Faltohrkatzen - Scottish Fold & Co

Faltohrkatze, Scottish Fold, die Krankheit Osteochondrodysplasie vererbt sich mit einem einzigen Allel für Faltohren (Fd/-)
Faltohr-Katze, Scottish Fold, die Krankheit Osteochondrodysplasie vererbt sich mit einem einzigen Allel für Faltohren (Fd/-), Foto: pixabay.com

 

  

Die Zucht von Faltohrkatzen verstößt eindeutig gegen § 11b Tierschutzgesetz.

 

Warum?

Weil wissenschaftlich nachgewiesen wurde,

dass Katzen mit nur einer einzigen Mutation für Faltohren

(Genotyp: Fd/fd)

an Osteochondrodysplasie erkranken.

 

Wer solche Katzen züchtet, macht sich zweifellos strafbar.

 

Das Ohr ist ein Sinnesorgan. Die Ohrmuschel ist ein Teil dieses Sinnesorgans.

 

 

Aussage - Veterinäramt Berlin - bezüglich der Zucht von Faltohrkatzen: 

"Bei der Zucht von Faltohrkatzen werden vorsätzlich Katzen gezüchtet, die einen Teil ihrer Sinnesorgane aufgrund der gewünschten Umgestaltung der Ohren nicht vollständig und nicht arteigen nutzen können.

Das ist als Körperschaden zu bewerten und damit unterliegen solche Zuchten dem § 11b TierSchG." - 2017

 

 

 

Begründung des Zuchtverbots von Faltohrkatzen,

Dr. S. Broll, Veterinäramt Rheinland Pfalz, 2015:

"Die bei Scottish Fold auftretenden vererbbaren Skelettveränderungen fallen unter § 11b Abs. 1 Nr. 1 und 2c) TierSchG.

Da aufgrund der gefalteten Ohren auch der artgemäße Kontakt beeinträchtigt ist, wird auch § 11 b Abs. 1 Nr 2b) TierSchG erfüllt."

Quelle: Dr. S. Broll, Veterinäramt RLP (Rheinland Pfalz), 2015.

Den vollständigen Artikel finden Sie am Ende dieser Seite.

 

 

§ 11b TierSchG:

"Es ist verboten, Wirbeltieren zu züchten oder durch biotechnische Maßnahmen zu verändern, soweit im Falle der Züchtung züchterische Erkenntnisse oder im Fall der Veränderung Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass als Folge der Zucht oder Veränderung

1.) bei der Nachzucht, den biotechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten oder

2.) bei den Nachkommen

a) mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen auftreten,

b) jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen bei ihnen selbst oder bei einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder

c) die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt."

 

 

Scottish Fold

Ein Gendefekt wird zum Schönheitsideal 

 

"Qualzuchten können nur unterbunden werden, wenn sich Tierfreunde bewusst gegen eine Rasse entscheiden, bei der ein Gendefekt zum Schönheitsideal erhoben wurde.",

(Quelle: Prof. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer)

 

 

Die Scottish Fold,

eine Katze, deren Rasse-Merkmal mit einer Krankheit verbunden ist. 

 

Die nach vorne hängenden Ohren werden durch eine Entwicklungsstörung hervorgerufen, die das gesamte Knochen- und Knorpelgewebe der Katze betrifft

- nicht nur die Ohren. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt.

 

Für Züchter sind die mißgebildeten, verkrüppelten Ohrmuscheln der Faltohrkatzen von immenser Wichtigkeit.

Andere folgenschwere Anomalien im Körper, die durch die Fd-Mutation entstehen,

interessieren sie bei der Zucht offenbar wenig.

 

Faltohren - die vererbte Krankheit

 

Bei jeder Paarung mit einer Scottish Fold/Faltohrkatze wird eine Krankheit vererbt, die bei heterozygoten (Fd/fd) später und milder in Erscheinung tritt als bei homozygoten (Fd/Fd) Katzen. Im allerbesten Fall tritt diese Erbkrankheit nur subklinisch bei heterozygoten Katzen auf.

Stichworte: "Age of onset" - Erkrankungsalter - ,

"age-related penetrance" - altersabhängige Penetranz -,

manche Krankheiten entwickeln sich erst später im Leben (Leslie Lyons).

 

Die Mutation Fd, die zweifellos eine Krankheit begünstigt,

kann nicht zum Wohl der Katze sein.

 

 Die Zucht von Faltohrkatzen zeigt mir deutlich, wie wenig Züchter

über die Vererbungslehre Bescheid wissen,

denn sonst würde so mancher Züchter wahrscheinlich

nicht dermaßen verantwortungslos handeln.

Hier ist Aufklärung angebracht.

 

Autorin dieses Artikels: Birgitta Kuhlmey, August 2016

(Kurze Zusammenfassung - am Ende des Artikels)

 

Diese Seite besteht überwiegend aus Literatur-Angaben (in kursiver Schrift), die beweisen sollen, dass auch heterozygote (Fd/fd, mischerbige) Faltohrkatzen

an Osteochondrodysplasie leiden,

möglicherweise auch nur subklinisch (unterschwellig, nicht sofort behandlungsbedürftig).

 

Nicht, dass Sie glauben,

ich hätte diese Krankheit, die nur palliativ (schmerzlindernd) behandelt werden kann, und die mit dem Gen für Faltohren vererbt wird, frei erfunden.

Das Gen ist die Krankheit.

 

Diese Seite wird ständig bearbeitet. 

Sobald ich neue Literatur über die Krankheit der Faltohrkatzen finde,

werde ich Sie, lieber Leser, auf dieser Seite darüber informieren.

 

 

 

Seit über 50 Jahren kennt man die Problematik der Scottish Fold Katzen,

trotzdem werden diese Katzen von sorglosen Züchtern ständig vermehrt. 

Von verantwortungslosen Katzenvereinen und

unbekümmerten Katzenrichtern

werden sie mit großartigen Auszeichnungen prämiert.

 

 

Die gefalteten Ohren, das rassetypische Merkmal der Faltohrkatzen,

wird von einer dominanten Mutation mit unvollständiger Penetranz verursacht,

die den Knorpel im ganzen Körper betrifft.

Diese Mutation verursacht schwere Knorpel- und Knochen-Deformationen,

die zu schmerzhafter Arthritis führt.

Homozygote Katzen entwickeln Symptome früher als heterozygote Katzen.

 

Bei heterozygoten (Fd/fd) Faltohrkatzen kann die Erkrankung Osteochondrodysplasie auf Röntgenaufnahmen schon ab einem Alter von

sechs Monaten erkennbar sein. Mehr Infos ...

... bei homozygoten (Fd/Fd) Katzen ab der siebten Woche, bestätigt das Labor

Quelle: animalabs.com

 

Das bedeutet:

Eine Faltohkatze kauft man, wenn das Tier etwa 12 Wochen alt ist.

In diesem Alter kaufen Sie die Katze im Sack

in Sachen Ostechondrodysplasie,

weil man diese Krankheit auf Röntgenaufnahmen bei heterozygoten Faltohrkatzen erst ab einem Alter von etwa sechs Monaten sehen kann.

 

Ein ganz besonderer Fehler, den ein Faltohr-Katzen-Züchter machen kann,

ist die Paarung von Faltohr-Katze mal *Straight-Katze.

Warum?

Weil man wegen der unvollständigen Penetranz des Gens für Faltohren

bei *Straight-Katzen phänotypisch nicht sehen kann,

ob diese Katzen das Gen "Fd" für Faltohren tragen.

 

Achtung - Zuchtfehler lassen sich nicht rückgängig machen.

 

*(Straight-Katzen nenn man Katzen mit normalen Ohren -

aus einer Paarung Fold-Katze mal Normalohr-Katze.)

 

 

Schweizer Tierschutz STS Katzenzucht:

 

"Während Hängeohren bei vielen Haustieren wie Hunden, Kaninchen etc. nur bei einer extremen Ausprägung zu tierschutzrelevanten Problemen führen, sind die nach unten gefalteten Ohren der Katze als Erbschaden anzusehen. Als Begleiterscheinungen treten bei hängeohrigen Katzen vielfältige Defekte am Skelett auf, die auf die direkte Wirkung der für die Schlappohrigkeit verantwortlichen Erbanlage zurückgeführt werden. Betroffen sind vor allem die Gelenke.

Die Erkrankung äußert sich insbesondere in verdickten, unbeweglichen Schwänzen sowie in Versteifungen der Hinterbeine. Der Erfolg züchterischer Massnahmen muss nach gegenwärtigem Kenntnisstand als äußerst fraglich angesehen werden.

Die Skelettmissbildungen treten nicht nur bei Katzen auf, welche die Erbanlage für Faltohren in doppelter Ausführung besitzen, sondern können auch bei mischerbigen, aus Verpaarungen von Faltohrkatzen mit normalohrigen Partnern hervorgegangenen faltohrigen Katzen entstehen.

Die Haltung und Zucht von Faltohr-Katzen ist also keineswegs eine Frage des Geschmacks, sondern birgt erhebliche Tierschutzprobleme.

Gleiches gilt für die sog. "Pudelkatzen"; ein Kunstprodukt, das auf eine genetische Kombination der Erbanlage für Faltohren mit dem Rex-Fell zurückgeht."

 

 Quelle: Dr. Thomas Bartels,

Institut für Genetik, Ernährung und Haltung von Haustieren, Bern, Schweiz.

 

 
   

 

Diese Seite ist momentan in Bearbeitung!

 

 

Vergessen Sie nicht: Der Tierhandel ist ein Geschäft ...

... ein Geschäft mit Tieren, die sich nicht wehren können!

Faltohkatze, Scottish-Fold-Katze, blue
Scottish-Fold-Katze. Die nach vorne hängenden Ohren werden durch eine Entwicklungsstörung hervorgerufen, die das Knochen- und Knorpel-Gewebe betrifft. Foto: pixabay.com

 

Ist eine Scottish-Fold etwa nur eine Britisch Kurzhaarkatze mit einem Gendefekt - mit deformierten, verkrüppelten Ohrmuscheln?

Verlieren die hübschen Briten durch Einkreuzungen der verbotenen Rasse ihren guten Ruf?

 

  

"Scottish-Fold" nennt man Kurzhaarkatzen mit nach vorne geklappten Ohren. Diese Verformung der Ohrmuschel wird durch eine Entwicklungsstörung hervorgerufen, die das Knochen- und Knorpel-Gewebe betrifft. Die Faltohrmutation ist ein Gendefekt.

 

Das Gen-Symbol für Katzen mit gefalteten Ohren wird mit unterschiedlichen Abkürzungen (Symbolen) benutzt:

Fd (englisch sprechender Raum) oder 

Sf (amerikanisch sprechender Raum)

 

Wer glaubt, dass sich dieser Knorpeldefekt nur auf die abgeknickten Ohrmuscheln beschränkt, der irrt sich gewaltig. Leider hat das Fd-Gen unerwünschte "sekundäre Auswirkungen" (Nebenwirkungen):

 

Im Laufe des Katzenlebens können sich weitere Knorpel- und Knochendefekte auch an anderen Stellen des Körpers (Wirbelsäule, Gelenke) bemerkbar machen und der Katze starke Schmerzen bereiten.

 

Paart man Fold mal Fold, kann es zu Nachkommen mit dem Genotyp Fd/Fd kommen. Diese Tiere zeigen die stärksten „Nebenwirkungen“ und erfüllen garantiert das Merkmal einer Qualzucht.

 

Statistisch betrifft dieses 25-100% der Nachkommen, je nach Genotyp der Elterntiere.

Darum sind diese Verpaarungen bei einigen Katzenzuchtverbänden und autonomen Katzenvereinen generell verboten. Ausnahmen betätigen allerdings die Regeln.

 

Leider reicht dieses Verbot nicht aus:

 

" ... The Fold is produced by a dominant allele Fd with incomplete penetrance ...

... some Folds with the mutant allele have normal appearing ears ..."

 

Quelle: Robinson´s Genetics for Cat Breeders and Veterinarians, Fourth edition, 2005, S. 180,
Carolyn M. Vella, Lorraine M. Shelton, John J. McGonagle, Terry W. Stanglein

 

Sogar normalohrig aussehende Katzen aus Fold-Würfen (die sogenannten „Straights“) können wegen der unvollständigen Penetranz* das Fd-Gen tragen und weitervererben, ohne dass man es im äußeren Erscheinungsbild der Katzen sehen könnte.

Das Vorliegen des Fd-Gens kann bei den Straights nur per Gen-Test festgestellt werden!

Diesen DNA-Test kann man z.B. hier machen lassen: http://www.vgl.ucdavis.edu/services/cat/

 

* Unvollständige Penetranz bedeutet, dass ein Merkmal nicht zum Ausdruck gekommen ist, obwohl es dem Genotyp nach hätte zum Ausdruck kommen müssen.

 

Bei der in Deutschland verbotenen Zucht von Faltohrkatzen muss immer damit gerechnet werden, dass auch bei heterozygoten Fd/fd-Nachzuchten diese Knorpel- und Knochenschäden auftreten können, die zu dauerhaften Schmerzen, Leiden und Schäden führen.

 

Das deutsche Labor Laboklin (www.labogen.com) beschreibt

das rassetypische Merkmal der Scottish Fold Katzen so:

 

"Erbkrankheit Osteochondrodysplasie:

 

Eine Mutation im TRPV4-Gen führt zu den charakteristischen nach vorne gefalteten Ohren bei der Scottish Fold.

Außerdem begünstigt diese Mutation die Ausbildung einer Osteochondrodysplasie, die sich in Missbildungen der Knochen und Gelenke in den distalen Gliedmaßen und dem Schwanz äußert."

 

Quelle: www.shop.labogen.com

 

 

Bei Labogen.com kostet der Test auf die Erbkrankheit Osteochondrodysplasie 59.50 EUR (Stand: 03/2017)

 

Bei Labogen können Sie Ihre Katze mit normalen Ohren aus einer Paarung Faltohrkatze mal Normal-Ohr-Katze auf das Vorhandensein einer Fd-Mutation, die die Ausbildung einer Osteochondrodysplasie begünstigt, testen lassen.

 

 

 

„Während homozygote Katzen stärker betroffen zu sein scheinen, wird heute davon ausgegangen, dass auch heterozygote Katzen Skelettveränderungen aufweisen können.“

 

Quelle: Horzinek, "Krankheiten der Katze", 2014

 

"Cats heterozygous for the folded gene (folded ear x straight ear mating) may
develop arthritis, but it is at an older age than cats which are homozygous."

 

Quelle: The Feline Patient, 2011 Gary D. Norsworthy, Sharon Fooshee Grace, Mitchell A. Crystal


Übersetzung: 

.... Katzen, die für das Faltohrgen heterozygot (Fd/fd) sind (Faltohr x Stehohr Paarung), können Arthritis entwickeln, in der Regel aber in einem späteren Alter als homozygote (Fd/Fd) Katzen.

 

Journal of Feline Medicine and Surgery (2015) 17

DNA MUTATIONS OF THE CAT

The good, the bad and the ugly

Prof. Leslie A Lyons, University of Missouri,

www.felinegentetics.missouri.edu - sorry, dieser Artikel ist zur Zeit nicht mehr kostenlos zugänglich, Preis: 40 USD für Download

 

... "Other well-known health concerns are the Scottish Fold phenotyp, which is associated with osteochondrodysplasia. Many breeders seem to think that osteochondrodysplasia occurs only in the homozygous cat. Likely, some disease in heterozygote cats manifestations sub-clinically."

 

 

Reinrassige Scottish-Fold – Verpaarungen werden von den meisten autonomen Katzenvereinen verboten. Folglich werden Scottish-Fold Katzen oft mit anderen Rassekatzen, vor allem mit British Kurzhaarkatzen, gepaart. Doch unter "Katzenzucht" versteht sich eine Selektion innerhalb einer Rasse. Faltohrkatzen sind dagegen meist ein Produkt aus unterschiedlichen Rassen. Eine echte Zucht wäre nur die Verpaarungen Fold mal Straight. Das sollte man besser nicht machen, solange man nicht weiß, ob die Straight-Katze auch kein Fd Gen trägt. Und außerdem verstößt die Zucht von Faltohrkatzen sowieso gegen das Tierschutzgesetz.

 

Züchter sollten die normalohrigen Kitten aus einem Wurf "Faltohrkatze" mal "normalohrige Katze" nur kastriert abgeben - es sei denn, es wurde für diejenige Katze ein DNA Test (35 EUR) gemacht, der aussagt, dass bei der normalohrigen Katze kein Fd-Gen vorliegt. Alles andere ist in meinen Augen unverantwortlich.

 

Traurig, aber wahr! 

 

Nicht wenige Scottish-Fold Katzen leiden an unterschiedlichem Grad von Osteochondrodysplasie. Das ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung, die durch defekte Knochenentwicklung und Knorpel-Anomalien charakterisiert ist.

Schwanz, Knöchel und Knie sind betroffen.

In schweren Fällen kann es zu Arthritis führen.

Lahmheit, unförmige Gliedmaße, eine abnormale Körperhaltung - auch beim Laufen - sind zu beobachten.

Das sind u.a. die Auswirkungen, die schon eine einzige Kopie der Faltohrmutation (Genotyp: Fd/fd, oder in manchen Ländern mit Sf/sf bezeichnet) produzieren kann. 

 

Im Mai 1989 war ich als Richterschülerin bei Frau Hackmann (WCF) auf einer Katzenausstellung des SDRV in Karlsruhe tätig. Damals hatte ich den ersten persönlichen Kontakt zu Scottish-Fold Katzen. Als Richterschülerin hatte ich die Möglichkeit, die Katzen näher untersuchen zu können. Dabei ist mir aufgefallen, dass man die Schwänze der Katzen nicht eng an ihre Körper anlegen konnte ohne dass es den Katzen äußerst unangenehm gewesen wäre. Außerdem habe ich Verdickungen im Verlauf der Schwanzwirbel beobachten können.

 

Das war ein einschneidendes Erlebnis für mich und mir wurde klar, dass dieses Gen, das Faltohren produziert, nicht zum Wohl der Katze sein kann.

 

Deswegen habe ich keine Richterprüfung für Scottish-Fold Katzen abgelegt.

- Brigitta Kuhlmey –

 

 

 

Katzen-Käufer von BKH/BLH aufgepasst!

Kaufen Sie keine BKH/BLH, die in der Ahnentafel eine Scottish Fold Katze oder eine Scottish Straight Katze hat.

Sorglose Katzenverein stellen nämlich BKH/BLH Ahnentafeln aus für normalohrige Katzen aus Mix-Würfen Scottish-Fold mal BKH/BLH.

Wegen der unvollständigen Penetranz des Gens für Faltohren könnte eine normalohrige Katze auch ein Fd-Gen tragen.

 

Ein Gen (Fd), das eine Deformation eines Körperteils (Ohrmuschel) verursacht,

kann nicht zum Wohl der Katze sein. 

 

 

Welche Katze hört besser?

 

Die Katze (links) mit den aufrecht stehenden Ohrmuscheln oder

die Katze (rechts) mit den nach vorne gefalteten Ohrmuscheln?

Foto: Iris
Foto: Iris

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Scottish Fold von Stellvis, Züchter M. Erfurt, Fürth, Faltohrkatze, 2015, Foto: Christiane Spitzer, www.mywaycats.de, Isabell-Stephanie Spitzer
Scottish Fold Kater "von Stellvis", Züchter: M. Erfurt, Fürth, Faltohrkatze, 2015, Foto: (c) Christiane Spitzer, Rostock, Zuchtgemeinschaft Christiane Spitzer, www.mywaycats.de & www.highlandcats.de, Isabell-Stephanie Spitzer

Katzenohr, Bildquelle: Bi-Lexikon - Rassekatzen, Claudi Müller-Grirad, 1988
Katzenohr, das Ohr ist ein Sinnesorgan, Bildquelle: Bi-Lexikon - Rassekatzen, Claudia Müller-Girard, 1988

 

 

Die Ohrmuschel ist ein Teil eines Sinnesorgans 

 

Aussage eines deutschen Veterinäramtes:

 

"... Bei der Zucht von Faltohrkatzen werden vorsätzlich Katzen gezüchtet, die einen Teil ihrer Sinnesorgane aufgrund der gewünschten Umgestaltung der Ohren nicht vollständig und nicht arteigen nutzen können.

Das ist als Körperschaden zu werten und damit unterliegen solche Zuchten dem § 11 TierSchG."

 

 

 

 

Man muss nicht lange überlegen und man weiß sehr schnell, dass Katzen mit aufrecht stehenden Ohrmuscheln besser hören können als Katzen, denen man die Ohrmuscheln durch gezielte Zucht sozusagen "umgefaltet" hat. 

 

 

"Für die Katze als Jäger ist das hochempfindliche Hörvermögen eine wertvolle Ergänzung zu ihrer Sehschärfe. Diese Klangwelt ist nicht nur mit Geräuschen erfüllt, sondern geht auch im Ultraschallbereich viel höher, als wir ihn erfassen können.

Das empfindliche Gehör ermöglicht es der Katze, den ganzen Umfang ihrer Hörskala zu Kommunikationszwecken einzusetzen.

... 

Die Ohrmuschel dient zur Sammlung und Übertragung von Schwingungen zur Schnecke.

Die Ohrmuscheln sind kegelförmig und mit mehr als einem Dutzend Muskeln ausgestattet, die sie befähigen, sich in einem Bogen von 180 Grad zu drehen und sich auf die Schallquelle zu richten, von der alle ausgehenden Schwingungen, aufgefangen werden. Sie leiten den Schall durch den Gehörgang zum Trommelfell.

...

In den Ohr-Bewegungen drückt sich außerdem der Gemütszustand der Katze sehr gut aus, ebenso wie die Hörfähigkeit eine wichtige Rolle in ihrem sozialen Verhalten - besonders bei der Werbung - spielt. Katzen lernen, auf Gefahrensignale sofort zu reagieren; selbst wenn sie dösen, sprechen sie auf fremde Geräusche sofort an."

 

Quelle: Text in kursiver Schrift: Die Katze, Wright and Walters, Mosaik Verlag

 

 

Katzen mit nach vorne gefalteten, nicht aufrecht stehenden Ohren, können akustische Informationen weniger gut auffangen und diese an das Gehirn weiterleiten als Katzen mit aufrecht stehenden Ohren.

 

Machen Sie den Test:

Halten Sie Ihre Hand hinter Ihre Ohrmuschel und formen Sie mithilfe der Hand einen Trichter.

Hören Sie mit diesem Trichter besser als ohne?

 

Wer hört besser?

 

Eine Katze

* mit aufrecht stehenden Ohrmuscheln oder

* mit nach vorne gefalteten Ohrmuscheln?

 

Ich habe den Test gemacht, und ich weiß nun Bescheid.

 

Foto: fotolia.com, (c) Ermolaev Alexandr
Foto: fotolia.com, (c) Ermolaev Alexandr

Nein, das ist keine Faltohrkatze (links im Bild).

Das ist eine Katze, die erregt ist, die aufgeregt ist, die bereit zum Angriff ist.

Ihre Angriffslust zeigt sie ihrer Umwelt mithilfe der angelegten Ohren.

Sie ist jetzt zu einem Angriff bereit.

Körpersprache nennt man so etwas.

Die Stellung der Ohrmuscheln dient zur Kommunikation der Katzen untereinander.

 

Scottish-Fold Katzen haben es schwerer in der Katzengemeinschaft

 

Weil Faltohrkatzen an einem angeborenen Knorpeldefekt leiden, können sie ihre Ohrmuscheln nicht auf die gleiche Weise deutlich sichtbar drehen oder anlegen wie Katzen dies mit aufrecht stehenden Ohrmuscheln machen. Folglich kann es zu Meinungsverschiedenheiten unter Katzen kommen.

 

Ohren dienen als Signalgeber bei der sozialen Kontaktaufnahme (Quelle: Brunner, 1994). Diese Funktion ist bei abgeknickten Ohren eingeschränkt.

 

Nach vorne gerichtete Ohren: Aufmerksamkeit.

Nach hinten gerichtete Ohren: Abwehr, Aggression.

 

 

Das ist keine Faltohrkatze, diese Katze ist zum Angriff bereit, Foto: Pixabay
Das ist keine Faltohrkatze, diese Katze ist zum Angriff bereit, Foto: Pixabay

  

Kurios finde ich das: 

Wenn man eine Scottish Fold Katze mit einer Britisch Kurzhaarkatze paart, paart man Katzen unterschiedlicher Rassen, mit zwei unterschiedlichen Rassestandards. Besonders die Punkteskalen dieser beiden Rassekatzenstandards zeigen deutliche Unterschiede.

 

 

WCF Standard Scottish Fold

http://www.wcf-online.de/WCF-DE/library/SFS_de_2010-01-01.pdf

 

  • Kreuzungen zwischen Scottish Fold / Highland Fold x Scottish Fold / Highland Fold sind nicht erlaubt.
  • Zur Zucht dürfen nur British Kurzhaar / Langhaar und Scottish / Highland Straight verwendet werden.
  • Jungtiere mit geraden Ohren dürfen nicht als British Kurzhaar / Langhaar registriert werden. Sie müssen 
        als Scottish / Highland Straight registriert werden, und dürfen auch nicht für die Zucht von British Kurzhaar / Langhaar 
        verwendet werden.

 

Textquelle oben in kursiver grüner Schrift: Original WCF, 2016

 

Zusammmenfassung:

 

Man darf Faltohrkatzen (wegen des Gendefekts) nicht untereinander paaren.

Man muss Faltohrkatzen mit BKH/BLH paaren, obwohl sie unterschiedliche Rassekatzen-Standards haben.

 

Die Jungtiere aus einer Paarung (Fold x BKH/BLH) mit geraden Ohren dürfen keine BKH/BLH Ahnentafeln erhalten. Sie müssen als Straights registriert werden.

Sie dürfen nicht für die Zucht von BKH/BLH verwendet werden.

 

Aber stimmt das so?

 

Bekommen diese normalohrigen Katzen aus Faltohr-Paarungen keine BKH/BLH Ahnentafeln?

Das wäre gut, aber ich habe andere Informationen vorliegen.

 

Würden diese normalohrigen Katzen aus Faltohr-Paarungen Ahnentafeln als BKH/BLH erhalten, wäre das dann Betrug?

 

Und wer ist für solch einen Betrug verantwortlich?

 

Niemand!

 

Denn jeder - aber auch jeder - darf Ahnentafeln schreiben.

Warum auch nicht?

Wenn Sie glauben, dass nur Katzenvereine Ahnentafeln ausstellen dürfen, dann haben Sie sich geirrt.

 

Die Katzenvereine schreiben nur das in die Ahnentafeln, was der Züchter ihnen mitteilt.

Ob das immer stimmt, kann der Katzenverein natürlich nicht überprüfen.

Da wollen wir uns nichts vormachen.

Wo bleibt dann der Wert einer Ahnentafel?

 

Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

 

Gerne können Sie mir Ihre Meinung zu diesem Thema mitteilen:

birgitta(at)katzengenetik(dot)com

 

Der Grund, weshalb man diese Straight-Tiere nicht zur Zucht verwenden werden darf, ist der:

Dem Fd-Gen wird eine unvollständige Penetranz nachsagt. Das heisst, eine Katze kann die Fd-Mutation tragen, aber phänotypisch hat sie keine abgeknickten Ohren. Sie hat gerade Ohren, obwohl sie eine Fd-Mutation trägt.

Man kann es auch so ausdrücken: eine normalohrige Katze aus einem Fold-Wurf könnte auch ein Fd-Gen tragen.

Die Straight-Katzen könnten also ein Fd-Gen haben, das man phänotypisch (äußerlich) nicht sehen kann wegen der unvollständigen Penetranz des Fd-Gens.

Die Straight-Katzen, also die normalohrige Katzen aus einem Fold-Wurf, könnte diesen Genotyp haben: Fd/fd.

Folglich könnten diese normalohrigen Katzen aus einem Fold-Wurf auch die gleichen Krankheiten bekommen wie die Faltohrkatzen.

 

Sorry, wenn ich mich zu oft wiederhole.

Ich möchte nur, dass alle Katzenzüchter diese Problematik verstehen.

 

Quelle:

 

" ... The Fold is produced by a dominant allele Fd with incomplete penetrance ...

...some Folds with the mutant allele have normal appearing ears ..."

Seite 180

Robinson´s Genetics for Cat Breeders and Veterinarians, Fourth edition, 2005, Carolyn M. Vella, Lorraine M. Shelton, John J. McGonagle, Terry W. Stanglein

 

Unvollständige Penetranz bedeutet, dass ein Merkmal nicht zum Ausdruck gekommen ist, obwohl es nach dem Genotyp hätte zum Ausdruck kommen müssen.

 

Den DNA-Test kann man hier machen lassen:

http://www.vgl.ucdavis.edu/services/cat/

 

Züchter sollten die normalohrigen Kitten aus einem Wurf "Faltohrkatze" mal "normalohrige Katze" nur kastriert abgeben.

Es sei denn, es wurde für diejenige Katze ein DNA Test (35 EUR) gemacht, der aussagt, dass bei der normalohrigen Katze kein Fd-Gen vorliegt.

Alles andere ist in meinen Augen unverantwortlich.

 

 

Einen Scottish Straight Standard gibt es bei der WCF nicht.

 

Das heisst:

Scottish Straight Katzen können auf Ausstellungen nicht bewertet werden, weil der Standard fehlt und

als Zuchtkatzen für die Zucht von BKH/BLH und Faltohrkatzen darf man die Straight-Katzen auch nicht benutzen, denn sie könnten ein Fd-Gen tragen.

 

Von Katzenzüchtern, die wissen wollen, ob ihre Faltohrkatzen Skelettdeformationen haben, habe ich erfahren, dass sie extra ein Röntgenscreening vor Zuchteinsatz und ein weiteres Screening in einem Alter von zwei Jahren machen lassen.

Das heißt: die Gesundheit der Katze wird durch Röntgenstrahlen belastet. Röntgenstrahlen sind nicht gesund. Oder doch?

 

Warum muss eine Katze mit Röntgenstrahlen belastet werden?

Nur, weil der Züchter keine normalohrige Katze haben will, sondern weil er unbedingt eine Katze mit gefalteten Ohren - eine Katze mit Knorpeldeformationen - haben will?

 

Katzen, die vor Zuchteinsatz geröntgt werden müssen?

Ja, das gibt es offenbar.

Ist ein Röntgen-Screening zum Wohl der Katze? Nein!

 

Wenn es um ernste gesundheitliche Angelegenheiten geht, muss ein Röntgen-Screening natürlich gemacht werden.

 

Wenn Röntgen-Screenings gemacht werden müssen, nur weil Züchter Katzen mit gefalteten Ohren anstatt mit normalen Ohren haben wollen, ist diese Röntgenstrahlen-Belastung für Katzen meiner Meinung nach nicht akzeptabel.

 

 

Die Gier, etwas Besonderes besitzen zu müssen, steht bei einigen Katzen-Hobbyzüchtern dermaßen im Vordergrund, dass für sie (die Katzen-Hobbyzüchter) die Gesundheit der Katzen nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.

 

Viele Katzenzüchter, die ich kennengelernt habe, halten Zuchtkatzen als Prämierungsobjekte und monetäre Quellen.

 

Im Hinblick auf die Vererbungslehre sind diese Katzenzüchter eher schlicht und ziehen die sogenannte "Schönheit" der Gesundheit vor.

 

Gerade bei der Zucht von Scottish-Fold-Katzen ist das Wissen um die Vererbung von größter Bedeutung. 

Fold-Katzen könnten vielleicht etwas weniger Schmerzen und Leiden ertragen müssen, wenn unbedarfte Katzenzüchter nicht

Fold mal Fold paaren würden.

Aber wer kontrolliert das schon?

 

Schon oft habe ich beobachtet, dass für Katzenzüchter eine simple Farbbestimmung eine riesengroße Herausforderung darstellt, der sie nicht gewachsen sind.

 

Wie solche anspruchslosen Katzenzüchter mit der komplizierten Vererbung der Faltohrkatzen und deren Knorpel- und Knochendefekte umgehen wollen, ist mir ein Rätsel.

 

Ich vermute, dass von unbelesenen Katzenzüchtern jede Menge Kätzchen gezüchtet werden, die später viel Schmerz und Leid ertragen müssen.

 

"Forward folded ears is a dominant trait with incomplete penetrance and linked to disabling skeletal problems, especially in homozygotes. Incomplete penetrance means a prick-eared cat may genetically be a fold-eared cat."

 

Quelle: www.messybeast.com/gene-loci.htm

 

 

Ganz besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen den Artikel von

International Cat Care:

Die Scottish Fold Krankheit - Osteochondrodysplasie. Weiterlesen ...

 

"Alle Scottish Fold Katzen leiden unter variablen Graden der schmerzhaften degenerativen Gelenkerkrankung .... 

International Cat Care  glaubt, dass es einfach unethisch ist, weiterhin Katzen mit einer genetischen Mutation zu züchten, die bekanntermaßen eine signifikante schmerzhafte Krankheit verursacht - die Begründung für die Zucht dieser Katzen war ein rein menschliches Vergnügen, da manche Leute glauben, dass die gefalteten Ohren ansprechend aussehen. Dies ist ein unnatürliches Aussehen für eine Katze, und der zugrunde liegende genetische Defekt hat weitreichende und schwere Konsequenzen für die Gesundheit der Katze."

Textquelle in kursiver Schrift: www.icatcare.org

 

Urkainische Levkoy, Bildquelle: commons.wikimedia.org, (c) Alena Ivanchuk, Ukrainische Levkoy, Nacktkatze mit nach vorne gebogenen Ohren, Kreuzung: Sphynx/Scottish Fold
Urkainische Levkoy, Bildquelle: commons.wikimedia.org, (c) Alena Ivanchuk, Ukrainische Levkoy, Nacktkatze mit nach vorne gebogenen Ohren, Kreuzung: Sphynx/Scottish Fold

 

 

 

Aufgepasst! 

 

Haben Faltohrkatzen-Hobby-Züchter zwei Faltohrkatzen unterschiedlichen Geschlechts im Haushalt und es kommt zu einer (vielleicht ungewollten) Paarung, können aus dieser Paarung Kitten resultieren, die zwei Kopien der Faltohrmutation (Genotyp: Sf/Sf, andere Schreibweise: Fd/Fd) haben.

Solche Faltohrkatzen werden ihr Leben lang unter starken Schmerzen leiden.

 

Haben Faltohrkatzen-Hobbyzüchter eine normalohrige Katze aus einem Faltohrkatzenwurf in ihrer Cattery, sollten sie von dieser Katze einen DNA Test machen lassen, weil das dominante Fd-Gen ein Gen mit unvollständiger Penetranz ist. Das heisst, die normalohrige Katze könnte auch ein Fd-Gen tragen. (Quelle: Roy Robinson)

 Literaturangabe: am Ende des Artikels

 

 

 Claudia Müller-Girard, 1988:

"Das Auftreten von Skelettmissbildungen wird von den Anhängern der Scottish Fold heute nicht mehr verschwiegen. Sie sollen schon nach einer Woche röntgenologisch feststellbar sein. Untrügliches erstes Anzeichen für Knochenmissbildungen ist aber eine mit fünf Wochen eintretende Unbeweglichkeit des Schwanzes."

...

"Als ob diese Zucht nicht schon problematisch genug wäre, unterscheiden Scottish-Fold-Anhänger zwischen schon einfach und doppelt gefalteten Ohren. Die doppelt gefalteten Ohren sind zuerst am Ansatz gewellt und dann beugt sich der spitze Oberteil nach vorn und formt eine Kappe."

 

Quelle: Bi-Lexikon Rassekatzen, Claudia Müller-Girard, 1988

 

 

Textquelle: certagen.de, Laboratorium für DNA-Tests
Textquelle: certagen.de, Laboratorium für DNA-Tests

 

 

Warum man keine Faltohrkatzen züchten darf:

 

"Die Katzenrasse Scottish Fold umfasst Phänotypen mit stehenden und mit geknickten Ohren. Der Faltohrentyp entsteht durch eine Mutation in einem einzigen Gen. 

Die Mutation ist dominant, und eine einzige Kopie der Mutation wirkt sich schon auf die Knorpelentwicklung aus und verursacht den Phänotyp mit geknickten Ohren.

 

Alle Scottish-Fold-Kätzchen werden mit stehenden Ohren geboren. Nach etwa 3 Lebenswochen beginnen die Ohren dann zu hängen.

 

Andere Auswirkungen der Mutation variieren, vor allem äußern sie sich aber

* in kleineren Pfoten durch deformierte Zehen,

* einem verdickten und unflexiblen Schwanz und

* in beschleunigter progressiver Osteoarthritis (Osteochondrodysplasia).

 

Das Alter, in dem sich die sekundären Auswirkungen (Nebenwirkungen) bemerkbar machen, variiert stark, nur die geknickten Ohren sind ein konstantes Merkmal.

 

Kätzchen mit zwei Kopien neigen zu extremeren Gesundheitsproblemen bezüglich Knorpelgewebe und Knochen.

 

Dr. B. Gandolfi identifizierte in ihrer Forschungsarbeit im Labor von Dr. Leslie Lyons an der University of Missouri die Mutation, die zu dem Faltohr-Phänotyp führt.

 

Das veterinärgenetische Labor VGL bietet einen DNA-Test für Schottische Faltohrkatzen an, um Besitzern und Züchtern das Vorliegen und die Anzahl der Faltohr-Mutationen bei jungen Kätzchen zu belegen.

 

Wenn man über den Genotypstatus Bescheid weiß, dann kennt man auch die potenziellen Risiken künftiger Gesundheitsprobleme."

 

Quelle: Dr. Barbara Gandolfi

http://www.vgl.ucdavis.edu/services/ScottishFold.php

 

B. Gandolfi:

A dominant TRPV4 variant underlies osteochondrodysplasia in Scottish fold cats.

Osteoarthritis and Cartilage, 2016,

 

Scottish Fold, Faltohrkatze
Scottish Fold, Faltohrkatze, Foto: pixabay.com

 

Der Faltohrkatze wird ein ruhiges Temperament nachgesagt.

 

Das Gen für Faltohren ist eine Mutation, die Katzen früher oder später an Osteochondrodysplasia erkranken lässt.

 

Ohne Chance auf Heilung

 

Wenn sich Ihre Faltohr-Katze auffallend ruhig verhält, sollten Sie darüber nachdenken, ob Schmerzen bei Bewegungen der Grund für diese Bewegungsunlust sein könnte.

 

"Osteochondrodysplasie der Scottish-Fold-Katzen

 

Ätiologie und Pathogenese

Die rassetypisch umgeknickten Ohren der Scottish-Fold-Katzen sind Ausdruck eines generalisierten Knorpeldefekts, welcher an ein autosomal-dominantes Gen geknüpft ist. Diese Genmutation kann durch eine gestörte enchondrale Ossifikation Wachstumsstörungen und durch erhöhte Osteoblastenaktivität in den Metaphysen Knochenzubildungen verursachen. Während homozygote Katzen stärker betroffen zu sein scheinen, wird heute davon ausgegangen, dass auch heterozygote Skelettveränderungen aufweisen können. Von einem Zuchteinsatz solcher Katzen ist abzusehen.

 

Klinik

Die Skelettveränderungen betroffener Katzen sind vor allem an den distalen Gliedmaßen, insbesondere den Metakarpalia und Metatarsalia, und an der kaudalen Wirbelsäule lokalisiert. Sie bestehen aus verkürzten Knochen, verbreiterten Epiphysenfugen und verbreiterten und deformierten Metaphysen. Die Wirbel der kaudalen Wirbelsäule und des Schwanzes sind verkürzt und verbreitert, was bei einigen Katzen zu einem proximal verdickten Schwanz führen kann.

Zusätzlich entstehen z.T. massive knöcherne Zubildungen im Bereich der Karpal- und Tarsalgelenke, welche schlussendlich zu einer Ankylosierung dieser Gelenke führen.

Bei schwerwiegend betroffenen Tieren kommt es zu erheblichen Deformationen der distalen Gliedmaßen.

 

Das Alter der Katzen zum Zeitpunkt des Auftretens klinischer Symtome, der Schweregrad der Symptome und die Geschwindigkeit der Progression der Skelettveränderungen variieren.

 

Klinische Symptome wie Lahmheit, Steifheit oder Wesensveränderungen werden oft schon bei jungen Katzen beobachtet, können bei milderem Verlauf aber auch erst im Alter von mehreren Jahren entstehen. Die Hintergliedmaßen sind i.R. stärker betroffen als die Vordergliedmaßen.

 

Therapie

Die Therapie erfolgt ausschließlich palliativ und besteht vor allem aus Schmerztherapie und Anpassung der Umgebung an die reduzierte Beweglichkeit der Patienten.

In selektierten Fällen kann eine Panarthrodese des Tarsus zur Schmerzfreiheit führen.

Zudem wurde die erfolgreiche Bestrahlung einer Katze mit Exostosen der Tarsalgelenke beschrieben."

 

Quelle: Franck Forterre, Barbara Kohn, Hans Lutz - 2014, "Krankheiten der Katze" von Vera Schmidt und Marian C. Horzinek

 

https://books.google.de/books?id=ZBojvNbJ8tUC&pg=PA612&dq=scottish+fold&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjIm9-lh6DOAhUvS5oKHb5JCEsQ6AEINTAD#v=onepage&q=scottish%20fold&f=false

 

 

Nachruf zu Prof. Horzinek:

 

https://www.fli.de/fileadmin/FLI/Images/Service/StIKo-Vet/Nachruf-Marian-Horzinek.pdf

 

 

Osteochondrodysplasie

 

"Osteochondrodysplasien oder auch metaphysäre Chondrodysplasien gehören zu einer Gruppe von Anomalien, die durch gestörte endochondrale Knochenbildung entstehen, wobei es zu variablen skelettartigen und systemischen Beeinträchtigungen kommt.

 

... Die Osteochondrodysplasie ist eine angeborene Krankheit der Scottish Fold Katze."

 

Quelle: Orthopädie bei der Katze, Erkrankungen und Therapie des Bewegungsapparates, Harry W. Scott, Ronald Mc Laughlin, 2008, Seite 342

 

 

 

 

Die Scottish Fold ist eine Katze mit einem Gendefekt,

der mit einer unheilbaren Krankheit verbunden ist.

 

Auf dem Bild: Katze mit Entwicklungsstörung im Knorpelgewebe der Ohren

Faltohrkatze, Scottish-Fold "von Stellvis" silver tabby, Züchter: M. Erfurt, Foto: Christiane Spitzer, Isabell-Stephanie Spitzer, Zuchtgemeinschaft
Scottish Fold Kater "von Stellvis", black silver tabby, 2016, Züchter: M. Erfurt, Fürth, Foto: (c) Homeportrait, Christiane Spitzer, Rostock, www.mywaycats.de in Zuchtgemeinschaft mit Isabell-Stephanie Spitzer, Hamburg. www.highlandcats.de

 

Mein besonderer Dank geht an Frau Christiane Spitzer (Rostock), www.mywaycats.de in Zuchtgemeinschaft mit Isabell-Stephanie Spitzer (Hamburg), www.highlandcats.de,

für die jahrelange und kostenlose Bereitstellung der fast unzählbaren Fotos ihrer Katzen -

anzuschauen auf meinen Webseiten www.katzengenetik.com und www.katzenshow.com.

 

 

Weil die Zucht von Faltohrkatzen verboten ist, zeigen immer weniger Züchter ihre Faltohrkatzen auf ihren Webseiten.

 

Bei der Zucht von Faltohrkatzen werden vorsätzlich Katzen

mit einer Krankheit (Osteochondrodysplasie) und

mit einem Körperschaden (umgestaltete Sinnesorgane) gezüchtet,

deshalb halte ich die die Zucht von Faltohrkatzen für unethisch.

 

Es ist nicht verboten Faltohrkatzen zu halten,

aber die Zucht von Faltohrkatzen ist verboten.

 

Faltohr-Katzen zu märchenhaften Preisen und mit besonders "edlen" Ahnentafeln 

vom "Katzenzuchtverein Brandenburg.e.V."

gibt es bei der Zuchtgemeinschaft

Martina Gottwald, Neutrebbin (Brandenburg), www.tinjas.de und

Carmen Schulz, Donndorf (Thüringen), www.orlas.de

 

 

 

 

 

Wir verpaaren zwei Faltohrkatzen, die heterozygot für das Faltohrgen sind.

Beide Katzen, Kater und Katze, haben den gleichen Genotyp: Sf/sf.

Man kann auch sagen Fd/fd.

"Fd" steht für "folded ears" und "Sf" steht für "Scottish Fold".

  Sf sf
Sf Sf/Sf Sf/sf
sf  SF/sf  sf/sf

Ergebnis (rein rechnerisch):

 

25 % Faltohrkatzen - Genotyp Sf/Sf

        (2 Faltohrmutationen,

        schwere Knochen- und Gelenkprobleme

        sind zu erwarten)

50 % Faltohrkatzen - Genotyp Sf/sf

        (1 Faltohrmutation)

25 % Katzen mit geraden Ohren - Genotyp: sf/sf

        (keine Kopie der Faltohrmutation 

 

Das Gen-Symbol für Faltohrkatzen wird mit unterschiedlichen Abkürzungen (Symbolen) benutzt:

Fd (englisch sprechender Raum) oder 

Sf (amerikanisch sprechender Raum)

 

 

 

Bei einem Faltohrkatzen-Hobby-Züchter, der zwei Faltohrkatzen unterschiedlichen Geschlechts hält (ein Männchen und ein Weibchen, vielleicht auch noch Geschwister, oder Vater und Tochter), sollte man bestimmt keine Faltohrkatze kaufen.

 

Viel zu schnell passiert eine unerwünschte Paarung, wenn die Katzen sich frei in der Wohnung aufhalten können (Vater-Tochter-Paarung, Geschwisterpaarung und so weiter). Das passiert aber nicht nur bei Faltohrkatzen-Züchtern. Bei Züchtern, die einen Kater in der Wohnung halten, sollten Sie diesen Aspekt niemals außer acht lassen.

 

Die meisten Züchter vermehren Katzen mit Gendefekten ohne, dass ihnen bewusst ist, was sie tun.

 

Katzenvereine müssten für Aufklärung sorgen.

Das machen sie leider nicht. 

Im Gegenteil. Sie teilen fleißig Ahnentafeln aus und lassen Faltohrkatzen auf den Bühnen der Katzenshows prämieren.

 

Da das Deutsche Tierschutzgesetz dermaßen "schwammig" ist, hat praktisch jeder Katzenverein Narrenfreiheit in Sachen Ausstellung von Ahnentafeln und Prämierung von Katzen, die gegen das Tierschutzgesetzt verstoßen, ohne dass der Katzenverein diesbezüglich auch nur eine einzige Kontrolle zu befürchten hat.

 

Denken Sie einmal darüber nach und lesen Sie Artikel über das Vereinsrecht.

  

Schmerz und Leid der Faltohrkatzen interessieren offenbar weder die Katzenzüchter noch die Katzenvereine.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

www.katzen-forum.de: Scottish-Fold - Knorpelschäden - Arthrose 

Scottish Fold, Rassebeschreibung Australien

 

 

Takanosu M et all 2008, incomplete dominant Osteochondrodysplasia in heterozygote Scottish Fold cats - weiterlesen

 

"Dieser Bericht beschreibt ein autosomal unvollständig dominantes Muster der Vererbung für Osteochondrodysplasie in der Scottish Fold Katzen. Ein Drei-Generation-Pedigree wurde analysiert. Katzen mit gefalteten Ohren wurden mit Katzen mit normalen Ohren verpaart. Alle Katzen mit gefalteten Ohren, die vermutlich heterozygot für das mutierte Allel waren, entwickelten Osteochondrodysplasien in distalen Vorder- und Hinterbeinen, aber nicht in anderen Knochen, einschließlich des Schwanzes, in dem Knochendeformität in früheren Studien gezeigt wurde. Die Schwere der Skelettläsionen der Osteochondrodysplasie war bei jeder betroffenen Katze unterschiedlich. Die meisten Katzen mit schwerer Osteochondrodysplasie zeigten einige klinische Anzeichen, aber Katzen mit leichter Erkrankung waren klinisch unberührt. Alle schottischen Fold-bezogenen Katzen mit gefaltetem Ohr-Phänotyp, auch wenn heterozygoten litten an einem gewissen Grad der Osteochondrodysplasie der distalen Gliedmaßen."

Quelle: PubMed

Übersetzung: Google Translator

 

 

Universitätsverband für Tierschutzwissenschaft im Dienst des Tierschutz:

 

"Osteochondrodysplasie ist eine Entwicklungsstörung, die den Knorpel im ganzen Körper beeinflusst. Sie ist das, was die abnorme Ohrform bei Scottish Fold Katzen verursacht. Die Auswirkungen in anderen Teilen des Körpers, ... sind viel gravierender, .... Die Krankheit kann bei Tieren ab der 7. Wochen sichtbar sein und bleibt während des ganzen Lebens bestehen. Sie verursacht Krüppel, Lahmheit und ernsthafte chronische Schmerzen. Es gibt kein Heilmittel. Die Beendigung der Zucht von Katzen mit gefalteten Ohren würde diesen Zustand sehr schnell beseitigen."

 

"Alle homozygoten Katzen sind stark betroffen. Alle heterozygoten Individuen sind betroffen, aber in unterschiedlichem Ausmaß.".

(Malik et al1999, Chang et al 2007).

 

Den ganzen Artikel lesen.

Übersetzung: Google Translator

 

 

B. Gandolfi (2016) über Osteoarthritis and Cartilage bei Scottish Fold Katzen:

Ein ausführlicher Artikel in englischer Sprache.

 

A. Fujiwara-Igarashi, 2015

Wirksamkeit und Komplikationen der palliativen Bestrahlung bei drei Scottish Fold Katzen mit Osteochondrodysplasie. Weiterlesen ....

 

 

Scottish Fold - die umstrittene Faltohrkatze. Weiterlesen ....

 

Liste der Erbkrankheiten bei Rassekatzen. Weiterlesen ....

 

Frau Dr.Schulte-Kulkmann beschreibt die Erbkrankheit der Scottish Fold Katze/Faltohrkatze in ihrer Liste der Erbkrankheiten bei Rassekatzen so:

 

"Die umgeknickten Ohren - das typische Merkmal dieser Rasse - sind auf einen autosomal-dominant vererbten Knorpeldefekt zurückzuführen. Dieser Defekt betrifft jedoch nicht nur die Ohren, sondern das gesamte Skelett der Katze. Die Tiere weisen Veränderungen an der Wirbelsäule sowie v.a. an den Hintergliedmaßen auf (verkürzte und verbreiterte Wirbelkörper, knöcherne Zubildung an den Karpal- und Tarsalgelenken, Deformationen der Hintergliedmaßen), die mit (starken) Schmerzen verbunden sind und bereits bei jungen Tieren zu Steifheit, Lahmheit und Wesensveränderungen (aufgrund der Schmerzen) führen."

 

 

Scottish Fold, Faltohrkatze, typische Sitzposition einer Katze mit Faltohr-Gendefekt, Foto: Pixabay
Scottisch Fold, Faltohrkatze, typische Sitzposition einer Katze mit Faltohr-Gendefekt. Nicht witzig, sondern traurig. Foto: Pixabay

 

 

Bei homozygoten Fd Fd-Tieren (FAHLISCH, 1994; MATHEWS et al., 1995, PARTINGTON et. al., 1996; ROBINSON,1991; WEGNER, 1995) und bei einem Teil der heterozygoten Fd fd-Tiere (ROBINSON, 1991) treten Schäden an Knorpel und Knochen auf (Epiphysen-Dysplasie, Chondrodystrophie, Osteodystrophie). 

Quelle: Gutachten zur Auslegung des § 11b des Tierschutzgesetzes

 

 

Zitat von ucdavis.edu:

 

Die Faltohr-Mutation bewirkt phänotypisch nach vorne geknickte Ohren bei der Katze.

Leider hat die Faltohrmutation auch

"sekundäre Auswirkungen" (Nebenwirkungen).

Um die sekundären Auswirkungen (Nebenwirkungen) zu erhalten, ist nur eine einzige Faltohrmutation (Sf) nötig.

Genotyp: Sf/sf

Möglicherweise hat Ihre Katze aber auch einen homozygoten Genotyp: Sf/Sf

Das kann man testen lassen.

 

Wann und in welchem Ausmaß und wie schnell diese sekundären Auswirkungen (Nebenwirkungen) auftreten,

das ist sehr unterschiedlich.

 

Solche sekundären Auswirkungen können auftreten in Form von:

 

* verdickten und nicht flexiblen Schwänzen

* kleineren Pfoten durch missgeformte Zehen

* schneller fortschreitender Arthrose (nicht sofort bemerkbar)

 

Die homozygote Faltohrkatze (Sf/Sf) wird schwerere Knochen- und Gelenk-Probleme haben als die heterozygote (Sf/sf) Faltohrkatze.

 

 

Quelle (2016):

http://www.vgl.ucdavis.edu/services/ScottishFold.php

 

Es gibt einen Test, der Auskunft darüber git, ob Sf/sf, Sf/sf  oder sf/sf im Genotyp vorliegt.

So kann man sich vorab über die Zukunft der Gesundheit der Katze informieren.

 

http://www.vgl.ucdavis.edu/services/cat/

 

und ein weiteres Labor für den Test (in Deutschland):

 

https://www.certagen.de/DNATests/Testdetails/tabid/1513/ProdID/1191/Language/de-DE/CatID/162/Osteochondrodysplasie.aspx

 

"Die nach vorne hängenden Ohren sind das wesentliche Merkmal der Schottischen Faltohrkatze. Sie werden durch eine Entwicklungsstörung hervorgerufen, die das Knochen- und Knorpelgewebe betrifft (Osteochondrodysplasie, OCD). Das Merkmal wird dominant vererbt. Bei homozygoten Faltohrkatzen treten Deformationen der Knochen der Vorder- und Hinterläufe, sowie am Schwanz auf. Diese Tiere leiden schon in frühem Alter unter einer Gelenkdegeneration. Heterozygote Faltohrkatzen sind ebenfalls betroffen, normalerweise aber in einem wesentlich geringeren Ausmaß. Es wurden auch einige asymptomatischen Katzen beschrieben. Eine für das Merkmal verantwortliche Mutation wurde im TRPV4-Gen identifiziert.

... Diese Krankheit betrifft die Knochenbildung und die Skelettentwicklung."

 

Quelle: www.certagen.de, Rheinbach, Deutschland

 

 

Susan E. Little schreibt 2012 in ihrem Buch "THE CAT" über

 

Scottish Fold Arthropathy

 

Scottish Fold  Cats have an autosomal dominant trait that impairs enchondral ossification and produces abnormal cartilage maturation called Scottish Fold arthropathy (also known as osteochondrodysplasia and osteodystrophy).

 

Heterozygotes for this treat have the characteristic "folded ear" appearance for the breed and may have mild signs of arthropathy.

 

Homozygotes develop a progressive ankylosing arthopathy with radiographic lesions evident as early as 7 weeks of age. ....

 

Quelle: Susan E. Little, 2012, The Cat, Clinical Medicine and Management,

Seite 713, ISBN: 978-1-4377-0660-4

 

 

 

Mehr muss man dazu nicht sagen.

 

Meine Bitte an Se:

 

Züchten Sie keine Faltohr-Katzen.

 

"Eine Genmutation, die Katzen krank macht,

kann nicht zum Wohl der Katzen sein.

Mir ist das Leiden der Tiere nicht egal."

* Birgitta Kuhlmey *

 

 

 

Hobby-Katzen-Züchter, die Faltohrkatzen vermehren wollen, sollten sich mit den unten stehenden Artikeln vertraut machen, bevor sie sich eine Faltohr-Zucht-Katze anschaffen. 

 

Das könnte Sie auch interessieren:

https://www.pfotenhieb.de/2015/04/12/extremzuchten-wie-sehr-leiden-die-tiere/

 

Gut, dass einige Katzen-Dachverbände (zum Beispiel FIFé und GCCF) die Zucht von Faltohrkatzen nicht akzeptieren.

Das sollte Sie, lieber Katzen-Hobby-Züchter, zum Nachdenken veranlassen.

 

Die meisten autonomen Katzenvereine und die WCF (World Cat Federation) interessieren sich wenig für die Gendefekte der Katzen. Die Gesundheit der Katzen steht bei den autonomen Vereinen und bei der WCF offensichtlich nicht im Vordergrund, obwohl sie so tuen als ob ....

 

Beweise: Züchterlisten auf den Webseiten der autonomen Katzenvereine.

 

Wenn Sie die Züchterlisten auf den Webseiten der autonomen Vereine anschauen, erhalten Sie ein Vorstellung von der Anzahl der Züchter, die Katzen züchten, die gegen das Tierschutzgesetz verstossen.

 

Auf der Webseite von felidae-ev.de gibt es Faltohrkatzen-Züchter, die sich mit der Auszeichnung "Sachkundenachweis" schmücken dürfen. Das ist eine Auszeichnung vom Katzenverein, die man erhält, nachdem man einen Kurs (gegen Bezahlung) besucht hat. Ob man im Kurs die Problematik der Faltohrkatzen erwähnt hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

 

Auf der Seite "Zucht- und Haltungsrichtlinien"des Katzenvereins Felidae (wohl einer der größten autonomen Katzenvereine in Deutschland) steht unter

§ 25:

 

"Katzen mit körperlichen Missbildungen jeder Art, sowie Tiere mit Wesensmängeln sind von der Zucht auszuschließen, wenn die "Missbildungen" nicht ursprünglich zum Phänotyp der Katze gehören wie z.B. Kurilian-Bobtail, Rexkatzen etc.

Scottish Fold, Manx, Munchkin und Pudelkatzen sind in Deutschland von der Zucht ausgeschlossen."

 

Originaltext (oben) in kursiver Schrift. Text (Screenshot) abgerufen am 14.02.2017 auf der Webseite von Felidae.

  

Zu § 25

Was ich nicht verstehe:

Wenn der Katzenverein Felidae in den Zucht- und Haltungsrichtlinien schreibt, dass Scottish Fold Katzen in Deutschland von der Zucht ausgeschlossen sind, wieso werden dann vom Katzenverein Felidae 15 Scottish Fold Züchter auf der Seite "Scottish Fold-Züchter " aufgelistet. Einige Züchter bieten Babies an, das sind echte Züchter, nicht nur Katzenhalter.

 

(Screenshot/Liste Scottish Fold Züchter/Mitglieder abgerufen auf der Webseite von Felidae am 14.02.2017).

 

Meine persönliche Meinung: Das passt nicht zusammen!!!

 

Man kann nicht auf einer Seite schreiben, dass Scottish Fold Katzen in Deutschland von der Zucht ausgeschlossen sind und auf der anderen Seite ein Liste von Scottish Fold Züchtern anbieten. Das ist in hohem Grade inkonsequent.

 

In § 8 der Zucht- und Haltungsrichtlinien von Felidae steht:

 

§ 8:

Gehört die Elterngeneration nicht der gleichen Rasse an, so erhalten die Jungtiere in der Experimental-Ahnentafel keine Rassebezeichnung, sondern nur den Vermerk "Langhaar", "Halblanghaar" oder "Kurzhaar".

 

Screenshot abgerufen am 14.02.2017.

 

Für mich persönlich bedeutet dieser § 8, dass Faltohrkatzen, die gewöhnlich das Ergebnis aus Paarungen unterschiedlicher Rassen (British Shorthair/American Shorthair) sind, immer nur Experimental (RIEX) Ahnentafeln erhalten - ohne den Namen einer Rasse zu nennen.

Gar nicht so schlecht - diese Bestimmung.

Aber dann würde es gar keine Scottish Fold Ahnentafeln geben.

 

Stimmt das so? 

Oder habe ich jetzt etwas falsch verstanden?

 

Mehrere Anfragen diesbezüglich bei der 1. Vorsitzenden, Katzenverein Felidae e.V. wurden leider nicht beantwortet (Stand Februar 2017).

 

 

 

 

Bild: Ebay, Portal - auf dem Katzenhändler junge und alte Rassekatzen darbieten
Bild: Ebay, Portal - auf dem Katzenhändler junge und alte Rassekatzen darbieten

 

 

Der Katzenrichter und Peterbald-Züchter Christoph Riedel

(www.nofretetes-katzen.de)

schreibt in seinem Buch

"Rassekatzen - klasse Katzen, Vererbungslehre und Rassebeschreibung", 2014, BoD, ISBN 978-3-7357-7489-7

 

auf der Seite 234: 

"Das Faltohrgen besitzt einen Letalfaktor, das bedeutet, dass bei homozygotem Auftreten die Jungtiere keine Überlebenschance haben."

 

Das ist meiner Ansicht nach falsch!

 

Eine homozygote (Fd/Fd) Faltohrkatze hat keinen Letalfaktor!

Eine heterozygote (Fd/fd) Faltohrkatze hat auch keinen Letalfaktor.

 

Faltohrkatzen haben keinen Letalfaktor!

 

Faltohrkatzen haben weder einen dominanten Letalfaktor,

noch haben sie einen rezessiven Letalfaktor.

 

Wenn jede homozygote Faltohrkatze im Uterus absterben würde, gäbe es keine homozygoten (Fd/Fd) Faltohrkatzen.

Leider gibt es mehr als genug homozygote Faltohrkatzen (Fd/Fd).

 

Zurück zum Thema:

 

 

Nicht jede Scottish Fold Katze ist gleich schwer von Anomalien betroffen.

Augenblicklich gibt es ein Forschungsprojekt:

"homozygot vs heterozygot" (Sf/Sf vs Sf/sf)

- ein Vergleich zur Schwere der Erkrankung bei homozygoten und  heterozygoten Katzen.

 

Katzenzüchter sind eingeladen, sich an der Forschungsarbeit zu beteiligen.

lyonsla(at)missouri.edu

 

Kritik an Wikipedia:

 

Auf der Wikipedia-Seite über die Schottische Faltohrkatze ist zu lesen:

(Quelle: Screenshot - abgerufen am 25.10.2016, siehe unten)

 

"Die homozygote Katze (Fd/Fd) trägt mit hoher Wahrscheinlichkeit einen genetischen Defekt in der Entwicklung der Epiphysenfuge, der Wachstumszone der Knochen. Dies führt zu Gelenksdeformationen und daraus resultierend zu schmerzhaften Bewegungsstörungen. Bei der heterozygoten Scottish-Fold-Katze gibt es diese Probleme nicht."

 

 

Dass heterozygote Scottish-Fold-Katzen von der Krankheit ausgeschlossen sind, steht in Widerspruch zu den Erklärungen von Medizinern und Wissenschaftlern wie zum Beispiel Horzinek, Gandolfi, Little, Schmidt, Norsworthy, Grace, Crystal und anderen.

 

Diese Wissenschaftler haben eine andere Meinung als der Wikipedia-Mitarbeiter. Sie schreiben, dass Osteochondrodysplasie, unflexible, verdickte Schwänze sowie kleinere Pfoten durch deformierte Zehen auch in heterozygoten Faltohrkatzen vorkommen können. 

(siehe Literatur - unten in diesem Artikel)

 

Wem soll man glauben?

Dem Wikipedia-Mitarbeiter oder den diversen Wissenschaftlern?

 

Die Aussage vom Wikipedia-Mitarbeiter, dass die heterozygote Scottish-Fold-Katze keine Probleme mit der Krankheit hat, ist meiner Ansicht nach inakzeptabel und verwirrt die Katzenzüchter.

 

Ich habe den Eindruck, dass sich aufgrund dieser Aussage des Wikipedia-Mitarbeiters unzählige Scottish-Fold-Katzenzüchter in Sicherheit fühlen und deshalb mehr und mehr Faltohrkatzen produzieren.

 

Für viele Züchter ist Wikipedia wie die Bibel. Sie glauben alles, was der Wikipedia-Mitarbeiter schreibt. Wenn solche Züchter diesen Wikipedia-Artikel gelesen haben, halten sie weitere Nachforschungen für überflüssig.

 

 

Quelle:

Screenshot Wikipedia

Screenshot 09/08/2016, Wikipedia, Schottische Faltohrkatze
Screenshot 09/08/2016, Wikipedia, Schottische Faltohrkatze
Scottish Fold, Faltohrkatze
Faltohrkatze, Scottish Fold Katze Ares, Foto: Katie, www.kennedydolls.de

Lesen Sie hier die Geschichte vom Scottish Fold Kater Ares,

geschrieben von Katie,

Cattery Kennedydolls.

 

Katie nimmt an, dass Ares den Genotyp  Fd/Fd hat. Einen Gentest

hat Katie nicht machen lassen. Es ist also reine Spekulation.

 

Der Scottish Fold Kater leidet an Osteochondrodysplasie.

 

Hier geht es zum Artikel von Katie.

 

Weil das Deutsche Tierschutzgesetz mehr als "schwammig" ist, haben Amtstierärzte oft keine Lust, Qualzüchter näher in Augenschein zu nehmen. Jedenfalls hat Katie diese Erfahrungen vor kurzer Zeit persönlich gemacht.

 

Ares ist aber nicht allein mit seiner Krankheit.

Es gibt noch mehr kranke Faltohrkatzen, die nie mehr wieder gesund werden.

 

Wenn der Faltohrkatzen-Züchter ein Röntgenscreening machen lässt und das Röntgenscreening (Strahlenbelastung für das Tier) positiv ausfällt, was passiert dann mit der kranken Faltohrkatze?

 

Ich fürchte, ich kenne die Antwort:

Für solch ein Tier sucht der Faltohrkatzen-Züchter ein schönes Zuhause, weil es bestimmt nicht mehr so gut in die Gruppe passt.

Was will man mit einer kranken Katze machen, die durch das Röntgenscreening gefallen ist? Behalten will der Faltohr-Züchter kranke Katzen bestimmt nicht, weil er sie nicht zur Zucht einsetzten kann, obwohl sie ja alle so süß und besonders lieb sind.

 

 

 

Ich kann nur jedem Scottish-Fold-Katzenhalter raten, einen Gentest (FD/FD oder FD/fd) machen zu lassen.

Der Gentest kostet momentan (2016) 40 Dollar (ca. 35 EUR).

Es ist nur ein Abstrich der Wangenschleimhaut mithilfe eines Wattestäbchens nötig.

 

Züchter, die eine weiße Scottish Fold Katze mit W-Gen haben, sollten einen DNA Test machen lassen, der Auskunft darüber gibt, ob die weiße Katze (W-Gen) möglicherweise auch ein Gen für Weiß-Scheckung trägt.

Das ist doppelt kritisch.

 

Hier kann man

den Test SF/SF (homozygot) oder SF/sf (heterozygot) und auch

 

den Test für eine zusätzliche Weiß-Scheckung

für weiße Flecken (S/S oder S/s) bei einer weißen Katze (W/-)

 

machen lassen:

http://www.vgl.ucdavis.edu/services/cat/

 

Weiße Katzen, die ein Gen für Weiß-Scheckung unter ihrem weißen "Mantel" tragen, sind doppelt so oft von Taubheit betroffen wie weiße Katzen ohne das Gen für Weiß-Scheckung.

 

Einer Ahnentafel würde ICH niemals trauen und ich weiß, warum.

Glaube ist gut, Kontrolle ist besser!

 

 

 

Untersuchungen in Sachen Osteochondrodysplasie  "homozygot vs heterozygot"

werden fortgeführt im VGL UCDAVIS.

 

 

Scottish Fold/Scottish Fold 2 copies of fold mutation is present. Cat will have folded ears, however individual will be severely affected with Osteochondrodysplasia. Quality of life in cat with 2 mutation copies is simply of such poor quality that is causing long life suffering and painful death to cat. Breeding cats (Fold - Fold) is unethical and morally unacceptable.
Scottish Fold/Scottish straight 1 copy of Fold mutation is present. Cat will have folded ears, to some extent there is present progressive joint disorder, however heterozygous cats are able to live relatively healthy life. Severity and onset of the disease is questionable and varies between individuals. Research is in progress.
Scottish straight/Scottish straight  No copies Fold mutation. Cat will have straight ears. No disease is present

 

Quelle: www.fearghascattery.com/cat-health.php

 

 

 

Sc Fold Psihopat (Eigene Arbeit) [CC-BY-SA-3.0 | ( http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 ) oder GFDL ( http://www.gnu.org/copyleft/fdl. Html )], über Wikimedia Commons
Fotoquelle: Sc Fold Psihopat (Eigene Arbeit) [CC-BY-SA-3.0 | ( http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 ) oder GFDL ( http://www.gnu.org/copyleft/fdl. Html )], über Wikimedia Commons

The Feline Patient

Gary D. Norsworthy, Sharon Fooshee Grace, Mitchell A. Crystal, 2011:

 

"Cats heterozygous for the folded gene (folded ear x straight ear mating) may develop arthritis, but it is at an older age than cats which are homozygous."

 

Übersetzung:

.... Katzen, die für das Faltohrgen heterozygot sind (Faltohr x Stehohr Paarung), können Arthritis entwickeln, in der Regel aber in einem

späteren Alter als homozygote Katzen.

 

Quelle:

 

https://books.google.de/books?id=RrSvvcWLpmgC&pg=PT1358&lpg=PT1358&dq=the+feline+patient,+scottish+fold&source=bl&ots=GUO3dPivGv&sig=BwIbkVKhYQWdS-FdnAMeahD72RM&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjBtt7zvLTOAhUBOpoKHcrrAYIQ6AEIITAA#v=onepage&q=the%20feline%20patient%2C%20scottish%20fold&f=false

 

 

In den 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts war Frau Ortrun Wagner aus Heppenheim eine der bekanntesten Züchterinnen von Scottish Fold Katzen in Deutschland. Ich kann mich noch gut erinnern: Frau Wagner hatte sich damals fanatisch für die Zucht von Katzen mit Knorpeldefekten eingesetzt.

 

Leider habe ich keine Informationen, wie es den vielen Scottish Fold Katzen aus der Zucht von Frau Ortrun Wagner gesundheitlich über die Jahre ergangen ist.

Vielleicht könnte dieses Thema der Titel eines neuen Buches von Frau Wagner werden?

 

Die Empfehlungen aus dem Buch "Scottish Fold Katzen" von Ortrun Wagner Scottish Fold mal Scottish Straight zu paaren, kann ich nicht teilen.

 

Frau Ortrun Wagner schreibt in ihrem Buch "Scottish-Fold-Katzen", 

Verlag Paul Parey, 1991,  ISBN 3-490-43412-9, Seite 47:

 

"Die Scottish Straights  sind die unentbehrlichen rassenzugehörigen Zuchtpartner der faltohrigen Schotten.

...

Eine typvolle Scottish-Straight ist unter Züchtern sehr gefragt, denn sie trägt alle erforderlichen Merkmale der schottischen Katze. Bis auf die Ohrenform gleicht sie der Scottish-Fold und ist darum ideal zur mischerbigen, gesunden Zucht der Scottish-Fold"

 

Der Ratschlag von Frau Ortrun Wagner Scottish Fold mal Scottish Straight zu paaren, ist für mich ein No-Go. Deshalb kann ich dieses Buch nicht empfehlen.

 

 

 

Scottish Fold, nein danke! Sekundäre Auswirkungen der Fold Mutation stehen in Verdacht, der Katze Schmerzen zu bereiten.
Scottish Fold, Faltohrkatze, Foto: pixabay.com

 

Warum keine Faltohrkatze?

 

... Keine Faltohrkatzen wegen der mit dem Gen für Faltohren verbundenen Nebenwirkungen,

die der Katze starke Schmerzen bereiten können.

 

Und ich frage mich:

Warum muss man Faltohrkatzen züchten?

Warum tut man den Tieren so etwas an?

 

Wie kann man nur Katzen züchten,

deren rassetypisches Merkmal

ein Knorpeldefekt ist?

 

 

 

Meine ganz persönliche Meinung:

 

* Katzenhändler, die Faltohrkatzen vermehren, sind unbelesen, denn die Zucht von Faltohrkatzen verstößt eindeutig gegen das Tierschutzgesetz. Wahre Tierfreunde sind solche Menschen in meinen Augen nicht!


* Da durch Gentests bewiesen wurde, dass Katzen mit nur einem einzigen Gen für Faltohren (FD/fd) an der nicht heilbaren Krankheit Osteochondrodysplasie mehr oder weniger schwer erkranken, fällt die Zucht von Faltohrkatzen in meinen Augen eindeutig unter den Begriff "Tierquälerei beziehungsweise Qualzucht".

 

 "Faltohrkatze - die kranke Wahrheit"

 

Ich bin gespannt, wann Züchter auf die Idee kommen,

die Ohrmuscheln ihrer Katzen amputieren zu lassen, 

damit die Katzen einen "schönen runden" Gesichtsausdruck bekommen.

Ein runder Gesichtsausdruck ist das Ziel der Zucht von Faltohrkatzen.

Oder etwa nicht?

 

 

Bei der Zucht von Faltohrkatzen wird die Würde des Tieres missachtet.

Die Zucht von Faltohrkatzen ist unethisch, ist unmoralisch.

Ein Gen, das eine Krankheit begünstigt,

kann nicht zum Wohl der Katze sein.

 

*Birgitta Kuhlmey*

 

Bildquelle für Bilder ohne Unterschrift: Pixabay, CC0, Public Domain.

 

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Studien zu Scottish Fold Katzen

 

Hereditary Osteochondrodysplasia in Scottish Fold Cats [1] [2]

Didar AYDIN 1 Kemal ALTUNATMAZ Dilek OLĞUN ERDİKMEN 1

Kürşat ÖZER Damla DURMUŞ Kozet AVANUS 2

 

This study has been supported by Istanbul University Research Found Project number: UDP-52479

This study was presented as poster in 13th Veterinary Surgery Congress (27 June - 1 July 2012, Sarıkamış, Kars - Turkey)

İstanbul ÜniversitesiVeteriner FakültesiCerrahiAnabilim Dalı, TR-34320 Avcılar, İstanbul - TÜRKİYE

İstanbul Üniversitesi Veteriner FakültesiZootekniAnabilim Dalı, TR-3432 Avcılar, İstanbul  TÜRKİYE

Abstract

In this study, the clinical progress and the treatment results of cases Istanbul University, Faculty of Veterinary Medicine, Department of Surgery with a complaint of stilted gait, pain, lameness, reluctance to move, kyphosis and miniature appearance have been evaluated.

The study materials included eleven Scottish Fold cats. The cases underwent conservative and surgical treatment due to severity of osteochondrodysplasic lesions. The aim of this study is to draw attention to this illness of homozigot and heterozigot Scottish Fold cats whose population is increasing dramatically in our country, to stop the uncontrolled mating of this breed and also to share our foundings and results with our colleauges.

 

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Osteochondrodysplasia in three Scottish Foldcats

Jinhwa Chang1Joohyun Jung1Sunkyoung Oh1SungokLee1Gyeongmin Kim1Haksang Kim1,

Ohkyeong Kweon2Junghee Yoon1Mincheol Choi1,*

1Department of Veterinary Radiology and 2Veterinary Surgery, College of Veterinary Medicine, Seoul National University, Seoul

151-742, Korea

This report explains typical radiographic features of Scottish Fold osteochondrodysplasia. Three Scottish Fold cats suffering from lameness were referred to the Veterinary Medical Teaching Hospital, Seoul National University, Korea. Based on the breed predisposition, history, clinical signs, physical examination, and radiographic findings, Scottish Fold osteochondrodysplasia was confirmed in three cases. Radiographic changes mainly included exostosis and secondary arthritis around affected joint lesions, and defective conformation in the phalanges and caudal vertebrae. The oral chondroprotective agents such as glucosamine and chondroitin sulfate make the patients alleviate their pain without adverse effects.

 

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PALLIATIVE IRRADIATION OF SCOTTISH FOLD

OSTEOCHONDRODYSPLASIA

MADELEINE HUBLER, DR. MED. VET., MATHIAS VOLKERT, DR. MED. VET.,

BARBARA KASER-HOTZ, PROF. DR. MED. VET., SUSI ARNOLD, PD DR. MED. VET.

This report describes palliative irradiation as treatment for Scottish Fold osteochondrodysplasia. A 3-year-old

female spayed Scottish Fold cat suffering from osteochondrodysplasia was referred to the Veterinary Teaching

Hospital, University of Zurich. Based on the breed, history, clinical signs, radiographic findings, and the

histologic diagnosis of a biopsy specimen, Scottish Fold osteochondrodysplasia was confirmed. To control the

exostoses leading to inflammatory processes and pain, radiotherapy was initiated as palliative treatment. This

was successful in relieving the clinical signs within a few weeks. The short- and long-term results after radiotherapy are presented and discussed with a comparable human disease, the plantar heel spur, which also

responds well to radiotherapy. Veterinary Radiology & Ultrasound, Vol. 45, No. 6, 2004, pp 582–585.

Key words: palliative treatment, radiotherapy, Scottish Fold osteochondrodysplasia.

 

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Osteochondrodysplasia in Scottish Fold cats

MALIKa, GS ALLANa, CR HOWLETTb, DE THOMPSONc, G JAMESd, C McWHIRTERe and K KENDALLf

Objective To better characterise the bone and joint problems which can develop in Scottish Fold cats.

Design Retrospective study of cases seen in five veterinary clinics and radiographic survey of cats in a cattery.

Results Six Scottish Fold cats (four castrated males, two spayed females) aged between 5 months and 6 years were presented for signs of skeletal disease including lameness, reluctance to jump, a stiff stilted gait, short misshapen distal limbs, swelling of plantar tarsometatarsal regions and short thick inflexible tails. A further four cases (one male, three females, 15 months to 11 years) were identified by radiographic screening of a cattery. A diagnosis of osteochondrodysplasia was based on characteristic radiological findings including irregularity in the size and shape of tarsal, carpal, metatarsal and metacarpal bones, phalanges and caudal vertebrae, narrowed joint spaces, and progressive new bone formation around joints of distal limbs with diffuse osteopenia of adjacent bone. A plantar exostosis caudal to the calcaneus was present in advanced cases. In all nine cases where pedigree information was available, affected cats allegedly originated from the mating of a Scottish Fold to a cat with normal ears. The severity and time of onset of physical signs, and rate of progression and extent of radiographic abnormalities, varied from case to case. Limited histological observations suggested the underlying problem may be an osteochondrodysplasiarelated to inadequate cartilage maturation. Clinical signs were ameliorated by administration of pentosansubcutaneously in two of three cats in which it was trialled, and one of these also benefited from an oral glycosaminoglycan preparation.

Conclusions Clinical and radiological findings were ascribed to defective maturation and function of cartilage, particularly in the distal limbs, ears and tail. As all Scottish Fold cats suffered from osteochondrodysplasia of some degree, the best solution would be to avoid using fold-eared cats for breeding and instead use Scottish shorthairs.

Aust Vet J 1999;77:85-92

 

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Stellungnahme zu Scottish Fold Katzen

 

 

SCHWEIZER TIERSCHUTZ STS KATZENZUCHT

 

FALTOHREN

Während Hängeohren bei vielen Haustieren wie Hunden, Kaninchen etc. nur bei einer extremen Ausprägung zu tierschutzrelevanten Problemen führen, sind die nach unten gefalteten Ohren der Katze als Erbschaden anzusehen. Als Begleiterscheinungen treten bei hängeohrigen Katzen vielfältige Defekte am Skelett auf, die auf die direkte Wirkung der für die Schlappohrigkeit verantwortlichen Erbanlage zurückgeführt werden. Betroffen sind vor allem die Gelenke. Die Erkrankung äussert sich insbesondere in verdickten, unbeweglichen Schwänzen sowie in Versteifungen der Hinterbeine. Der Erfolg züchterischer Massnahmen muss nach gegenwärtigem Kenntnisstand als äusserst fraglich angesehen werden. Die Skelettmissbildungen treten nicht nur bei Katzen auf, welche die Erbanlage für Faltohren in doppelter Ausführung besitzen, sondern können auch bei mischerbigen, aus Verpaarungen von Faltohrkatzen mit normalohrigenPartnern hervorgegangenen faltohrigen Katzen entstehen. Die Haltung und Zucht von Faltohr-Katzen ist also keineswegs eine Frage des Geschmacks, sondern birgt erhebliche Tierschutzprobleme. Gleiches gilt für die sog. «Pudelkatzen»; ein Kunstprodukt, das auf eine genetische Kombination der Erbanlage für Faltohren mit dem Rex-Fell zurückgeht.

 

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Stellungnahme Scottish Fold Katze

Veterinäramt (Rheinland Pfalz)

 

Tierschutz - Einschätzung der Zucht von Scottish Fold Katzen als Qualzuchten nach § 11 b TierSchG

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

zu Ihrer Anfrage vom 08.04.2015 mit der Bitte um Stellungnahme, ob es sich bei der Zucht von Scottish Fold Katzen um eine Qualzucht im Sinne von § 11b TierSchG handelt, können wir Ihnen Folgendes mitteilen:

 

Tierschutzgesetzgebung bzgl. Qualzucht

 

In § 11b Abs. 1 TierSchG heißt es:

„(1) Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch biotechnische Maßnahmen zu verändern, soweit im Falle der Züchtung züchterische Erkenntnisse oder im Falle der Veränderung Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass als Folge der Zucht oder Veränderung

 

1. bei der Nachzucht, den biotechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten oder

 

2. bei den Nachkommen

a) mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen auftreten,

b) jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen bei ihnen selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder

c) die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt.

 

Gemäß Artikel 5 des Europäischen Übereinkommen vom 13. November 1987 zum Schutz von Heimtieren, ist, wer ein Heimtier zur Zucht auswählt, gehalten, die anatomischen, physiologischen und ethologischen Merkmale zu berücksichtigen, die Gesundheit und Wohlbefinden der Nachkommenschaft oder des weiblichen Elternteils

gefährden könnten.

 

Laut dem BMELV-Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen) vom 02.06.1999 (sog. „Qualzuchtgutachten“), ist der Tatbestand der Qualzucht erfüllt, wenn bei Wirbeltieren die durch Zucht geförderten oder die geduldeten Merkmalsausprägungen (Form-, Farb-, Leistungs- und Verhaltensmerkmale)  zu Minderleistung bezüglich Selbstaufbau, Selbsterhaltung und Fortpflanzung führen und sich in züchtungsbedingten morphologischen und/oder physiologischen Veränderungen oder Verhaltensstörungen äußern, die mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind (s. Kap. 1.3.1., Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes, Stand: 26.10.2005).

 

Bei vererbten Merkmalen im Sinne von § 11b TierSchG handelt es sich nach o. g. Gutachten zuvorderst um züchterisch geduldete, gewollte oder sogar als Zuchtziel (Rassestandard) festgelegte Merkmale, die selbst tierschutzrelevant sind oder mit tierschutzrelevanten Merkmalen assoziiert sind oder zu entsprechenden Folgeerscheinungen (Abiotrophien) führen (s. Kap. 1.3.5., Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes, Stand: 26.10.2005).

 

Voraussetzung für die Anwendung von § 11b TierSchG ist die Erblichkeit des oder der relevanten Merkmale. Im Falle monogener, also auf einem Gen lokalisierter, teilweise oder vollständig dominant vererbter Merkmale mit homozygoter Schadwirkung ist mit geschädigter Nachzucht zu rechnen (25 %), wenn heterozygote Merkmalsträger miteinander verpaart werden. Paart man die heterozygoten Merkmalsträger mit Nichtmerkmalsträgern, so treten in der Nachzucht je 50 % heterozygote Merkmalsträger und Nichtmerkmalsträger auf.

 

Als Qualzucht im Sinne des Gesetzes ist laut dem BMELV-Gutachten eine Paarung von heterozygoten Merkmalsträgern mit homozygoten Nichtmerkmalsträgern dann anzusehen, wenn auch die heterozygoten Nachteile haben oder haben können (s. Kap. 1.3.5., Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes, Stand: 26.10.2005).

 

Dies bedeutet, dass das Zuchtverbot sich auch auf Verpaarungen erstreckt, die heterozygote Merkmalsträger hervorbringen oder hervorbringen können, wenn auch bei den heterozygoten Nachkommen das Erbmerkmal mit dem Auftreten von Schmerzen, Leiden oder Schäden verknüpft ist oder verknüpft sein kann.

 

Schmerzen, Leiden oder Schäden:

 

Im Allgemeinen ist Schmerz eine durch Erregung von Schmerzrezeptoren hervorgerufene komplexe unangenehme Sinnesempfindung. Schmerz setzt keine unmittelbare Einwirkung auf das Tier voraus und muss auch nicht zu erkennbaren Abwehrmaßnahmen führen.

 

Der Begriff Leiden darf im Zusammenhang mit § 11b keinesfalls nur medizinisch gesehen werden. Es handelt sich vielmehr um einen eigenständigen Begriff des Tierschutzrechts, der auch alle von dem Begriff Schmerz nicht erfassten länger andauernden Unlustgefühle einschließt.

Leiden werden auch durch instinktwidrige, der Wesensart eines Individuums zuwiderlaufende und gegenüber seinem Selbst- oder

Arterhaltungstrieb als lebensfeindlich empfundene Einwirkungen und durch sonstige Beeinträchtigungen seines Wohlbefindens verursacht.

 

Die Erheblichkeit von Schmerzen, Leiden oder Schäden braucht für die Erfüllung des Verbotstatbestandes nach § 11b nicht gegeben zu sein (vgl. Kap. 1.3.7., Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes, Stand: 26.10.2005).

 

Wohlbefinden ist nach LORZ (2008) der Zustand körperlicher und seelischer Harmonie des Tieres in sich und mit der Umwelt, wobei es insbesondere, aber nicht nur, auf das Freisein von Schmerzen und Leiden ankommt.

Regelmäßige Anzeichen des Wohlbefindens sind Gesundheit und ein in jeder Beziehung normales Verhalten.

Beides setzt einen ungestörten, artgemäßen und verhaltensgerechten Ablauf der Lebensvorgänge voraus.

 

Ein Schaden liegt bereits vor, wenn der Zustand eines Tieres dauerhaft auch nur geringfügig zum Negativen verändert ist. Der Schaden kann auf körperlicher oder psychischer Grundlage erfolgen. Gleichzeitiges Leiden und Schmerzempfinden muss nicht gegeben sein.

 

So sind Folgeschäden, die aufgrund von Zuchtmerkmalen

auftreten bereits als Schaden nach § 11b anzusehen (s. Kap. 1.3.7., Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes, Stand: 26.10.2005).

 

Organe, Organsysteme und Körperteile eines Individuums haben bestimmte, genetisch festgelegte, für die Lebens- und Fortpflanzungsfähigkeit notwendige Funktionen zu erfüllen.

 

Der artgemäße Gebrauch ist dann nicht mehr möglich, wenn

eine dieser Funktionen durch züchterische Einflussnahme nicht mehr ausreichend erfüllt oder ausgeführt werden kann.

Dies gilt besonders für erbliche Beeinträchtigungen an Sinnesorganen. Auch negative Veränderungen an Organen oder Körperteilen, die mit Zuchtmerkmalen in Zusammenhang stehen, nicht aber mit den durch Zuchtziele beeinflussten Organen oder Körperteilen identisch sind und mit Schmerzen, Leiden oder Schäden einhergehen, fallen unter § 11b (s. Kap. 1.3.8., Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes, Stand: 26.10.2005).

 

Scottish Fold Katzen,

Tierschutzrechtliche Bewertung

 

Im Qualzuchtgutachten wird ein Zuchtverbot für Katzen mit Fd-Gen determinierten „Kippohren“ empfohlen (s. Kap. 2.1.2.1.3., Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes, Stand: 26.10.2005).

 

Die Scottish Fold Katze ist durch nach vorne gerichtete Kippohren (Faltohren) gekennzeichnet. Dieses Merkmal (Fd) wird unvollständig dominant vererbt. Die Welpen werden noch mit normalen Ohren geboren, die Faltohren entwickeln sich zwischen der 3. und 4. Lebenswoche (Malik et al., 1999).

Die Züchtung geht auf die 1960iger Jahre zurück, als in England mit einer Katze weitergezüchtet wurde, die aufgrund einer spontanen Mutation abgeknickte Ohren hatte. Frühe Paarungsversuche kamen zu dem Ergebnis, dass homozygote Merkmalsträger (FdFd) für das Faltohr, welche die Erbanlage für Faltohren (Fd) in doppelter Ausführung besitzen, auch vererbbare Knochen- und Knorpeldefekte entwickeln, die röntgenologisch bereits ab 7 Wochen auffällig sind. Die Veränderungen schreiten derart fort, dass die Katzen nicht mehr laufen können.

Dies führte zu der Empfehlung, dass Faltohrkatzen nur mit normal-ohrigen Katzen verpaart werden sollten. 

Malik et al. 1999 (s. Anhang) beschreiben als klinische Symptome LahmheitenSchwierigkeiten beim Springen, einen steifen, stelzenartigen Gang, Deformationen und Verkürzungen der distalen Gliedmaßen, Schwellungen im Bereich des Tarsus bzw. Metatarsus sowie kurze, verdickte, unbewegliche Schwänze. Die Veränderungen wurden als Scottish Fold Ostechondrodysplasie (SFOCD) beschrieben.

 

Auch bei mischerbigen, heterozygoten Merkmalsträgern (Fdfd), die aus der Verpaarung von Scottish Fold mit normalohrigen Katzen hervorgehen, können ähnliche Knorpel- und Knochenschäden auftreten, jedoch in milderer Form (Malik et al. 1999, s. Anhang).

 

Chang et al. (2007) zeigen drei Scottish Fold Katzen im Alter von vier Monaten bis drei Jahren, die mit Lahmheiten vorgestellt wurden. Bei allen wurde eine Scottish Fold Osteochondrodysplasie diagnostiziert.

 

In dem Fallbericht von Takanosu (Takanosu et al. 2008, s. Anhang), kommen die Autoren zu dem Schluss, dass alle Katzen mit Phänotyp Faltohr, auch heterozygote Merkmalsträger, an einer Osteochondrodysplasieunterschiedlicher Ausprägung der

distalen Gliedmaßen leiden und bestätigen damit auch die früheren Ergebnisse von Malik et al. 1999 (s. o.).

 

Untersucht wurde dies über drei Generationen:

Das Auftreten von Osteochondrodysplasie assoziierte mit dem Phänotyp Faltohr und wurde autosomal dominant vererbt.

Die Therapie ist immer nur palliativ und wird bei Faltohrkatzen teilweise schon im Alter von wenigen Wochen (s. o.) und dann lebenslang benötigt (Takanosu et a. 2008; Hubler et al. 2004).

 

Ein kürzlich erschienener Fallbericht (Aydin et. al. 2015, s. Anhang) beschreibt elf Scottish Fold Katzen im Alter von 5 Monaten bis 3,5 Jahren. Alle Katzen zeigten ein ruhiges Temperament und einen gestelzten Gang, z.T. berichteten die Besitzer von einer Bewegungsunlust.

Die klinische und röntgenologische Untersuchung erbrachte,

dass alle Katzen Knochen- und Knorpelfehlbildungen aufwiesen, jedoch in unterschiedlicher Ausprägung.

 

Die Autoren weisen darauf hin, dass Patienten mit solchen Veränderungen schon in frühem Alter unter chronischen Gelenkschmerzen leiden und einer Langzeittherapie mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern bedürfen.

 

Die Skelettdeformationen sind ohne Frage mit dauerhaften Schmerzen, Leiden und Schäden verbunden und beeinträchtigen die Tiere nicht nur z. T. erheblich in ihrer Bewegung und damit Lebensqualität, sondern beeinflussen, je nach Schweregrad, auch die Lebenserwartung der Tiere.

 

Im Merkblatt der Schweizer Tierschutz STS zur Katzenzucht kommt Dr. Thomas Bartels (Institut für Genetik, Ernährung und Haltung von Haustieren, AbteilungTierhaltung und Tierschutz, Bern) zur Auffassung, dass die nach unten gefalteten Ohren der Katze als Erbschaden anzusehen sind (s. „STS_Tierschutz und

Katzenzucht_Dr. Bartels“ im Anhang).

 

Als Begleiterscheinungen würden bei diesen

Katzen vielfältige Defekte am Skelett auftreten, die auf die direkte Wirkung der für die Faltohren verantwortlichen Erbanlage zurückgeführt werden. Neben o. g. Veränderungen sind bei Scottish Fold Katzen auch Verkrüpplungen anderer Ohrstrukturen und Taubheit beschrieben (s. Anhang „STS_Rassekatzen und Extremzucht“).

 

Die Ohren haben bei Katzen eine wichtige Kommunikationsfunktion.

So nutzen Katzen die Ohren, um ihre Erregung auszudrücken:

 

Nach vorn gerichtete Ohren signalisieren Aufmerksamkeit und nach hinten gerichtete Ohren Abwehr oder sogar Aggression gegenüber sich nähernden Artgenossen oder Menschen.

 

Bei abgeknickten Ohren ist diese Form des Ausdrucks nicht mehr möglich.

Faltohren können so die soziale Kommunikation mit Artgenossen beeinträchtigen und zu „Missverständnissen“ führen, z.B. bei Auseinandersetzungen/Kämpfen zwischen Artgenossen.

 

Laut Internetinformationen verweigern der Governing Council of the Cat Fancy (GCCF) (Dachorganisation von derzeit 155 Katzenzuchtvereinen in Großbritannien,

die sich mit dem Ausstellungswesen und der Zucht und Haltung von Katzen beschäftigt) und die Fédération International Féline (FIFe) aufgrund der Knochendefekte auch die Anerkennung der Scottish Fold als Rasse.

Auch in Deutschland gibt es Katzenzuchtvereine, die sich dem Zuchtverbot der Scottish Fold angeschlossen haben, z.B. Erzgebirgischer Rassekatzenverein Bernsbach e. V.

 

Nach Auswertung der uns vorliegenden Literatur lässt sich sagen, dass die Zucht mit Scottish Fold Katzen, unabhängig, ob diese heterozygot oder homozygot sind, erwarten lässt, dass bei den Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.

Zum einen betrifft dies die Vererbbarkeit von Knochen- und Knorpeldefekten, die sowohl bei homozygoten als

auch bei heterozygoten Merkmalsträgern für Faltohren auftreten oder auftreten können.

Diese krankhaften Veränderungen am Skelettsystem in Form von Deformationen und Fehlbildungen sind schmerzhaft und gehen mit dauerhaften und teilweise erheblichen klinischen Erscheinungen einher.

 

Sie schränken die Tiere in ihren Verhaltensweisen ein, wie z. B. dem Bewegungsverhalten (Lokomotion) oder dem Sozialverhalten.

 

Dabei spielt keine Rolle, ob die Nachkommen im Einzelfall auch ausgeprägte klinische Erscheinungen zeigen, sondern allein die Möglichkeit, dass die Zucht zu Nachkommen mit Knochen- und Knorpeldefekten mit hinreichender Wahrscheinlichkeit führen kann („erwarten lässt“) ist hier entscheidend.

 

Aufgrund der erwähnten Studien liegen sowohl medizinische als auch züchterische Erkenntnisse dazu vor, was auch durch das Zuchtverbot anerkannter Zuchtvereinigungen bestätigt wird.

 

Zum anderen betrifft dies das Zuchtziel der für Katzen untypischen gefalteten Ohren.

Der artgemäße Gebrauch ist dann nicht mehr möglich, wenn notwendige Funktionen von Organen bzw. Körperteilen durch züchterische Einflussnahme nicht mehr ausreichend erfüllt oder ausgeführt werden können.

Das Abknicken der Ohren beeinträchtigt deren artgemäßen Gebrauch zur Kommunikation wie er bei normal-ohrigen Katzen üblich ist.

Damit wird den Tieren durch die Zucht ein dauerhafter Schaden zugefügt.

 

Die bei Scottish Fold auftretenden vererbbaren Skelettvereränderungen fallen unter § 11b Abs. 1 Nr. 1 und 2 c) TierSchG.

Da aufgrund der gefalteten Ohren auch der artgemäße Kontakt beeinträchtigt ist, wird auch §11 b Abs. 1 Nr. 2 b) TierSchG erfüllt.

 

Kann ein artgemäßes Verhalten nicht ausgeübt werden, so führt dieses zu Leiden und ggf. Schmerzen und Schäden.

 

Die beschriebene Osteochondrodysplasie tritt bei ScottishFold Katzen gehäuft auf und steht in besonderem Zusammenhang mit dieser Rasse. Somit kann auch vom Vorliegen züchterischer Erkenntnisse ausgegangen werden, die das Auftreten der oben beschriebenen Beeinträchtigungen erwarten lassen.

 

Wir gelangen zur Auffassung, dass es sich unter Berücksichtigung o. g. Studien bei der Zucht mit phänotypischen Scottish Fold Katzen i.S. des § 11b TierSchG um eine Qualzucht handelt. Nach unserem Kenntnisstand steht derzeit keine Methode zur Verfügung, im Einzelfall anhand des Genotyps vorherzusagen, ob es bei den Nachkommen zu einer Form der Scottish Fold Osteochondrodysplasie kommt oder nicht.

 

Die Zucht mit einer phänotypischen Scottish Fold Katze sollte daher

unterbleiben.

 

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

gez.

Dr. S. Broll

 

 

 

Quellenangaben und Anlagen:

1) LORZ, A. (2008): Tierschutzgesetz – Kommentar, 6. Aufl., C.H. Beck,

München, S. 75-76

2) STS-Merkblatt: Tierschutz und Katzenzucht, Verfasser: Dr. Thomas Bartels,

Institut für Genetik, Ernährung und Haltung von Haustieren, Abteilung

Tierhaltung und Tierschutz, Bremgartenstrasse 109a, CH-3012 Bern, Hrsg:

Schweizer Tierschutz STS, Dornacherstrasse 101, 4008 Basel,

www.tierschutz.com

3) Malik et al. (1999): Osteochondrodysplasia in Scottish Fold cats, Aust Vet J

1999;77:85-92

4) Hubler et al. (2004): Palliative Irradiation of Scottish Fold

Osteochondrodysplasia, Veterinary Radiology & Ultrasound, 45 (6), 582–585.

5) Chang et. al. (2007): Osteochondrodysplasia in three Scottish Fold cats, J. Vet.

Sci., 8(3), 307–309

6) Takanosu et al. (2008): Incomplete dominant osteochondrodysplasia in

heterozygous Scottish Fold cats, J Small Anim Pract, 49 (4), 197-199

7) Aydin et. al. (2015): Hereditary Osteochondrodysplasia in Scottish Fold cats,

Kafkas Univ Vet Fak Derg, in Press, accepted 22.12.2014, published online

6.02.2015

8) STS-Merkblatt: Rassekatzen und Extremzucht, Hrsg: Schweizer Tierschutz

STS, Dornacherstrasse 101, 4008 Basel, www.tierschutz.com

9) Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht: Gutachten zur

Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes, Stand: 26.10.2005 (sog.

„Qualzuchtgutachten“),http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Tier/Tierschutz/GutachtenLeitlinien/Qualzucht.pdf?__blob=publicationFile

 

 

 

Sorry - wegen der vielen Wiederholungen in diesem Artikel.

Ich möchte damit verdeutlichen, dass nicht nur ein einziger Wissenschaftler, sonder viele Genetiker und Wissenschaftler die Problematik des Gens für Faltohren erkannt und beschrieben haben. Hätte ich nur einen einzigen Wissenschaftler zitiert, hätten Sie diesem vielleicht nicht so viel Bedeutung beigemessen.

 

 

Zum Schluss eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Fakten:

 

  1. Mit nur einer einzigen Faltohrmutation vererbt sich die unheilbare Knorpel- und Knochenkrankheit Osteochondrodysplasie.
  2. Weil dem dominanten Gen für Faltohren eine unvollständige Penetranz bescheinigt wird, können normalohrige Katzen aus Faltohrwürfen genotypisch die Mutation für Faltohren (Fd/-) tragen und somit auch an Osteochondrodysplasie erkranken.
  3. Katzen mit nach vorne abgeknickten Ohrmuscheln hören schlechter als Katzen mit normalen trichterförmigen Ohrmuscheln. Die Mutation für Faltohren mindert die Funktion eines Sinnesorgans, nämlich die der Ohrmuschel. Faltohrkatzen können diese Sinnesorgane (Ohrmuscheln) wegen der Umgestaltung nicht artgerecht nutzen.
  4. Innerhalb der Kommunikation unter Artgenossen entstehen Missverständnisse bei Katzen mit abgeknickten und eng an den Kopf angelegten Ohrmuscheln, weil dieser Ohrstand als Aggression gedeutet werden kann.

 

Im Sinne der Katzen würde es mich freuen, wenn möglichst viele Katzenzüchter über die Problematik der Zucht von Faltohrkatzen nachdenken würden.

Und wenn auch nur ein einziger Faltohrkatzen-Züchter aufgrund dieses Artikels die Zucht einstellen würde, wäre dieser Artikel ein Erfolg - nicht für mich, sondern für die Katzen.

 

 

Wenn Sie mir Ihre Meinung über Scottish Fold Katzen mitteilen wollen, schreiben Sie eine E-Mail an birgitta(at)katzengenetik.com

 

Bedenken Sie bitte, dass der überwiegende Teil dieses Artikels aus Zitaten von Genetikern, Wissenschaftlern, Veterinären und anderen Experten stammt - und nicht von mir.

 

Danke, dass Sie mit dem Lesen dieses Artikels bis hierhin durchgehalten haben :-)

 

 

 

Dieses Bild (unten, Bildquelle: pixabay.com) dürfen Sie gerne kopieren und mitnehmen.

Setzen Sie ein Zeichen! Erklären Sie auf Ihrer Homepage, dass es in den Ahnentafeln Ihrer Britischkurzhaar-Katzen keine Scottish Fold Katzen gibt.

Faltohr-Katze, Scottish Fold, die Krankheit Osteochondrodysplasie vererbt sich mit einem einzigen Allel für Faltohren (Fd/-)
Faltohr-Katze, Scottish Fold, die Krankheit Osteochondrodysplasie vererbt sich mit einem einzigen Allel für Faltohren (Fd/-), Foto: pixabay.com