Birgitta Kuhlmey: Über mein Leben mit Katzen

2020, Birgitta Kuhlmey mit Katze Speedy Gonzales
2020, Birgitta am frühen Morgen, Selfie mit Schmuse-Katze Speedy Gonzales

 

Seit 1952 begleiten Katzen mein Leben. Ich war etwa fünf Jahre alt, als ich mein erstes Kätzchen bekam. Natürlich gab es auch einen Hund im Haushalt, dessen Aufgabe es war, das Grundstück zu bewachen.

 

Groß geworden bin ich in einer wunderbaren Zeit im Rheinland (Oberhausen), in der die

Choco Softies noch Mohrenköpfe hießen, keiner sich etwas dabei gedacht hat und sie einfach nur süß fand. Natürlich bin ich auch eine rheinische Frohnatur ;-))

 

Im Jahre 1980 habe ich für 1.000 DM meine erste Rasse-Katze gekauft - eine Birmakatze. Sie wurde keine zwei Jahre alt.

 

In den folgenden Jahren habe ich viele Rasse-Katzenausstellungen besucht und wurde dort häufig als Steward eingesetzt. Diese Tätigkeit und eine Katzenfreundin (Ulrike Müller, Autorin von diversen Katzenbüchern und FIFe Katzen-Richterin) haben mich motiviert, eine Rasse-Katzen-Richter-Ausbildung anzufangen.

 

Ausbildung zum Katzen-Richter

 

Von 1988 bis 1991 war ich als Richterschüler auf internationalen Katzenausstellungen tätig. 

 

Meine Ausbildung habe ich gemacht bei:

 

- 20 verschiedenen Katzenrichtern aus

- 6 verschiedenen Nationen bei

- 16 verschiedenen Katzenvereinen in

- 4 verschiedenen Ländern

 

Die Richterschüler-Dokumente können Sie HIER einsehen.

 

 

In den Jahren 1989 bis 1992 habe ich meine Prüfungen zum internationalen Katzen-Richter absolviert unter:

 

- 20 verschiedenen Katzenrichtern aus 

- 5 verschiedenen Nationen bei 

- 10 verschiedenen Katzenvereinen in 

- 4 verschiedenen Ländern 

 

Die Prüfungs-Zeugnisse können Sie HIER einsehen.

 

 

Von 1990 bis 2000 war ich ziemlich jedes Wochenende als internationale Katzenrichterin in ganz Europa auf Katzenausstellungen tätig und habe unzählige Rasse-Katzen bewertet.

 

Die 90er Jahre waren wohl die "Hoch-Zeit" der Katzenausstellungen mit weit über 1.000 anwesenden Rasse-Katzen pro Ausstellungstag.

 

 

Mitte der 90er Jahren habe ich als Autorin für verschiedene Katzenmagazine wie

 

- Katzen-Extra

- Geliebte Katze

- Our Cats

- Ein Herz für Tiere und andere

 

eine stattliche Anzahl von Artikeln über Rasse-Katzen verfasst.

 

Für das Katzen-Magazin "Our Cats" habe ich 1996 eine Serie (6 Folgen) über die

"Vererbung der Fellfarben und -muster bei Katzen" geschrieben.

 

Inhaltsangabe:

 

* Teil 1) 

Gene - Allel, dominante und rezessive Gene, Genotyp - Phänotyp, Pigmentierungsgene, unvollständige Dominanz, Epistasie, Polygene, unvollständige Penetranz

 

* Teil 2)

Schwarz, Chocolate, Cinnamon, Rot, Farbverdünnung, B-Genort, O-Genort, D-Genort, Was fällt wenn?, Vererbung von Black, Chocolate, Cinnamon & Fawn, Hinweise für Züchter, Schwarz, Tortie, Blau & Lilac

 

* Teil 3)

Agouti, Non-Agouti und Tabbyzeichnungen, Tabbymuster, Wie entsteht das Tabbymuster?,

A-Genort, wie wird das Tabbymuster vererbt?, Welche Farben haben die Tabbymuster? Tabby-Genort

 

* Teil 4)

Das Inhibitor-Gen, Shell, Shaded, Smoke und Silver-Tabby-Katzen, I-Gen und Non-Agouti, I-Genort, I-Gen und Tabby, Farbschläge der Silver-Tabby-Katzen, I-Gen und Tipping, Wide-Banding, Golden, Tipping und das Orange-Gen

 

* Teil 5)

Albinismus, Akromelanismus, Siam-, Burma- und Tonkinesen-Farbverteilung, C-Genort, Allel C, Allel cb, Allel, cs, Intermediäre Vererbung der Allel cb und cs

 

* Teil 6)

Weiße und weißgescheckte Katzen, W-Genort, Das W-Gen und die Augenfarben, Blaue Augen, Das Tapetum lucidum, Das W-Gen und Gehörstörungen, Taubheit - eine Bagatelle?, Weißgescheckte Katzen

 

 

Einige meiner damaligen Publikationen über Rasse-Katzen finden Sie in Kopie auf meiner privaten Webseite. 

Zum Beispiel diese Artikel:

 

Somali-Katzen

Birma-Katzen

Abessinier-Katzen

Tonkinesen-Katzen

Thai-Katze

Russisch Blau Katzen

 

 

Im Juli 2000 habe ich das letzte Mal auf einer Rasse-Katzen-Ausstellung Katzen nach ihren Rasse-Katzen-Standards bewertet.

 

Die Rasse-Katzen auf den Ausstellungen wurden immer extremer.

Perserkatzen hatten immer kürzere Nasen, Siam-Katzen wurden immer länger und dünner.

Eine solche Extrem-Zucht war nicht mein Ding und ich habe meine Tätigkeit als Rasse-Katzen-Richterin beendet.

 

Zehn Jahre später, im Jahre 2010, habe ich die Webseite "katzengenetik.com" erstellt.

Auf dieser Webseite wollte ich mein Wissen über Katzen - insbesondere über die Vererbung der Fellfarben - mit anderen Katzenliebhabern teilen.

 

Irgendwann wurde das Thema "Qualzucht" ein wichtiger Teil meiner Webseite und ich wollte Katzenliebhaber einfach nur aufklären.

Ich hoffe, dass es mir einigermassen gelungen ist.

 

 

Katzenauge, Foto: Birgitta Kuhlmey, 08.2020
Katzenauge von Babsy, Foto: Birgitta Kuhlmey, 2020

 

Im Jahre 2016 habe ich die Webseite "Faltohrkatzen - Scottish Fold & Co" erstellt.

Daraufhin wurde ich mit E-Mails von Faltohrkatzen-Haltern förmlich überschüttet.

Viele Katzenhalter hatten erkrankte Scottish Fold Katzen und sie erzählten mir die Krankengeschichten ihrer Faltohrkatzen.

 

Zu dieser Zeit (05/2016) boten die ersten deutschen Labore OCD-Tests für Katzen an und erst ab dann konnte durch DNA-Tests bewiesen werden, ob eine Katze ein Allel oder zwei Allele für die Erbkrankheit Osteochondrodysplasie (OCD) hat - also homozygot oder heterozygot für OCD ist. (In Amerika wurde der OCD Test schon etwa ein Jahr früher als in Deutschland angeboten).

 

Ich motivierte die Scottish Fold Katzen-Halter, den OCD-Test machen zu lassen, denn ich wollte beweisen, dass Scottish Fold Katzen mit nur einem Faltohr-Gen auch schwer erkranken können.

Ich wollte beweisen, dass Katzenvereine, Faltohr-Katzen-Züchter und auch Wikipedia falsche Informationen verbreiten.

 

Im Laufe der Zeit (2016/2017) kam ich in den Besitz einer stattlichen Anzahl von OCD-Tests und auch an viele Röntgenaufnahmen von den an OCD erkrankten Scottish Fold Katzen 

 

Anhand der Krankengeschichten konnte ich mir ein Bild machen, ob es signifikante Unterschiede gibt in Bezug auf das Ausmaß der Symptome von homozygoten und  heterozygoten Scottish Fold Katzen.

Die Frage war: Haben homozygote schwerere Symptome als heterozygote Scottish Fold katzen? Vom Ergebnis war ich überrascht.

 

Mit diesen interessanten Informationen startete ich 2017 die Webseite

"Scottish Fold Probleme".

 

Auf der Website "Scottish-Fold-Probleme" habe ich mit meinen gesammelten Werken (OCD-Tests, Röntgen-Aufnahmen, Krankengeschichten) als erste deutschsprachige Webseite im Jahre 2017 beweisen können, dass nicht nur homozygote, sondern auch heterozygote Scottish Fold Katzen schwere Symptome von OCD (Osteochondrodysplasie) zeigen können. DNA-Tests lügen nicht.

 

Das war zu einer Zeit, in der die meisten Katzenvereine und Scottish Fold Katzen-Züchter ganz fest behaupteten, Scottish Fold Katzen würden nur erkranken, wenn sie zwei Faltohr-Gene hätten. Welch ein fataler Irrtum.

Es existiert eine überschaubare Anzahl von Fall-Studien (leider nur in Englisch) von vor dem Jahre 2015, in denen beschrieben wurde, dass nicht nur homozygote, sondern auch heterozygote Scottish Fold Katzen schwere Symptome von OCD zeigen würden.

Nun - mit Verlaub und im Vertrauen gesagt - woher wußten die Verfasser dieser Studien, die allesamt aus den Jahren von vor 2015 stammen, ob die Scottish Fold Katzen für OCD heterozygot oder homozygot waren, wenn es den OCD-DNA Test erst seit dem Jahr 2016 gibt?

Das macht die Sache doch ziemlich kompliziert, oder?

 

Zurück zu meinen Scottish Fold Webseiten.

In der Zeit nach dem Artikel "Scottish Fold Probleme" habe ich viele Droh-E-Mails erhalten, weil auf der Webseite "Wikipedia" stand, dass heterozygote Faltohrkatzen niemals Symptome von OCD zeigen würden, während ich auf meiner Webseite das Gegenteil beschrieben hatte.

 

Ich bin froh,

dass Wikipedia - zwei Jahre später - im Jahre 2019 endlich ihre Meinung über dieses Thema geändert hat und nun schreibt, dass auch heterozygote Scottish Fold Katzen deutliche Symptome von OCD zeigen können.

 

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals für die Mitarbeit der Faltohr-Katzen-Halter bedanken. Ohne sie wäre die Seite "Scottish Fold Probleme" niemals zustande gekommen.

Ohne sie hätte es keine Aufklärung mit diesen eindeutigen Beweisen und Ergebnissen gegeben.

 

Ich bin froh,

dass ich mit meinen diversen Faltohr-Katzen-Webseiten wie

- Faltohrkatzen - Scottish Fold & Co

- Scottish Fold Probleme

- Vererbung Faltohr Gen

in den vergangenen Jahren etwas bewegen konnte, nämlich

dass Katzenzüchter, Katzenliebhaber und vielleicht auch einige Katzenvereine

eine Zucht, die zu Schmerz, Leid und Qual führt,

sicherlich kritischer betrachten werden.

 

Ganz besonders freut mich,

dass die bekannten Tierverkaufs-Portale wie eBay (seit Frühjahr 2019) und deine-tierwelt.de (seit Herbst 2020) keine Inserate mehr von Scottish Fold Katzen auf ihren Internet-Seiten veröffentlichen.

 

Bis heute kann ich nicht begreifen, dass Züchter/Katzenhändler absichtlich eine schmerzhafte, unheilbare Krankheit in eine Katzenrasse "einzüchten" und dass es Webseiten gibt, die solche Qual-Zuchten auch noch glorifizieren und dazu raten, Katzen mit Qualzucht-Merkmalen beim Züchter zu kaufen.

 

Tierquäler gibt es, so lange es Menschen gibt, und Tierquälerei wird es immer geben.

 

 

Logo - katzengenetik.com, Birgitta Kuhlmey

Katzenschutz statt Katzenzucht

 

Seit dem Jahre 2000 begleiten mein Leben keine Rasse-Katzen mehr, sondern obdachlose Katzen, die entweder ausgesetzt oder irgendwo auf der Straße oder im Feld geboren wurden.

 

Alle Katzen sind von alleine zu mir gekommen. Ich habe sie nicht gerufen und eigentlich auch nicht gewollt. Aber jetzt bin ich sehr glücklich, dass sie bei mir sind, obwohl sie jede Menge Geld (Kastration und Futter) kosten.

 

Seit dieser Zeit gilt mein Interesse mehr dem Katzenschutz als der Katzenzucht. 

Katzenschutz ist in der heutigen Zeit, in der die Tierheime mit unerwünschten Katzen überquellen, deutlich wichtiger als Katzenzucht.

 

Andererseits ist Katzenzucht auch "ein Stück Kultur" und alte etablierte Katzen-Rassen dürfen nicht einfach verschwinden.

 

Katzen kann man in vielen verschiedenen Farben und Mustern züchten und man kann sich an der Schönheit der Tiere erfreuen.

 

Aber eine Krankheit zu einem Rasse-Merkmal zu machen - wie es bei der Scottish Fold Katze mit den gefalteten Ohren und bei der extremen Perserkatze mit der Brachycephalie geschehen ist - um sich dann mithilfe der Krankheit finanziell zu bereichern, indem man die Krankheit ganz bewußt züchtet, das ist mehr als unethisch und unmoralisch. Leider sieht das Gesetz keine Strafen vor für Züchter, die sich dermaßen an wehrlosen Tieren vergehen.

 

 

 

 

 

2020 (Corona-Jahr) Birgittas Geburtstagsfeier mit Katzen - Gäste waren wegen Corona nicht erlaubt.
2020 (Corona-Jahr) Birgittas Geburtstagsfeier mit Katzen - Gäste waren wegen Corona nicht erlaubt.