Autorin: Birgitta Kuhlmey

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Birgitta Kuhlmey
Birgitta Kuhlmey

Eine kritische Betrachtung über den Farbschlag "Golden" bei Rassekatzen

 

Der "Goldrausch" begann etwa um 1970 in Amerika, als die gestreiften,

fast schwarzen Kätzchen, die ab und zu in den Perser Chinchilla- und Silver

Shaded-Würfen fielen, endlich Beachtung fanden. Man war bezaubert von der Entwicklung ihrer Fellfarbe: Ein warmes, fast apricotfarbenes Haar mit dunkler Spitze. Natürlich hatten sie auch die smaragdgrünen Auqen ihrer Eltern geerbt.

Es gab sogar eine Zeitung namens "Golden Nugget", die speziell über die goldenen Perser berichtete.

 

Wie kann es nun passieren, dass in einem Perser Chinchilla-Wurf piötzlich ein kleines "Goldenes" liegt?

Ursprünglich züchtete man Katzen in verschiedenen Tabbymustern. Durch die Chinchilla- und Silver-Shaded-Zucht fand eine Auslese statt, die - in Verbindung mit dem

lnhibitor-Gen, Gensymbol I (lateinisch: inhibere - anhalten, aufhalten),

die Pigmente der Zeichnungsfarbe in die Haarspitzen verlegte.

So entstanden die Variationen Silver shell und Silver-shaded. Bei der Chinchilla oder Silver-shell soll 1/8 der Haarspitze pigmentiert sein, bei der Silver-shaded 1/3. Das übrige Haar soll so weiß wie möglich sein, und dies geschieht durch das I-Gen (das Inhibitor-Gen - auch Melanin-Inhibitor genannt- bewirkt eine Unterdrückung der Pigmentierung in einem Teil des Haares).

Es ist ohne Bedeutung, um welche Katzenrasse es sich handelt, wenn man über "Golden" diskutieren will.  Aber man soll nicht über "Golden" reden, bevor man nicht ganz genau die Entwicklungsgeschichte der Perser Chinchilla kennt.

 

Perser Chinchilla sind genetisch SCHWARZ

Die Perser Chinchilla ist eine silberne Langhaarkatze deren weiße Haare nur an den Haarspitzen wenige Millimeter schwarz gefärbt sind. "Black tipped" nennt man das in Fachkreisen. Am auffälligsten sieht man dieses Tipping am Rücken und an den Flanken, wo es in Richtung Körperunterseite allmählich und gleichmäßig abnimmt. Weder am Körper noch an den Beiden darf irgendeine Steifenzeichnung zu erkennen sein. Die smaragdgrünen Augen, der ziegelrote Nasenspiegel und die Lippen sind wie mit einem Masquarastift kohlschwarz umrandet. Die pechschwarzen Fußballen sind ein überraschender Kontrast zur silberweißen Katze. Sie sind der absolute Beweiß für ihren schwarzen Genotyp. Ja, Sie haben richtig gelesen, diese fast weiße Katze hat genetisch ein rabenschwarzes Zeichnungsmuster, zum Beispiel ein Classic- oder ein Streifenmuster. Gleich nach der Geburt kann man es am besten erkennen.

 

Das Tabbymuster verschwand durch Selektion

Es dauerte länger als 60 Jahre bis die Züchter durch ein strenges Selektionsverfahren endlich ihr Ziel erreicht hatten, denn es war nicht einfach diese dezente Zeichnung zu erhalten.

Am Anfang paarte man Perser black-silver-tabby mal Perser black-siver-taby und selektierte so, dass man immer die Tiere mit dem längsten und hellsten Silberanteil und der geringsten Tabbyzeichnung miteinander kreuzte. Durch dieses Selektionverfahren hat man gleichzeitig zwei polygentische Veränderungen in die Zucht eingebracht:

  1. Es entstand eine polygene Modifikatorengruppe für Wide-Banding - für breite Bänderung. Sie ließ das ursprüngliche Zeichnungsmuster zu Gunsten einer Haarspitzenzeichnung (shell oder shaded) verschwinden. Diese Zeichnungsart darf man nicht mit Ticked-Tabby verwechseln, denn hierbei soll das einzelne Haar mehrfach gebändert sein. Shades und shells dagegen sollen keine Mehrfach-Bänderung zeigen, sondern nur eine Haarspitzenfärbung (Tipping).
  2. Wegen des Wunsches nach einer möglichst hellen Katze ohne Gelbstich entwickelte sich eine andere Mofifikatorengruppe, nämlich die für wenig Melanin, d.h. für wenig Pigmentausprägung. Gelbliche Flecken an den Wangen, hinter den Ohren, an den Pfoten und auf dem Näschen verschwanden nur allmählich. Das silberweiße Fell entstand allein durch konsequente Selektion.

 

Optimale Zuchtauslese war der Grundstock

Die Chinchilla ist eine Katze maximaler Zuchtauslese. Eine einmalige Einkreuzung mit einer einfarbigen Katze machte die Selektion sofort zunichte. Aber Einkreuzungen mit einfarbigen Persern ließen sich nicht vermeiden, wollte man den Persertyp nicht ganz und gar verlieren. Durch einer solche Paarung erhält man Tiere mit einem für Silber mischerbigen Genotyp, nämlich I/i. Das I-Gen kommt vom silbernen Elterntier, das i-Gen kommt vom nicht-silbernen Elterntier. Ein mischerbiger Genotyp kann aber über viele Generatioenen unbemerkt erhalten bleiben, obwohl das Tier phänotypisch (äußerlich) eine fabelhafte Chinchilla darstellt, weil das i-Gen (nicht -silber) ein rezessives Gen ist.

Paart man zwei dieser für Silber mischerbigen Chinchillas I/i, erhält man nach den Mendelschen Vererbungsregeln

 

I/i mal I/i

 

50% I/i = Katzen für Silber mischerbig

25% I/I = Katzen für Silber reinerbig

25% i/i = Katzen ohne Silber

 

Bei den Katzen, die für Silber mischerbig sind, sieht man phänotypisch (äußerlich) keinen Unterschied.

 

Goldene Jungtiere wurden lange verheimlicht

Anfangs ließen die Züchter die nicht-silbernen Kittene verschwinden, weil sie nicht in das ursprüngliche Zuchtziel passten. Aber in den 60er Jahren fand man endlich einen Namen für diese hübschen, goldig aussehenden Katzen. Die Züchter nannten sie "Golden" nach ihrem optischen Erscheinungsbild.

Die kleinen "Golden" haben alle polygeneischen Modifikatoren von ihren silbernen Eltern mitbekommen, nur anstatt der Inhibitor-Gene (Silber-Gene) haben sie die Non-Inhibitor-Gene i/i geerbt.

Allein durch polygene Modifikatoren haben sie ihren goldenen Gesamteindruck erhalten: Ein apricotfarbenes Fell mit schwarzen Haarspitzen. "Golden" haben grüne Augen - wie ihre silbernen Vorfahren oder ihre silbernen Geschwister. Und wenn sie erwachsen sind, dürfen sie keine Streifenzeichnung zeigen - wie ihre silbernen Vorfahren oder silbernen Geschwister.

 

Damit Shaded- und Shell-Golden möglichst wenig Streifenzeichnung haben, sollte

Ti TiA  

am Ticked-Locus vorliegen.

 

Das Gen für Abessinier- bzw. Ticked-Zeichnung am Ticked-Locus

ist semi-dominant und hat eine epistatische Wirkung

über andere Tabby-Gene.

 

Für die Streifen am Schwanz und an den Beinen

soll ein heterozygoter Ticked-Locus

 Ti Ti+

verantwortlich sein.

 

Verwechseln Sie den Ticked-Locus (Ti) nicht mit dem Tabby-Locus (Ta), der für Tabbyzeichnungen wie das Mackerel- oder Blotched-Muster zuständig ist.

 

 

Golden Shaded, Foto: www.of-golden-flame.de
Golden Shaded mit Wide Band, Foto: www.of-golden-flame.de
BLH, golden tortie tabby mackerel, kein Wide Band, Jungtier, Foto: Christiane
BLH, golden? (eher nicht) tortie tabby mackerel, kein Wide Band, Jungtier, Foto: Christiane
Black Tabby, kein Wide Band; Foto: Birgitta
Black Tabby, kein Wide Band, Foto: Birgitta
Black Tabby Katze, Foto: Birgitta
Black Tabby, kein Wide Band, Foto: Birgitta, zum Vergrößern auf das Bild klicken

Banding

Ob es sich sich bei dem Begriff "Wide Band" oder" Wide Banding"

  • um ein Gen oder
  • um Gengruppen, also Polygene

handelt, ist augenblicklich (02/2013) noch nicht wirklich erforscht worden.

 

"Wide Band" will die Breite des Agoutibandes bestimmen.

 

Denkbar wären u.a. diese Möglichkeiten:

Breite des des Agouti-Bandes

normal      

tabby     wbwb    
mittel shaded       Wbwb  
breit  tipped WbWb

 

Andereserseits wäre auch eine polygeneitsche Vererbung denkbar.

Zum Beispiel so:

 

++++-------- oder +++++++++------

 

Unter Polygenie versteht man das Zusammenspiel vieler Gene, die zusammen ein Merkmal beeinflussen.

Nehmen wir aber jetzt einmal an, bei Wide Band würde es sich um ein autosomales Gen handeln.

 

Wb - breites Band

wb - keine breites Band

 

Breite Bänder haben die Farbschläge Shaded und Shell wie Silver-shaded, Chinchilla (Tipped)  oder Cameo - als Beispiel.

Bei diesen Farbschlägen  sind nur noch die Spitzen der Haare gefärbt.

 

Keine breiten Bänder haben die Silver-Tabby-Farbschläge wie beispielsweise

black-silver tabby

und Tabby-Farbschläge ohne Silver - wie zum Beispiel

black-tabby.

 

Folglich könnten diese Phäno- und Genotypen entstehen:

 

Phänotyp

Genotyp

black silver tabby A-B-C-D-I-wbwb

black tabby

A-B-C-D-ii wbwb
silver shaded A-B-C-D-I-Wbwb
golden shaded                                 A-B-C-D-ii-Wbwb
silver tipped    A-B-C-D-I-WbWb      
golden tipped A-B-C-D-iiWbWb

 

Für noch mehr Informationen über Golden und Wide Band: hier klicken.

Für mehr Informationen über Shaded Katzen: hier klicken.

 

 

Bildquelle: © Eric Isselée - Fotolia.com
Golden oder Nicht-Golden? Das ist hier die Frage! ;-) ... auf jeden Fall sieht sie "goldig" aus.

Golden-Tabby?

Leider erreicht man durch Selektion nicht sofort sein Ziel. so passierte es oft genug, dass die Golden mehr Tabbyzeichnung als Shaded- oder Shell-Zeichnung hatten.  Da machten es sich die Züchter etwas zu einfach und nannten diese Katzen, die zeichnungsmäßig zwischen Shaded und Tabby lagen, einfach Golden-Tabby, denn die Katzen hatten schließlich die grünen Augen ihrer Eltern geerbt.

Gewöhnlich haben Black-tabby-Perser kupfer oder orange Augen, aber davon waren die Golden-Tabbies weit entfernt.

Man sollte diese  hübschen Katzen besser als Perser black-tabby mit grünen Augen ausstellen, nachdem man sie auf ein sauberes Tabbymuster selektiert hat. Allerdings ist bei Langhaarkatzen durch das Unterfell und die Haarlänge die Tabbyzeichnung undeutlicher als bei Kurzhaarkatzen.

 

Golden ist also nur die Bezeichnung für Agoutikatzen ohne Silber mit grünen Augen, aber nur für die Katzen, für die der Standard sonst kupferfarbene/orange Augen vorschreibt, also für Perser , Exotic und BKH.

 

Ich will nicht verheimlichen, dass Kurzhaar-Golden, die aus silber-mischerbigen Eltern resultieren, oft Tabbyzeichnugn zeigen, obwohl bei ihren silbernen Eltern keine Tabbyzeichnung vorhanden war. Daher ist für die Kurzhaar-Golden-Züchter ein genetischer Ticked-Tabby-Background äußerst vorteilhaft. Ohne Zweifel haben Black-tabby-Katzen, die aus mischerbigen Silber-Tieren resultiern, oft eine schön helle apricosenfarbige Agoutifarbe. Häufig haben sie nicht den mausgrauen Haaransatz des Black-tabby-Wildtyps. Aber Golden-Tabby ist nicht der richtige Name für diese Tiere, weil der goldene Gesamteindruck durch die Tabbyzeichnung verlorengegangen ist.

 

Ist die Augenfarbe ein Beweis für Golden?

Tabby-Perser züchtete man nicht nur in Black-tabby. Stellen Sie sich einmal eine Blue-tabby oder eine Creme-tabby-Katze vor. Da gibt es wegen der hellen Tabbyzeichnungsfarben und der dazugehörigen Agoutifarben keinen goldenen Eindruck. Allein Chocolate-tabby ist eine Farbe, die vielleicht - oder in etwa - eine goldenen oder kupferfarbene Agoutifarbe liefern könnte. Auf jeden Fall stört auch bei Chocolate ein Tabbymuster den goldenen Gesamteindruck.

Allein nur wegen der grünen Augenfarbe einer Katze gleich den Beinamen Golden zu geben, liegt wohl nicht im Sinne des Golden-Ursprungs.

Bei Katzen, deren Standard keine bestimmte Augenfarbe vorschreibt, wie zum Beispiel Maine Coon und Norwegische Waldkatze, kann man durch Einkreuzen von Silber-Tieren die Agoutifarbe der daraus resultierenden Black-Tabby-Katzen verbessern.

 

Golden bezeichnet die Agoutifarbe einer Black-Agouti-Katze.

Für eine Agoutifarbe gibt es kein separates Gen. 

Die Agoutifarbe ist immer von ihrer Zeichnungsfarbe abhängig.

 

 

Golden gibt es nicht bei allen Rassen - zu Recht!

Der Name "Golden" findet seine ursprüngliche Berechtigung nur bei Tieren, die

Shaded- oder Shell-Zeichnung haben,

eine Black-Agoutifarbe haben,

und eine grüne Augenfarbe besitzen.

 

Alle diese Anforderungen erfüllen zur Zeit Perserkatzen, Exotic und BKH.

Alle anderen Rassen erfüllen die ursprünglichen Bedingungen nicht und haben somit keine Berechtigung  auf den Namen Golden, geschweige denn auf den Namen Golden-Tabby, ein Name, der im Prinzip nur durch "Fehler" in der Shaded und Shell-Goldenzucht entstanden ist.

 

Und wie wollen wir eigentlich die nicht-silbernen Katzen mit kupfer oder orange Augenfarbe nennen, die aus den siber-mischerbigen Pewter-Persern resultiern?

Vielleicht Golden-Pewter? Sie sehen aus wie black-shaded Katzen mit kupferfarbenen Augen. Übrigens: "Pewter" bedeutet "zinnfarben".

 

Raffinierte Katzenzüchter werden für diese Farbschlag (black-shaded plus kupferfarbene Augen) sicherlich auch bald einen passenden Namen finden.

 

 

 

Abessinier, Bildquelle: © Ulf - Fotolia.com
Wo ist denn das Golden-Gen? Gut, dass ich keine Sphynx-Katze bin. Bei den Sphynx-Katzen kann man das Golden-Gen überhaupt nicht sehen. Echt schade!

 

 

 

Golden mit Pointfaktor?

Vor einiger Zeit hat man auch den Siam/Colourpoint-Faktor, also die rezessiven Gene cs/cs, in die Perser Chinchilla und Silver-shaded-Zucht eingekreuzt. Colourpoint-Tabbypoint-Katzen sieht man schon seit langer Zeit auf den Ausstellungen. Neu sind aber die Shaded-Points. Einziger Unterschied: Die Tabby-Points zeigen Streifenzeichnung an den Points, die Shaded-Points dürfen keine Streifenzeichnung zeigen - nur Tipping.

Da die cs/cs Gene an die blaue Augenfarbe gekoppelt sind, haben Silber-shaded-Points natürlich auch blaue Augen. Wenn man in die Perser Chinchilla- und Silver-shaded cs/cs Gene einkreuzt, ist das Ergebnis Point-Tiere mit blauen Augen. Die Varietäten heißen dann: seal-silver-shaded-point bzw. seal silver tipped point.

Alle anderen Farben wie Blue, Chocolate, Lilac, Cinnamon, Fawn, Red, Cream, Tortie usw. sind natürlich auch wieder denkbar.

Fallen bei diesen Silver-Point-Katzen, die ja nicht unbedingt reinerbig für Inhititor (Siber-Gen) sein müssen, die Gene i/i - für normale Farbe ohne Silber - zusammen, zeigen diese Tipping-Point-Katzen anstatt Silber ihre Agoutifarbe.

Heißen sie dann Non-silver-shaded seal-Points?

Die Varietäten heißen Seal Golden Tipped Point, Blue Golden Tipped Point usw.

Golden-Point darf man diese Katzen eigentlich nicht nennen. Denn "golden" sehen sie nämlich nicht aus.

Diese "Golden-Points" haben eine sehr helle Agoutifarbe, weil ihre silbernen Vorfahren auf wenig Rufismus selektiert wurden. Dazu kommt noch die helle Körperfarbe durch die cscs-Gene. Von "Golden"  im ursprünglichen Sinn ist nicht mehr viel zu sehen.

 

Sind diese Farbschläge in allen Katzen-Dachorganisationen anerkannt?

Eigentlich fehlt nun noch der Farbschlag "Golden-Point mit Weißscheckung" Oder gibt es den schon? Cream-golden-point mit Weißscheckung, das wäre doch eine echte Herausforderung, oder?

Nichts ist unmöglich! Nun - das ist jetzt ironisch gemeint.

 

Der Farbschlag "Golden" steht ursprünglich auch für den Wechsel

der Augenfarbe von kupferfarben nach grün bei Agouti-Katzen

ohne Inhibitor-Gen.

 

Seal Golden Tipped Point Perser, Bild (c) Monika Luidpold, www.satins.at
......................................... Seal Golden Tipped Point Perser.........................................

 

 

Bei Point-Katzen verändert sich die Augenfarbe aber nicht. Die Augenfarbe wird immer blau bleiben.

 

 

Golden Cameo - gibt es das?

Wenn ein shaded-silver Perser mischerbig für das Inhibitor-Gen (Siber-Gen), Genotyp: I/i,  ist, sieht man ihm das äußerlich nicht an.

Paart man zwei dieser Katzen, fallen bekanntlich auch shaded-golden Perser, Genotyp: i/i. Golden sind Agouti-Katzen ohne Inhibitor-Gen.

 

Ist ein Cameo-Perser (red-silver-shaded oder shell) mischerbig für das Inhibitor-Gen (Siber-Gen), Genotyp: I/i, sieht man ihm das äußerlich auch nicht an.

 

Nun stelle ich die gleiche Frage:

Paart man zwei dieser für "Silber " mischerbigen Cameo-Perser, welchen Namen trägt das Ergebnis dieser Paarung, das kein Inhibitor-Gen (Genotyp: i/i) besitzt?

Golden Cameo?

Nein - das wäre falsch, denn diese Tiere haben keine grünen Augen. Sie haben kupferfarbene Augen.

 

Haben diese Cameo-Perser ohne Inhibitor-Gen und die "Perser Golden Pewter" (wie ich diesen Farbschlag einmal provisorisch nenne) bei irgendeiner Katzen-Dachorganisation einen Farb-Standard?

Mir ist davon nichts bekannt.

Warum sind das keine anerkannten Farbschläge?

Und jetzt stellt sich die erschreckende Frage:

Verschwinden diese Katzen heimlich?

 

Natürlich kann man man auch Birmakatzen in Blacktabby ohne Pointzeichnung züchten.

Natürlich kann man auch Bengalkatzen mit langem Fell und Pointzeichnung züchten.

Natürlich kann man auch Russisch-Blau in Cinnamon mit Pointzeichnung, Weißscheckung und mit langen Haaren züchten!

Natürlich kann man Abessinier in Schwarz und Blau züchten.

Züchten kann man Vieles.

 

Und last, but not least: Natürlich können wir auch Shaded-silver-Points und

Golden-Points mit Weißscheckung züchten. Ich meine jetzt: nicht nur ein bisschen Weiß, ich meine Weiß in Form von Van-Zeichnung (bei Van-Zeichnung gibt es nur ein oder zwei gefärbte Flecken am Kopf, der Rest des Fells ist weiß).

Wenn sich damit Geld verdienen lässt oder wenn man unbedingt etwas ganz Besonderes haben muss, warum eigentlich nicht?

Die Farbbestimmung lässt man dann am besten vom Labor machen.

 

Ich bin der Meinung, kunterbunte Würfe sind ein Privileg für Hauskatzen, aber doch nicht für Rassekatzen.

 

 

Golden bei allen Rassen - ein Traum?

Bei manchen Züchtern herrscht Unklarheit über die Farbschlag Golden.

Da will man Chocolate-golden-spotted in den Stammbäumen der Orientalen verewigt haben oder Golden-ticked-tabby bei den Mandarins. Wer den Standard gründlich durchliest, wird fesstellen, dass die entsprechende Farbe ohne Golden-Zusatz dem Gefordertem entspricht.

Eine ausgesprochen warme, kupferfarbene, leuchtende Agoutifarbe zeigen viele wildfarbene Abessinier und Somalis. Niemand kommt auf den Gedanken, diese Augoutifarbe in Golden umzutaufen. Dabei haben sie alle, was die "Hauptgene" betrifft, den gleichen Genotyp:

Die wildfarbenen Abessinier und Somalis, die goldenen Perser, Exotics, BKH nämlich A-B-C-iiTiA  TiA   

 

Der Unterschied bezüglich der Streifen an den Beinen und am Schwanz liegt am Ticked-Genort.

 

Die black-ticked Orientalen und Mandarins - als Beispiel - haben Streifen an den Beinen und am Schwanz und sind somit mischerbig am

Ticked-Locus: A-B-C-ii Ti Ti+

 

Mehr Informationen uber

Black-Tabby-Katzen und deren unterschiedlichen Agoutifarben:

Klick HIER

 

Miezi, red-tabby-mackerel, Hauskatze

;-)

Das ist Miezi, meine Hauskatze.

Ist sie auch GOLDEN?

Vielleicht "golden-red-tabby"?

Sie hat nämlich wunderschöne grüne Augen.

;-)

 

 

BKH shaded-golden, Züchterin: A. Niesel
BKH shaded-golden, Züchterin: A. Niesel, Klick auf das Bild führt zu Informationen von A. Niesel über GOLDEN BKH, Cattery BKH d`Oaxaca

 

 

 

 

Shaded- und Shell Golden sollen ebenso wie Shaded Silver und Chinchilla keine Streifen an den Beinen haben.

 

 

Abessinier wildfarben, Bildquelle: Fotolia.com
Abessinier - golden?

Die BKH shaded-golden (Bild oben) und

die Abessinier (Bild links) haben den

Genotyp A-B-C-iiTiA TiA

 

Die BKH (oben) stammt aus Silber-Linien. Diese Katzen wurden zuvor auf

helles "Silber" selektiert - ohne "gelbliche" Schattierungen, also auf möglichst wenig Rufismus.

 

Rufismus = viele einzelne Gene (Polygene) verursachen rotbraunes Fell.

 

Die wildfarbene Abessinier (links) wurde auf eine warme Agoutifarbe selektiert - also auf Polygene für Rufismus.

 

 

Golden haben oft eine längere Entwicklungszeit

Leider gibt es relativ wenige Perser in Black-Tabby, die durch züchterische Auslese ihre vom Standard geforderte warme, kupferfarbene Agoutifarbe zeigen. Meistens ist der Haarschaft zu grau und das sich anschließende Haar fade und ausdruckslos. Auch viele Shell- und shaded-Golden haben hiermit zu kämpfen. Die wildfarbenen Abessinier und Somalis haben sehr lange gebraucht, um ihren grauen Haaransatz gegen einen kupferfarbenen auszutauschen.

Für die Intensität der Agoutifarbe sind Polygene (für Rufismus) verantwortlich. Diese Polygene bewirken, dass die Agoutifarbe zwischen blass und leuchtend schwankt. Hier liegt es in der Hand des Züchters durch Selektion sein sich gesetztes Ziel zu erreichen. 

 

Nichts Geheimnisvolles um die Golden

Silber und Gold ist schon immer etwas Teures, etwas Wertvolles und sogar ein Wertmesser gewesen. Für manche Leute stellt "Golden" eben etwas Besonderes dar, etwas, was man unbedingt haben will, auch wenn der Wunsch nur im Unterbewusstsein existiert.

Die Bezeichnung "Golden" scheint von einem magischen Feld umgeben zu sein. Sie stellt etwas Mystisches, etwas unerklärlich Geheimnisvolles dar. Passt so etwas nicht fabelhaft in unsere Katzenwelt?

 

Oder gibt es doch ein goldenes Geheimnis?

 

Man kann nicht verheimlichen, dass es Katzen gibt, deren Zeichnungsmuster nicht schwarz, sondern braun ist, obwohl diese Katzen einen schwarzen Genotyp haben.

 

Am besten erkennt man den schwarzen Genotyp an den schwarzen unbehaarten Fußballen, an den schwarzen Haaren zwischen den Zehen und an der schwarzen Schwanzspitze bei der sonst braunen Zeichnungsfarbe der Golden-Tabbies.

 

Diese Goldies, mit dem braunen anstatt schwarzen Zeichnungsmuster, haben oft eine deutlich hellere Nasen-Umrandung als wie man sie bei Katzen mit schwarzem Genotyp erwartet.

 

 

Auf dem Bild (unten) sieht man eine Katze, deren Zeichnungsmuster braun aussieht (links im Bild), während das Zeichnungsmuster der anderen Katze (rechts im Bild) schwarz aussieht.

Beide Katzen (Wurfgeschwister) haben einen schwarzen Genotyp.

 

Könnte es sich bei der Katze - links- im Bild - vielleicht um

die Varietät AMBER-TABBY handeln? Bitte lesen Sie hier weiter. Es geht um einen Vergleich Black-Golden-Tabby und Black-Amber-Tabby.

 

Ob es sich bei dieser "goldenen" Farbvariante um eine polygene Vererbung oder um einen autosomal dominanten bzw. autosomal rezessiven Erbgang handelt, ist bisher (2015) noch nicht erforscht worden.

 

Lesen Sie bitte weiter auf meiner Webseite:

Golden Tabby vs Amber tabby

 

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Lyons Feline Genetics Laboratory, Forschungsprojekte: Silver und Golden

 

 

 

 

Sibirische Katzen, Foto: Bettina Reichert, 09.2015, black-golden-tabby und black-tabby
Sibirische Katzen, Foto: Bettina Reichert, 09.2015, black-golden-tabby und black-tabby
Sibirische Katze, black-golden-tabby, Foto: Bettina Reichert, 09.2015
Sibirische Katze, black-golden-tabby, Foto: Bettina Reichert, 09.2015

Erläuterungen der Fremdwörter

Polygene Modifikatoren

Die Wirkung des Hauptgens wird durch viele andere Gene (Polygene) mit geringer Wirkung geändert. Unterdrückung und Stimulation können im Modifikatorensystem gleichzeitig auftreten. Ihre Vererbung erfolgt unabhängig vom Hauptgen. Monogen bestimmt Merkmale sind seltener als polygen festgelegte Merkmale.

 

Tabby

"Attabiy" ist der Name eines Quartieres von Bagdad, in dem ein spezieller Seidenstoff hergestellt wurde. Tabby bedeutet soviel wie Tigerzeichnung und das läßt auf den nahöstlichen Ursprung unserer domestizierten Katze schließen. Tabbyzeichnungen: ticked, mackerel, spotted, blotched.

 

Agouti

Bezeichnung der Fellfarbe des Wildtyps der Katze. Der Name stammt von einem Nagetier, das in Brasilien und Peru beheimatet ist, dem Goldhasen "Dasyprocta aguti". Bei Katzen wird die Tabbyzeichnung in Verbindung mit dem Agouti-Gen sichtbar.

 

Inhibitor

Unterdrückung der Pigmentierung in einem Teil des Haares.

Lateinisch: inhibere - anhalten, aufhalten

Ein Inhibitor bremst oder verhindert eine chemische oder biochemische Reaktion.

 

 

©Birgitta-2011


Viele Informationen über die

Fellfarben der Katzen und "GOLDEN"

findet man bei Wikipedia

 

 

Weil der Ursprung des Farbschlages GOLDEN aus der Perser-Zucht stammt, ist hier der Farb-Standard für PERSER GOLDEN:

 

Farbbeschreibung Für Perser Golden

Fellfarbe

Apricosenfarbige Agoutifarbe mit sealbraunem bis schwarzem Tipping auf Rücken, Flanken, Kopf, Schwanz und Beinen (Tippinglänge auf dem Rücken: 1/8 = shell, 1/3 der Haarlänge = shaded). Tipping nimmt in Richtung Körperunterseite gleichmäßig ab. Aprikosen- bis goldfarbiges Unterfell. Kinn, Ohrbüschel, Bauch und Brust hell aprikosenfarbig. Augen, Lippen und Nase sealbraun bis schwarz umrandet, ziegelroter Nasenspiegel. Sohlenstreifen und Fußballen sealbraun bis schwarz.

Fehler: ungleichmäßiges, fleckiges Tipping. Tabbyzeichnung an den Beinen, am Körper oder Schwanz - ausgenommen bei Jungtieren, graues Unterfell, weißes Kinn

 

Augenfarbe

grün

Fehler: jede andere Augenfarbe

 

 

 

Dieser Artikel (abgesehen von einigen Anmerkungen in kursiver Schrift) wurde 1992 in "Katzen Extra" veröffentlicht.

 

 

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©Birgitta Kuhlmey

Alle auf dieser Homepage verwendeten Texte, Fotos und grafischen Gestaltungen sind urheberrechtlich geschützt. Sollten Sie Teile hiervon verwenden wollen, wenden Sie sich bitte über das Kontaktformular an mich.

 

Bildquelle: fotolia.com

 

 

 

 

 

Das könnte Sie vielleicht auch interessieren:

 

Shaded-Katzen


Entstehung & Vererbung

 

 

Wide Band haben Katzen mit Tipping, Bild: Canstcksphoto.com

 

 

 

 

Zum Artikel

 

Wide Band und Tipping

 

Vielleicht könnte Sie auch DAS interessieren:

BIMETALLIC

ein Artikel von messybeast.com


 

Frau Roswitha Budde von www.neva-katzen.de hat diesen sehr interessanten Hinweis gesandt:

http://www.big-cats.de/bilder_golden-tabby-tiger.htm

 Frau Budde vermutet, dass es bei Golden Tabby Tigern möglicherweise Zusammenhänge mit dem Farbschlag GOLDEN unserer Klein-Katzen geben könnte.



 

Zum Schluss noch mehr zum Schmunzeln!

Das Foto (links) zeigt:

Ein bisschen GOLD auf dem Bauch meiner Hauskatze.

Wide Banding - nicht wirklich zu sehen.

 

Bauch - Hauskatze, black tabby/white

Hauskatze, black-tabby/white, Bild: Birgitta
Hauskatze, black-tabby/white, Bild: Birgitta

 

... und das ist mein "goldiger" Kater.

Wide Band? Natürlich nicht. Das haben die Tipped- und Shaded-Katzen.

Black Tabby Katze, Foto: Birgitta
Black Tabby Katze, männlich, Kastrat

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.


 

 

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Kommentar vom 12.05.2012 von Frau A. Niesel:

 

Liebe Frau Kuhlmey,

vielen Dank und herzlichen Glückwunsch zu diesem gelungenen Artikel. Hoffentlich lesen und verstehen ihn viele Züchter.Vor allem Ihre Anmerkungen zu den Points und zu vermeintlichen "Rot-/resp. Creme-Goldenen" gefällt mir ausgesprochen gut.

Herzliche Grüße

Angelika Niesel

 

 

 

Kommentar vom 15.09.2015 von Roswitha Budde, www.neva-katzen.de

 

Nachricht: Ein sehr interessanter Artikel. Sicher wissen Sie, das golden bei den Sibirischen Katzen derzeit schwer in Mode ist, selbst bei den Nevas. Mir fehlt aber ein Aspekt. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, stufen Sie Golden-Tabbys nicht wirklich als golden ein, sondern als Black-Tabbys mit grünen Augen und viel Rufismus. Bei den Sibiriern gibt es neben relativ kaltem Black-Tabby auch ein warmes Black-tabby mit Rufismus, genau wie bei Hauskatzen. Aber die sogenannten Golden-Tabbys unterscheiden sich stark von den warmen Black-Tabbys, vor allem, was die Entwicklung der Farbe angeht. Die warmen Black-Tabbys verändern sich so gut wie nicht. Die Golden-Tabbys dagegen kommen mit rabenschwarzem Muster im Kontrast zu apricot-farbenen agouti-Bereichen zur Welt. Ganz ähnlich wie bei den amber-Norwegern bleichen aber die schwarzen Bereiche immer mehr in Richtung rot aus, so dass eine erwachsene Golden-Tabby im Grunde eine mehr oder weniger rote Katze, jedoch mit dunklen Augenrändern und ein wenig Restschwarz an der Schwanzspitze ist.

 

 

Vielen Dank, Frau Budde, für Ihren Kommentar.

Meine ganz persönliche Meinung dazu: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

 

 

 

Am 24.09.2014 antwortet Roswitha Budde:

 

Amber? Ja, das könnte man denken. Aber es gibt einen gravierenden Unterschied. Das Sibirier-Golden kommt nicht rezessiv. Da, wo es den Anschein hat, dürfte es nur sehr warmes black-tabby sein. Manchmal ist auch ein Elterntier mit black-tabby statt mit golden eingetragen, wodurch es aussieht wie rezessiv. Ich denke, wir werden noch ein bischen rätseln an der Farbe. Für uns Sibirierzüchter ist natürlich besonders interessant, ob es etwas eigenes ist, oder das selbe wie bei den Briten.

Aussehen tun manche ja auch sonst schon fast genau so.

Gerne dürfen Sie meinen Kommentar veröffentlichen.