-tabby mit grünen Augen ausstellen, nachdem man sie auf ein sauberes Tabbymuster selektiert hat. allerdings ist bei Langhaarkatzen durch das Unterfell und die Haarlänge die Tabbyzeichnung undeutlicher als bei Kurzhaarkatzen.
Golden ist also nur die Bezeichnugn für Agoutikatzen ohne Silber mit grünen Augen, aber nur für die Katzen, für die der Standard sonst kupferfarbene/orange Augen vorschreibt, also für Perser , Exotic und BKH.
Ich will nicht verheimlichen, dass Kurzhaar-Golden, die aus silber-mischerbigen Eltern resultieren, oft Tabbyzeichnugn zeigen, obwohl bei ihren silbernen Eltern keine Tabbyzeichnung vorhanden war. Daher ist für die Kurzhaar-Golden-Züchter ein genetischer Ticked-Tabby-Background äußerst vorteilhaft. Ohne Zweifel haben Black-tabby-Katzen, die aus mischerbigen Silber-Tieren resultiern, oft eine schön helle apricosenfarbige Agoutifarbe. Häufig haben sie nicht den mausgrauen Haaransatz des Black-tabby-Wildtyps. Aber Golden-Tabby ist nicht der richtige Name für diese Tiere, weil der goldene Gesamteindruck durch die Tabbyzeichnung verlorengegangen ist.
Ist die Augenfarbe ein Beweis für Golden?
Tabby-Perser züchtete man nicht nur in Black-tabby. Stellen Sie sich einmal eine Blue-tabby oder eine Creme-tabby-Katze vor. Da gibt es wegen der hellen Tabbyzeichnungsfarben und der dazugehörigen Agoutifarben keinen goldenen Eindruck. Allein Chocolate-tabby ist eine Farbe, die vielleicht in etwa eine goldenen oder kupferfarbene Agoutifarbe liefern könnte. Auf jeden Fall stört auch bei Chocolate ein Tabbymuster den goldenen Gesamteindruck.
Allein nur wegen der grünen Augenfarbe einer Katze gleich den Beinamen Golden zu geben, liegt wohl nicht im Sinne des Golden-Ursprungs.
Bei Katzen, deren Standard keine bestimmte Augenfarbe vorschreibt, wie zum Beispiel Maine Coon und Norwegische Waldkatze, kann man durch Einkreuzen von Silber-Tieren die Agoutifarbe der daraus resultierenden Black-Tabby-Katzen verbessern.
Golden bezeichnet die Agoutifarbe einer Black-Agouti-Katze.
Für eine Agoutifarbe gibt es kein separates Gen.
Die Agoutifarbe ist immer von ihrer Zeichnungsfarbe abhängig.
Golden gibt es nicht bei allen Rassen - zu Recht!
Der Name "Golden" findet seine ursprüngliche Berechtigung nur bei Tieren, die
Shaded- oder Shell-Zeichnung haben,
eine Black-Agoutifarbe haben,
und eine grüne Augenfarbe besitzen.
Alle diese Anforderungen erfüllen zur Zeit Perserkatzen, Exotic und BKH.
Alle anderen Rassen erfüllen die ursprünglichen Bedingungen nicht und haben somit keine Berechtigung auf den Namen Golden, geschweige denn auf den Namen Golden-Tabby, ein Name, der im Prinzip nur durch "Fehler" in der Shaded und Shell-Goldenzucht entstanden ist.
Und wie wollen wir eigentlich die nicht-silbernen Katzen mit kupfer oder orange Augenfarbe nennen, die aus den siber-mischerbigen Pewter-Persern resultiern?
Vielleicht Golden-Pewter?
Wo ist denn das Golden-Gen?
Golden mit Pointfaktor?
Vor einiger Zeit hat man auch den Siam/Colourpoint-Faktor, also die rezessiven Gene cs/cs, in die Perser Chinchilla und Silver-shaded-Zucht eingekreuzt. Colourpoint-Tabbypoint-Katzen sieht man schon seit langer Zeit auf den Ausstellungen. Neu sind aber die Shaded-Points. Einziger Unterschied: Die Tabby-Points zeigen Streifenzeichnung an den Points, die Shaded-Points dürfen keine Streifenzeichnung zeigen - nur Tipping.
Da die cs/cs Gene an die blaue Augenfarbe gekoppelt sind, haben Silber-shaded-Points natürlich auch blaue Augen. Wenn man in die Perser Chinchilla- und Silver-shaded cs/cs Gene einkreuzt, ist das Ergebnis Point-Tiere mit blauen Augen. Sie heißen dann : silver-shaded-seal-point.
Alle anderen Farben wie Blue, Chocolate, Lilac, Cinnamon, Fawn, Read, Cream, Tortie usw. sind natürlich auch wieder denkbar.
Fallen bei diesen Silver-Point-Katzen, die ja nicht unbedingt reinerbig für Inhititor (Siber-Gen) sein müssen, die Gene i/i - für normale Farbe ohne Silber - zusammen, zeigen diese Tipping-Point-Katzen anstatt Silber ihre Agoutifarbe.
Heißen sie dann Non-silver-shaded seal-Points?
Golden-Point darf man dies Katzen eigentlich nicht nennen. Denn "golden" sehen sie nämlich nicht aus.
Diese "Golden-Points" haben eine sehr helle Agoutifarbe, weil ihre silbernen Vorfahren auf wenig Rufismus selektiert wurden. Dazu kommt noch die helle Körperfarbe durch die cscs-Gene. Von "Golden" im ursprünglichen Sinn ist nicht mehr viel zu sehen.
Sind diese Farbschläge in allen Katzen-Dachorganisationen anerkannt?
Eigentlich fehlt nun noch der Farbschlag "Golden-Point mit Weißscheckung" Oder gibt es den schon? Creme-golden-point mit Weißscheckung, das wäre doch eine echte Herausforderung, oder?
Nichts ist unmöglich!
Vorschlag für einen Namen
für Point-Katzen plus Wide-Banding:
shaded-point (anstatt golden-point)
blue-shaded-point (anstatt blue-golden-point)
usw.
Vorschlag für einen Namen
für Pointkatzen plus Silver plus Wide-Banding:
silver-shaded-point
blue-silver-shaded-point
usw.
Der Farbschlag "Golden" steht ursprünglich auch für den Wechsel
der Augenfarbe von kupferfarben nach grün bei Agouti-Katzen
ohne Inhibitor-Gen.
Bei Point-Katzen verändert sich die Augenfarbe aber nicht. Die Augenfarbe wird immer blau bleiben.
Golden Cameo - gibt es das?
Wenn ein shaded-silver Perser mischerbig für das Inhibitor-Gen (Siber-Gen), Genotyp: I/i, ist, sieht man ihm das äußerlich nicht an.
Paart man zwei dieser Katzen, fallen bekanntlich auch shaded-golden Perser, Genotyp: i/i. Golden sind Agouti-Katzen ohne Inhibitor-Gen.
Ist ein Cameo-Perser (red-silver-shaded oder shell) mischerbig für das Inhibitor-Gen (Siber-Gen), Genotyp: I/i, sieht man ihm das äußerlich auch nicht an.
Nun stelle ich die gleiche Frage:
Paart man zwei dieser für "Silber " mischerbigen Cameo-Perser, welchen Namen trägt das Ergebnis dieser Paarung, das kein Inhibitor-Gen (Genotyp: i/i) besitzt?
Golden Cameo?
Nein - das wäre falsch, denn diese Tiere haben keine grünen Augen. Sie haben kupferfarbene Augen.
Haben diese Cameo-Perser ohne Inhibitor-Gen und Peser Golden Pewter bei irgendeiner Katzen-Dachorganisation einen Standard?
Warum eigentlich nicht?
Verschwinden diese Katzen heimlich?
Natürlich kann man man auch Birmakatzen in Blacktabby ohne Pointzeichnung züchten.
Natürlich kann man auch Bengalkatzen mit langem Fell und Pointzeichnung züchten.
Natürlich kann man auch Russisch-Blau in Cinnamon mit Pointzeichnung, Weißscheckung und mit langen Haaren züchten!
Natürlich kann man Abessinier in Schwarz und Blau züchten.
Züchten kann man Vieles.
Und last, but not least: Natürlich können wir auch Shaded-silver-Points und
Golden-Points mit Weißscheckung züchten. Ich meine jetzt: nicht nur ein bisschen Weiß, ich meine Weiß in Form von Van-Zeichnung (bei Van-Zeichnung gibt es nur ein oder zwei gefärbte Flecken am Kopf, der Rest des Fells ist weiß).
Wenn sich damit Geld verdienen lässt oder wenn man unbedingt etwas ganz Besonderes haben muss, warum eigentlich nicht?
Die Farbbestimmung lässt man dann am besten vom Labor machen.
Ich bin der Meinung, kunterbunte Würfe sind ein Privileg für Hauskatzen, aber doch nicht für Rassekatzen.
Golden bei allen Rassen - ein Traum?
Bei manchen Züchtern herrscht Unklarheit über die Farbschlag Golden.
Da will man Chocolate-golden-spotted in den Stammbäumen der Orientalen verewigt haben oder Golden-ticked-tabby bei den Mandarins. Wer den Standard gründlich durchliest, wird fesstellen, dass die entsprechende Farbe ohne Golden-Zusatz dem Gefordertem entspricht.
Eine ausgesprochen warme, kupferfarbene, leuchtende Agoutifarbe zeigen viele wildfarbene Abessinier und Somalis. Niemand kommt auf den Gedanken, diese Augoutifarbe in Golden umzutaufen. Dabei haben sie alle, was die "Hauptgene" betrifft, den gleichen Genotyp:
Die wildfarbenen Abessinier und Somalis, die goldenen Perser, Exotics, BKH nämlich A-B-C-iiTiA TiA
Der Unterschied bezüglich der Streifen an den Beinen und am Schwanz liegt am Ticked-Genort.
Die black-ticked Orientalen und Mandarins - als Beispiel - haben Streifen an den Beinen und am Schwanz und sind somit mischerbig am
Ticked-Locus: A-B-C-ii TiA Ti+
Abessinier - golden?
Die BKH shaded-golden (Bild oben) und
die Abessinier (Bild links) haben den
Genotyp A-B-C-iiTiA TiA
Die BKH (oben) stammt aus Silber-Linien. Diese Katzen wurden zuvor auf
helles "Silber" selektiert - ohne "gelbliche" Schattierungen, also auf möglichst wenig Rufismus.
Rufismus = viele einzelne Gene (Polygene) verursachen rotbraunes Fell.
Die wildfarbene Abessinier (links) wurde auf eine warme Agoutifarbe selektiert - also auf Polygene für Rufismus.
Golden haben oft eine längere Entwicklungszeit
Leider gibt es relativ wenige Perser in Black-Tabby, die durch züchterische Auslese ihre vom Standard geforderte warme, kupferfarbene Agoutifarbe zeigen. Meistens ist der Haarschaft zu grau und das sich anschließende Haar fade und ausdruckslos. Auch viele Shell- und shaded-Golden haben hiermit zu kämpfen. Die wildfarbenen Abessinier und Somalis haben sehr lange gebraucht, um ihren grauen Haaransatz gegen einen kupferfarbenen auszutauschen.
Für die Intensität der Agoutifarbe sind Polygene (für Rufismus) verantwortlich. Diese Polygene bewirken, dass die Agoutifarbe zwischen blass und leuchtend schwankt. Hier liegt es in der Hand des Züchters durch Selektion sein sich gesetztes Ziel zu erreichen.
Nichts Geheimnisvolles um die Golden
Silber und Gold ist schon immer etwas Teueres, etwas Wertvolles und sogar ein Wertmesser gewesen. Für manche Leute stellt Golden eben etwas Besonderes dar, etwas, was man unbedingt haben will, wenn es auch nur im Unterbewußtsein ist. Die Bezeichnung Golden scheint von einem magischen Feld umgeben zu sein. es stellt etwas Mysisches, etwas unerklärlich Geheimnisvolles dar. Passt es nicht fabelhaft in unsere Katzenwelt?
Erläuterungen der Fremdwörter
Polygene Modifikatoren
Die Wirkung des Hauptgens wird durch viele andere Gene (Polygene) mit geringer Wirkung geändert. Unterdrückung und Stimulation können im Modifikatorensystem gleichzeitig auftreten. Ihre Vererbung erfolgt unabhängig vom Hauptgen. Monogen bestimmt Merkmale sind seltener als polygen festgelegte Merkmale.
Tabby
"Attabiy" ist der Name eines Quartieres von Bagdad, in dem ein spezieller Seidenstoff hergestellt wurde. Tabby bedeutet soviel wie Tigerzeichnung und das läßt auf den nahöstlichen Ursprung unserer domestizierten Katze schließen. Tabbyzeichnungen: ticked, mackerel, spotted, blotched.
Agouti
Bezeichnung der Fellfarbe des Wildtyps der Katze. Der Name stammt von einem Nagetier, das in Brasilien und Peru beheimatet ist, dem Goldhasen "Dasyprocta aguti". Bei Katzen wird die Tabbyzeichnung in Verbindung mit dem Agouti-Gen sichtbar.
©Birgitta-2011
Weil der Ursprung des Farbschlages GOLDEN aus der Perser-Zucht stammt, ist hier der Standard für PERSER GOLDEN:
Perser-Standard
Kopf
breit und rund, leicht gewölbte Stirn, ausgeprägter Hinterkopf. Der abstand von der Oberkante des Kopfes zum Stop und der abstand vom Stop bis zur Unterseite des Kinns müssen gleich sein. Bei der perfekten Katze liegen Stirn, Nasenspitze und Kinn auf einer geraden, vertikalen Linie. Die Breite des Kopfes sollte etwas größer sein als der Abstand zwischen der Oberkante des Kopfes und der Unterseite des Kinns. Die Höhe und Breite des Kopfes sollen ohne Backenbart wenigstens ein Quadrat bilden. Bei der perfekten Katze bilden sie ein Rechteck, wobei dei Längsseite durch die Breite des Kopfes gebildet wird und die kurze Seite durch die Höhe.
Fehler: Stirn mit flacher Einbuchtung (Indent), flacher Hinterkof, Kopf höher als breit.
Nase
kurz, breit mit starkem Stop. Die Länge der Nase soll kürzer sein als die Breite. Bei der perfekten Katze bildet der obere Rand des Nasenspiegels mit der Unterseite der Augenränder eine horizontale, gerade Linie. Die Nasenbreite ist beim Stop etwas schmaler als am Nasenspiegel. Die Nase ist keilförmig mit der größten Breite am Nasenspiegel. Der Stop liegt auf der gedachten mittleren Augenlinie.
Fehler: zu lange Nase, zu kurze Nase (Nasenspitze im Profil gesehen nicht auf gedachter Linie zwischen Stirn und Kinn), zu hoher Stop, zu schwacher Stop, zu schmaler Nasenspiegel.
Wangen
kräftig entwickelt, voll, Backenabrt erwünscht.
Fehler: eingezogene Wangenlinien.
Schnauze
kurz und breit
Fehler: spitze Schnauze
Kiefer
breit und kräftig entwickelt
Fehler: spitzer Kiefer
Kinn
Breit und deutlich entwickelt. Bei der perfekten Katze liegen die Mitte des Kinns, der Nasenspiegel und die Stirn auf einer geraden, vertikalen Linie.
Fehler: flaches Kinn, fliehendes Kinn
Biss
bei geschlossenem Mund stehen der obere und untere Eckzahn auf jeder Seite vertikal und so dicht beieinander, dass sie sich beinahe berühren. Zwischen den Eckzähnen bilden die Schneidezähne eine gerade, horizontale Verbindungslinie. Bei der perfekten Katze liegen die Schneidezähne des Oberkiefers auf eine senkrechten Linie mit den Schneidezähnen des Unterkiefers.
Fehler: mehr als 2 mm Vorbiss
Augen
groß, fast rund, weit auseinander stehend, gleichförmig, brilliant, weit geöffnet, klar
Fehler: mandelförmige augen, tiefliegende augen, ungleiche augenform
Ohren
klein, nicht zu weit geöffnet mit Haarbüscheln, Oberseite abgerundet. Je mehr die Ohren an der außenseite des Kopfes plaziert sind desto besser. Bei der Katze im vollen Fell bilden die abgerundeten Ohrspitzen mit der Oberkante des Kopfes eine horizontale Linie, sie sollen nicht über diese Linie hinausragen. Die Ohren müssen wenigstens so weit auseinader stehen, dass eine senkrechte Linie, gemessen vom inneren Ohrrand, genau neben dem äußeren Augenwinkel liegt.
Fehler: zu große Ohren, zu spitze Ohren.
Nacken
kurz und kräftig
Fehler: langer Nacken
Körper
kräftig, massiv, gedrungen, gut muskulös, kräftige Knochen, gerundete Flanken, Schultern gleich breit wie Hüften
Fehler: lang gestreckter Körper, feine Knochen, eingefallene Flanken
Brust
breit und kräftig entwickelt
Fehler: schmaler Brustkorb
Beine
kurz, stämmig, schwere Knoche
Fehler: lange, feine Beine
Pfoten
dick und rund, vorzugsweise mit Haarbüscheln
Fehler: ovale Pfoten
Schwanz
kurz, über die ganze Länge nahezu gleich breit mit stumpfem Ende. Die Schwanzlänge soll ungefähr die Hälfte bis maximal 2/3 der Rumpflänge betragen. Behaarung: voll und buschig
Fehler: zu langer Schwanz, spitz zulaufender Schwwanz, Schwanzwirbel nicht in einer geraden Ebene liegend (Knick)
Fell
lang und voll, glänzend, weich, seidenartig bis wollig, vom Körper abstehend mit dichtem Unterfell, lange, volle Halskrause, Backenbart
Fehler: zu kurzes Fell, keine Unterwolle, verfilztes Fell, Knoten
Farbbeschreibung Für Perser Golden
Fellfarbe
Apricosenfarbige Agoutifarbe mit sealbraunem bis schwarzem Tipping auf Rücken, Flanken, Kopf, Schwanz und Beinen (Tippinglänge auf dem Rücken: 1/8 = shell, 1/3 der Haarlänge = shaded). Tipping nimmt in Richtung Körperunterseite gleichmäßig ab. Aprikosen- bis goldfarbiges Unterfell. Kinn, Ohrbüschel, Bauch und Brust hell aprikosenfarbig. Augen, Lippen und Nase sealbraun bis schwarz umrandet, ziegelroter Nasenspiegel. Sohlenstreifen und Fußballen sealbraun bis schwarz.
Fehler: ungleichmäßiges, fleckiges Tipping. Tabbyzeichnung an den Beinen, am Körper oder Schwanz - ausgenommen bei Jungtieren, graues Unterfell, weißes Kinn
Augenfarbe
grün
Fehler: jede andere Augenfarbe
Dieser Artikel (abgesehen von einigen Anmerkungen in kursiver Schrift) wurde 1992 in "Katzen Extra" veröffentlicht.
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