Shaded-Katzen , Entstehung & Vererbung

Shaded - Was ist das?

 Text: Birgitta Kuhlmey 

Birgitta Kuhlmey
Birgitta Kuhlmey

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birgitt(at)katzengenetik.com


BKH silver tipped (Chinchilla)
BKH silver tipped (Chinchilla), von-der-lohmwiese.de

 

Eine Shaded-Katze, sei es in Silver oder Golden, ist eine Agouti-Katze mit einem beliebigen Tabbymuster. Das Tabbymuster wurde bei der Shaded-Katze durch den Einfluss von "Wide Band" in die Haarspitzen verlagert.

Ob es sich bei "Wide Band", das die Breite der Agoutibänder regelt, um ein unvollständig dominantes Gen oder um Gruppen von Polygenen handelt,

ist noch nicht endgültig bewiesen.

 

Wenn in Rassekatzen-Standards für die Varietät "Shaded" Streifenfreiheit vorgeschrieben wird (Perser, BKH usw.), ist Reinerbigkeit

am Genort für Ticked Tabby (Abessinier-Tabby) TiATizu favorisieren,

weil Mischerbigkeit am Genort für Ticked Tabby rudimentäre Streifenzeichnung an den Beinen verursachen könnte.

 

 

BKH silver tippe (Chinchilla)
BKH silver tipped (Chinchilla), von-der-lohmwiese.de

 

Bei Shaded-Katzen ist 1/3 des Haares (Haarspitze) gefärbt.

Bei Chinchilla- oder Shell-Katzen ist 1/8 des Haares (Haarspitze) gefärbt.

 

Chinchilla wird auch Silver Tipped (bei Kurzhaarkatzen) genannt.

Beide Namen meinen dasselbe:

nur noch 1/8 des Haares ist in der Farbe der Tabbyzeichnung gefärbt.

 

Das breite Band vor der gefärbten Haarspitze zeigt die Agoutifarbe.

 

Bei Katzen mit Inhibitor-Gen (Silver) ist das Agoutiband silberweiß.

 

Bei Katzen ohne Inhibitor-Gen zeigt das Band die Agouti-Farbe des jeweiligen Farbschlages.

 

Bei einem schwarzen Genotyp ist das Agoutiband im Idealfall apricotfarben.

 

 

Durch die enorme Breite des Agoutibandes wurde bei Shaded-Katzen das im Genotyp festgelegte Tabbymuster in die Haarspitzen gedrängt und quasi unsichtbar gemacht.

 

Oftmals sieht man bei Kitten - kurz nach der Geburt - am Körper die jeweilige Tabbyzeichnung.

 

 

Diese Genotypen  sind für Streifenfreiheit zu bevorzugen:

Homozygot (reinerbig) Ticked Tabby/Abessinier-Tabby

gepaart mit extremer Selektion auf Wide Band.

BKH, silver-tipped, Chinchilla, von-der-lohmwiese.de
BKH, silver-tipped, Chinchilla, von-der-lohmwiese.de

Genotyp für

Silver Tipped/Chinchilla:

 

A-I-TiATiAWbWb

Diese Schreibweise ist auch gebräuchlich:

A-I-TaTaWbWb

 

 

Genotyp für 

Golden Shell/Golden Tipped:

 

A-iiTiATiAWbWb

Diese Schreibweise ist auch gebräuchlich:

A-iiTaTaWbWb

 

Gensymbole nach Eduardo Eizirik, 2009

 

 

Gensymbole für das semi-dominante und über andere Tabby-Gene epistatisch (maskierende, überdeckende) wirkende

Ticked-Tabby/Abessinier-Tabby-Muster nach Robinson, 2005:

 

Ta = Ticked-Tabby (Abyssinian)

t= kein Ticked-Tabby (non-Abyssinian)

 

 

BKH Chinchilla, von-der-lohmwiese.de
BKH Chinchilla, von-der-lohmwiese.de

 

 

Mit anderen Tabbymustern (spotted, mackerel, classic)

kann man möglicherweise auch Streifenfreiheit erreichen,

aber nur durch 

extreme Selektion 

auf "Wide Band".

 

Schwarze Farbvarietäten von Shell bis Tabby mit und ohne Silver

BKH, Chinchilla/Silver tipped, von-der-lohmwiese.de
BKH, Chinchilla/Silver tipped, von-der-lohmwiese.de

 

 

 

 

Chinchilla/silver tipped

mit Silver (Inhibitor-Gen),

Genotyp II oder Ii

mit Wide Band 

Agouti-Katze

Genotyp AA oder Aa

Shaded Silver
Shaded Silver

 

 

Shaded Silver

mit Silver (Inhibitor-Gen),

Genotyp II oder Ii

mit Wide Band

Agouti-Katze

Genotyp AA oder Aa

BKH, Shaded Golden, Bildquelle: www.katzenzucht-oaxaca.de
BKH, Shaded Golden, www.katzenzucht-oaxaca.de

 

 

Shaded Golden

ohne Silver,

Genotyp ii

mit Wide Band

Agouti-Katze

Genotyp AA oder Aa

BKH shell golden, www.sundust-cats.be
BKH, Shell Golden, www.sundust-cats.be

 

 

 

 

Shell Golden

ohne Silver,

Genotyp ii

mit Wide Band

Agouti-Katze

Genotyp AA oder Aa

Black silver tabby classic
Black silver tabby classic

 

 

Classic Tabby

mit Silver (Inhibitor-Gen),

Genotyp II oder Ii

ohne Wide Band

Agouti-Katze

Genotyp AA oder Aa

Black tabby mackerel
Black tabby mackerel

 

 

 

Mackerel Tabby

ohne Silver,

Genotyp ii

ohne Wide Band

Agouti-Katze

Genotay AA oder Aa

Ticked-Tabby, Bildquelle: fotolia.com
Black Ticked-Tabby/Abessinier-Tabby

 

 

 

 

Ticked-Tabby/Abessinier-Tabby

ohne Silver 

Genotyp ii

ohne Wide Band

Agouti-Katze

Genotyp AA oder Aa

 

 

Das Inhibitor-Gen, das man in Züchterkreisen gerne Silber-Gen nennt, hat in der Rassekatzenzucht zu außergewöhnlichen Varietäten geführt. Farbschläge wie Chinchilla und Cameo sind Ausdruck des großen Spielraums in der Darstellungsweise dieses Gens. Smokes, die fast wie einfarbige Katzen wirken, sind das krasse Gegenteil zu den zuvor genannten Varietäten und stellen die Präsens des Inhibitor-Gens mitunter in Frage.

 

Der I-Genort

 

Am I-Genort befinden sich zwei Allele:

- das rezessive i Gen, das, wenn es in doppelter Dosis vorliegt, für normale Farbausprägung sorgt und 

- das Inhibitor-Gen, symbolisiert durch I, das die normale Pigmententwicklung im Haar unterdrückt.

Das englische Wort "Inhibitor" heißt "Hemmer" und sagt über die Funktion dieses Allels bereits etwas aus:

Während das Haar wächst wird Pigment, das in den Haarwurzeln gebildet wird, im Haar eingelagert. Das I-Gen hemmt diese Pigmentbildung, so dass das Haar teilweise völlig pigmentlos ist und wie weiß oder silberweiß, wie die Züchter sagen, aussieht. 

Seine größte Wirkung zeigt das I-Gen in den schwach pigmentierten Zonen der Haare. Bei einer Non-Agouti-Katze, einer einfarbigen, ist das der Haaransatz unmittelbar oberhalb der Hautoberfläche. Bei einer Tabbykatze, einer Agoutikatze, kommen noch die Agoutibereiche zwischen dem Zeichnungsmuster dazu, aber das Tabbymuster selbst bleibt erhalten. Es kann allerdings durch gezielte, konsequente Selektion eliminiert werden mit dem Ergebnis, dass Katzen mit Tipping entstehen.

 

I-Gen und Non-Agouti

 

Das I-Gen macht aus einer einfarbigen Katze eine Smoke, indem es für einen silberweißen Haaransatz sorgt. Aus der Entfernung sieht eine Smoke wie eine einfarbige Katze aus. Erst bei genauem Betrachten entdeckt man den hellen Haaransatz unmittelbar oberhalb der Hautoberfläche.

 

Eine Smoke-Katze ist immer eine Non-Agouti-Katze, Genotyp aa.

Eine Smoke-Katze hat immer einen voll ausgefärbten Nasenspiegel, das Zeichen für Non-Agouti. 

 

Im Gegensatz zu einer Non-Agouti-Katze (Genotyp aa) hat eine Agouti-Katze (Genotyp AA oder Aa) immer einen umrandeten Nasenspiegel.

Der Nasenspiegel bei einer Agouti-Katze ist innen rosa und außen mit der im Genotyp festgelegten Farbe umrandet, während der Nasenspiegel bei einer Non-Agouti-Katze voll ausgefärbt ist.

 

Am Inhibitor-Genort, Gensymbol I, kann eine Smoke-Katze reinerbig (Genotyp II) oder mischerbig (Genoty Ii) sein.

 

 

Black smoke, Besitzer unbekannt, bitte melden
Black smoke Katze mit silberweißem Haaransatz (1/3 silver, 2/3 pigmentiert)
Blue-cream-smoke Katze mit schmalem silberfarbenen Haaransatz, Foto: Christiane
Blue-cream-smoke Katze mit schmalem silberfarbenen Haaransatz, Foto: Christiane
Maine Coon, black-smoke mit sehr breitem silbernen Haaransatz, Züchterin S. Gallus
Black-smoke Katze mit sehr breitem silbernen Haaransatz, Züchterin: S.Gallus

 

Die ideale Länge des pigmentierten Haaranteils soll bei Smoke-Katzen zwei Drittel betragen, während das andere Drittel des Haares silberweiß sein soll.

 

Zum Leid der Rassekatzenzüchter gibt es immer wieder Katzen bei denen der Phänotyp (äußerliches Erscheinungsbild) die Anwesenheit des Inhibitor-Gens nicht deutlich genug zum Ausdruck bringt.

 

Blue-cream-smoke Katze
Blue-cream-smoke Katze, Foto: Christiane

Gerade bei langhaarigen Katzen ist der Unterschied zwischen einfarbigen Katzen mit schlecht durchgefärbten Haaren und der entsprechenden Smoke-Varietät oftmals wenig signifikant. Die Fellfarbe an der Unterseite des Schwanzes kann mitunter hilfreich sein, die entsprechende Varietät zu bestimmen.

 

Unglücklicherweise ist schon so manche Katze in der falschen Farbkategorie gelandet. In den Ahnentafeln solcher Tiere wird der falsche Farbschlag dokumentiert und der Genotyp dieser Katzen wird dann oft erst durch ihre Nachkommen bekannt.

 

Black-Smoke-Kitten, Norwegische Waldkatze
Black-Smoke-Kitten, Foto: vom-jadegarten.de

 

 

Smokes werden oftmals mit "Waschbärenzeichnung" im Gesicht geboren, die aber nach kurzer Zeit nachdunkelt. Gemeint sind die helleren Schnurrhaarkissen und die Brille, eine helle Zone oberhalb und unterhalb der Augen. Dieses Merkmal ist ein sicheres Kriterium zur Unterscheidung der Smokes von einfarbigen Katzen.

Silberweißer Haaransatz bei Smoke-Katzen.

Quellenangabe der Fotos: Alle Black-Smoke-Katzen www.vom-jadegarten.de.

Zum Vergrößern auf ein Bild klicken.

Bei Smoke-Katzen mit zu breitem silberweißen Haaransatz erscheint die Tabbyzeichung im Gesicht, an den Beinen, am Körper und am Schwanz als Geisterzeichnung. 

 

Cream-smoke oder cream-silver-tabby?

Cream-smoke oder cream-silver-tabb?, Halterin S. Riederer, Schweiz
Cream-smoke oder cream-silver-tabby?, Halterin: Silvana Riederer, Schweiz
Cream-smoke oder cream-silver-tabby?, Halterin S. Riederer, Schweiz
Cream-smoke oder cream-silver-tabby?, Halterin: Silvana Riederer, Schweiz

 

Die Katze (auf den beiden Bildern oben) ist das Ergebnis einer Paarung eines black-smoke Katers und einer cremefarbenen Mutter.

Die cremefarbene Mutter hat keinen Gentest, der aussagt, ob sie eine Agouti-Katze (AA oder Aa) oder eine Non-Agouti-Katze (aa) ist.

 

Bei roten oder cremefarbenen Katzen kann man phänotypisch (äußerlich) nicht sehen, ob sie Agouti-Katzen (AA oder Aa)

oder Non-Agouti-Katzen (aa) sind.

 

Die Folge ist, dass man nicht wissen kann, ob diese Katze (oben im Bild) eine cream smoke Katze (Genotyp aa) oder

eine cream-silver-tabby Katze (Genotyp Aa) ist.

 

Um das herauszufinden, ist ein Gentest zu empfehlen.

 

Sonst kann es passieren, dass die Stammbäume der Kätzchen, die dieser Kater vielleicht einmal produzieren wird, in puncto Farbvarietät nich korrekt sind.

 

I-Gen und Tabby

 

Das I-Gen macht aus Tabbies Silver-Tabbies.

Bei solchen Tieren zeigt das Inhibitor-Gen nicht nur am Haaransatz, sondern auch in den schwach pigmentierten Agoutibereichen seine Wirkung, aber die Tabbyzeichnung selbst wird nicht unterdrückt.

Das Agouti-Gen sorgt dafür, dass während des Wachstums der Haare mehr oder weniger Pigment im Haarschaft eingelagert wird, wodurch das ausgewachsene Haar die typische Hell-Dunkel-Bänderung zeigt. In den schwächer pigmentierten Bereichen erzielt das I-Gen im Idealfall einen silberweißen Agoutigrund.

Aber auch unter den Silver-Tabbies gibt es Tiere, die ihren "Silber"-Genotyp nicht deutlich offenbaren. Ihre Agoutifarbe ist anstatt silberweiß nur  leicht aufgehellt und deshalb hält man sie für normale Tabbies, deren Agoutifarbe nur etwas zu dürftig ausgefallen ist.

Oft handelt es sich bei solchen Katzen um das Ergebnis aus einer Paarung Silber mal Nicht-silber.

Auch Silver-Tabbies werden gewöhnlich erst durch Selektion silberweiß so wie es ihr Standard vorschreibt.

 

Das markante Zeichen der Silver und Golden Varietäten: ihre grüne bis blaugrüne Augenfarbe, BKH, von-der-lohmwiese.de
Das markante Zeichen der Silver und Golden Varietäten: ihre grüne bis blaugrüne Augenfarbe, BKH, von-der-lohmwiese.de

 

I-Gen und Tipping

 

Wenn Rassekatzenzüchter von Tipping sprechen, meinen sie die in der Farbe der Tabbyzeichnung gefärbten Haarspitzen.

Tipping kommt aus dem Englischen, wird abgeleitet von "tip" und bedeutet "Spitze".

Der andere Teil des Haares - unterhalb der gefärbten Spitze - hat entweder

- die Agoutifarbe (Genotyp ii, normale Farbe) wie zum Beispiel bei Shaded Golden Perser oder

- er ist silberweiß (Genotyp I-, Silver) wie zum Beispiel bei Perser Chinchilla.

 

Tipping darf man nicht mit Ticking verwechseln.

Ticking, abgeleitet vom englischen Wort "tick", ist eigentlich die Bezeichnung für ein dreifädiges und dreifarbiges Baumwollgewebe. Im Sprachgebrauch der Katzenzüchter beschreibt Ticking die mehrfache Hell-Dunkel-Bänderung des Agoutihaares, zum Beispiel bei Ticked-Tabby bzw. Abessinier-Tabby, während  mit Tipping immer die gefärbte Haarspitze gemeint ist.

 

Tipped = die Haarspitzen sind gefärbt (Agouti-Katze, AA ode Aa)

Ticked = das einzelne Haar ist mehrfach gebändert (Agouti-Katze, AA oder Aa)

 

Wie entsteht Tipping?

 

Tipping entsteht dadurch, dass bei Agoutikatzen die Tabbyzeichnung so weit eliminiert wird

 

- man könnte auch sagen,

dass die Tabbyzeichnung

in die Haarspitzen gedrängt wird -

 

dass nur noch die Haarspitzen die Farbe der Tabbyzeichnung zeigen.

Das erreicht man durch Selektion, indem man die Katzen untereinander paart, die die breitesten Agoutibänder (wide band) aufweisen.

 

In der Rassekatzenzucht unterscheidet man zwischen zwei Tipping-Längen:

  • ist ein Achtel des Haares getippt, spricht man von Chinchilla, Shell Golden, Shell Cameo und Tipped bei Kurzhaarkatzen
  • ist ein Drittel des Haares getippt, spricht man von Shaded Silver, Pewter, Shaded Golden, Shaded Cameo.

 

Perser silver shaded aus den 70er Jahren
Silver Shaded Katze aus den 70er Jahren, Perser

Banding - Bänderung

 

Die Länge des Haarabschnitts zwischen der Hautoberfläche und der in der Farbe der Tabbyzeichnung gefärbten Haarspitze, dem Tipping, bezeichnet man mit dem englischen Wort "Banding". Ist dieser Anschnitt sehr schmal, spricht man von narrow (englisch) banding, ist er sehr breit, spricht man von wide (breit) banding.

Ob ein Hauptgen oder Gengruppen die Breite des Haarabschnitts der gegenüberliegenden Seite des Tippings bestimmen, ist noch nicht entgültig bewiesen worden.

Angenommen bei Wideband würde es sich um ein unvollständig dominantes Gen handeln:

Wb - Wide Band

wb - nicht Wide Band.

 

Dann würden in Verbindung mit dem Inhibitor-Gen I

diese Genotypen entstehen können:

Genotyp        Phänotyp
I-wbwb Silver Tabby
I-Wbwb  

Silver Shaded, Shaded Tabby 

(= Shaded mit rudimentärer Tabbyzeichnung) 

I-WbWb Chinchilla
 

Mehr Informationen über Wide Band.

 

 

Die Wirklichkeit sieht aber anders aus.

Deshalb ist eine polygenetische Vererbung nicht auszuschließen.

  

Tatsächlich ist die Tipping-Länge bei den meisten Katzen nicht entweder ein Achtel oder ein Drittel der Haarlänge, sondern sie liegt irgendwo dazwischen. Die Übergänge sind fließend und schaffen Probleme, weil man die Tiere mitunter nicht genau zwischen Shell und Shaded klassifizieren kann.

Viel wichtiger als ein paar Millimeter längeres oder kürzeres Tipping ist, dass man bei einer erwachsenen Tipping-Katze die Tabbyzeichnung weder am Körper noch an den Beinen sehen kann.

 

Shaded Silver Wurf, Perser, 4 Wochen alt
Silver Sahded Wurf mit allerlei Tabbymustern, Perser keine 4 Wochen alt

Bei jungen Kitten kann man die Tabbyzeichnung in den ersten Lebenswochen noch erkennen, aber sobald die Haare länger werden, wird das Tabbymuster undeutlich.

Welche Art von Tabbymuster eine Langhaar-Tipping-Katze trägt, ist relativ bedeutungslos, aber bei Kurzhaarkatzen erzielt man mit reinerbig (homozygot) Ticked-Tabby die besten Ergebnisse in der Tipping-Zucht.

 

Amber-Silver-Shaded & Light-Amber-silver- shaded; zwei silver-shaded Varietäten bei Norwegischen Waldkatzen

Amber, ein recht junger Farbschlag bei Norwegischen Waldkatzen, gibt es auch mit der Zeichnung "Silver-Shaded".

Frau S. Mahler, ambergarten.de, hat mir erlaubt, einige Fotos von ihrer sehr informativen Webseite "SILVER-SHADED-VARIANTEN IM VERGLEICH" zu veröffentlichen. Verglichen wird auf dieser Seite die Entwicklung folgender Varietäten mit Silver und Wide Band:

  • red-shaded-cameo
  • black-silver-shaded
  • light-amber-silver-shaded
  • amber-silver-shaded

 

Bildquelle: www.ambergarten.com

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

Die berühmtesten der Silver-Varietäten mit Tipping sind zweifellos die Chinchillas und die Shaded Silver Perserkatzen. Beide Varietäten sind Tabbykatzen, bei denen durch Selektion auf immer breiteres Banding die Tabbyzeichnung eliminiert wurde.

 

Der wesentliche Unterschied zwischen Chinchilla (Tippinglänge 1/8) und Shaded Silver (Tippinglänge 1/3) bezieht sich auf die Länge des Tippings. Außerdem sollen Shaded Silvers im Gegensatz zu Chinchillas auch im Gesicht unterhalb der Augen schattiert sein und sie sollen schattierte Sohlenstreifen haben. Chinchillas sollen also keine Sohlenstreifen haben.

Der Name Chinchilla ist den in Südamerika beheimateten Hasenmäusen entlehnt, die ein sehr feines, silbergrauen Haarkleid besitzen.

 

 

BLH, cameo (Foto: privat) 12/2014
BLH, cameo, männlich, 8 Monate alt, Foto: Christiane

Bei jugendlichen Katzen weiß man manchmal nicht so recht, ob man sie als Chinchilla oder Shaded Silver einstufen soll. Sogar erfahrene Züchter haben mitunter ihre Probleme und nicht selten entpuppt sich eine Shaded Silver, wenn sie erwachsen ist, zur Chinchilla und umgekehrt. Insgesamt gesehen ist die Chinchilla eine etwas hellere Katze als die Shaded Silver.

Sieht man bei jungen Katzen in den ersten Tagen nach der Geburt keine Tabbyzeichnung am Körper - also keine Spotted-, Mackerel- oder Blotched-Zeichnung, wird es sich wahrscheinlich um Ticked-Tabby handeln.

 

Shaded Katzen nicht mit anderen Farbschlägen kreuzen

Man darf nicht verheimlichen, dass es eine große Anzahl von sogenannten "Neither/Nor-Katzen" gibt. Das sind Silver-Agouti-Katzen, deren Eltern Silver Shaded und Silver Tabby sind. Diese Katzen sind weder Silver-Shaded-Katzen noch sind sie Silver-Tabby-Katzen. Ihr Zeichnungsmuster sieht aus wie "ein oben aufliegendes" Silver-Tabby.

 

Shaded Silver und Chinchilla Katzen sollte man vorzugsweise nur untereinander paaren. Kreuzungen mit anderen Farbschlägen führen zu unbefriedigenden Ergebnissen. Anders ausgedrückt: Eine Shaded-Katze in Showqualität erhält man nur aus zwei Shaded-Katzen.

 

Manche "Mix-Katzen" (Mix im Sinne von vermischten Varietäten) sehen auf den ersten Blick aus wie Silver Shaded Katzen, aber sie haben deutliche Streifenzeichnung an den Beinen, die eine Shaded-Katze nicht haben sollte. In die Gruppe der Silver Tabbies lassen sich solche Katzen auch nicht wirklich einteilen, weil ihre Tabbymuster zu undeutlich sind.

 

Ahnentafeln mit der Varietät (als Beispiel)

 

"black-silver-shaded-ticked-tabby"

 

sind ein absolutes No-Go, ein Griff ins Fettnäpfchen.

Hier wurden zwei Varietäten (Shaded und Tabby) in einen Topf geworfen.

 

Entweder ist eine Katze "Shaded" oder sie ist "Tabby" - aber beide Varitäten zusammen in einer Katze vereint, ist einfach nur "No-Go" - im Sinne der Rassekatzenzucht.

 

Es ist doch gerade das gewisse "Etwas", was die Shadeds von den Tabbies unterscheidet: entweder Shaded oder Tabby. Wer aber "shaded tabby" in die Ahnetafel eintragen lässt, hat die Grundlagen der Katzengenetik nicht verstanden.

 

Zurück zum Thema: Mit anderen Worten, der Züchter weiß nicht, in welche Varietäten diese Katzen einzuordnen sind.

 

Silver Shaded und Chinchilla Katzen in Showqualität erhält man nur

  • durch Selektion, indem man ausnahmslos diese Farbschläge untereinander paart und/oder
  • durch Reinerbigkeit am Genort für Ticked-Tabby, Genotyp: Ta Ta   

 

 

          Ta Ta        = Reinerbigkeit am Genort für Ticked-Tabby

                       = keine Streifen an Beinen und Schwanz

          Tata      = Mischerbigkeit am Genort für Ticked-Tabby

                       = rudimentäre Streifenzeichnung an Beinen und Schwanz

 

 

(Mehr Informationen über das semi-dominante, epistatische Ticked-Tabby)

 

Bei Verpaarungen von sehr hellen Chinchillas untereinander kann es passieren, dass bei den Nachkommen die Pigmentierung von Augen-, Nasen- und Lippenumrandung stark verblasst erscheint oder gar nicht mehr zum Ausdruck kommt.

 

Golden

 

Shaded-Silver und Chinchilla Katzen müssen nicht unbedingt homozygot (II) am Inhibitor-Genort sein, sie können auch auch heterozygot (Ii)  am I-Genort sein.

Paart man zwei am I-Genort heterozygot silbernen Katzen (Ii mal Ii), können auch Kitten ohne I-Gen fallen, nämlich Kitten mit dem Genotyp ii.

Diese nicht-silbernen Katzen tragen das rezessive i Allel in doppelter Dosis, also Genotyp ii.

In diesem Fall tritt anstelle des silberweißen Haaranteils die Agoutifarbe, passend zur genetisch festgelegten Farbe des Tippings.

Bei Perserkatzen nennt man diesen Farbschlag Shaded Golden oder Shell Golden, je nach Tippinglänge.

 

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Lyons Feline Genetics Laboratory,

Forschungsprojekte: Silver and Golden

 

 

 

Tipping und das Orange-Gen

 

Das rote Pendant zur Chinchilla ist die Shell Cameo und das zur Shaded Silver ist die Shaded Cameo. Beide Varietäten sehen fast weiß aus, nur die Haarspitzen sind rot gefärbt. Diese Farbschläge entstanden in den 50er  Jahren in den USA zunächst bei Perserkatzen aus Paarungen zwischen Chinchillas und roten Persern. Später nahm man auch Smokes, denn bei Cameos kann man nicht sehen, ob sie Agouti- oder Non-Agouti-Katzen sind.

Als Zwischenprodukte entstanden dabei die Tortie-Cameos und die Perser Pewter, die nichts anderes sind als Shaded-Silver-Perser mit orange/kupferfarbenen Augen.

 

BKH, Cream Cameo. Bei der verdünnten Varietät von Cameo (unter Cameo versteht man den  roten Typ),  wird "cream" zur Unterscheidung zugefügt.
BKH, Cream Cameo. Bei der verdünnten Varietät von Cameo (unter Cameo versteht man den roten Typ), wird "cream" zur Unterscheidung zugefügt.

 

Tipping und die cs-Gene für Teilalbinismus (Siamzeichnung)

 

Nachdem die Gene für Teilalbinismus (cscs, Siamzeichnung) in die Shaded Varietäten eingebracht wurden, sind neue Farbschläge wie Chinchilla Point, Shaded Silver Point und Golden Point entstanden. Der übergeordnete Begriff ist Silver Tipped Point oder Golden Tipped Point.

 

Point-Varietäten mit Silver:

Seal Silver Tipped Point, Blue Silver Tipped Point, Chocolate Silver Tipped Point usw..

 

Point-Varietäten ohne Silver:

Seal Golden Tipped Point, Blue Golden Tipped Point, Chocolate Golden Tipped Point usw..

 

An der Rückseite der Ohren kann man deutlich erkennen, ob es sich um eine

Katze mit Inhibitor-Gen (I, Silver) oder ohne Inhibitor-Gen (Genotyp "ii" ohne Silver) handelt.

 

BLH, Seal Golden Shaded Point bzw. Golden shaded Point, Foto: www.of-golden-flame.de
BLH, Seal Golden Shaded Point, Foto: www.of-golden-flame.de

 

Ahnentafeln mit der Art des Tabbymusters

bei Tabby-Point-Katzen sind unpassend

 

Ahnentafeln, die bei Tabby-Point-Katzen das Tabbymuster (mackerel, blotched, ticked) nennen, sind widersinnig.

 

Ein Tabbymuster sollte eine Tabby-Point-Katze am Körper nicht zeigen.

Der Körper einer Tabby-Pointk-Katze sollte so hell wie möglich sein und nicht mit irgendeinem (mackerel-, blotched-, ticked Tabby) Tabbymuster gezeichnet sein.

 

Genau das ist es ja, was eine Point-Katze ausmacht:

die helle Körperfarbe ohne jegliche Zeichnung.

 

Da gibt es Ahnentafeln, in denen der Farbschlag

"black-golden-ticked-tabby-point"

eingetragen wurde.

 

"Seal-tabby-point" wäre der angemessene Name, falls das Tier Streifen an den Beinen und am Schwanz hat.

 

Sind keine Streifen an den Beinen und am Schwanz vorhanden, nennt man diesen Farbschlag

"seal-tipped-point".

 

Diese Farbvarietäten mit "Silver" heißen folglich:

seal-silver-tabby-point (wenn Sie streifen an Beinen und Schwanz haben),

seal-silver-tipped-point (wenn sie keine Streifen an Schwanz und Beinen haben).

 

Aber bitte nicht:

seal-silver-blotched-tabby-point oder

seal-silver-mackerel-tabby-point oder

seal-silver-ticked-tabby-point.

 

 

BKH, Chocolate Golden Tabby point, Fotoquelle: www.of-golden-flame.de
BKH, Chocolate Golden Tabby Point, Fotoquelle: www.of-golden-flame.de

Pointkatzen mit Wide Band

 

Das Markenzeichen der Pointkatzen mit Wide Band sind die blauen Augen und die gefärbten Haarspitzen an den Points.

Der Körper ist wie bei allen Pointkatzen fast weiß, nur die Körperenden, die Points, sind gefärbt.

Die Points, das sind das Gesicht mit Nase und Ohren, die Pfoten, der Schwanz und bei Katern die Hoden.

 

Bei den Tipped-Points sind nur die äußersten Haarspitzen der Points gefärbt, während der Körper fast weiß ist.

 

BKH, Silver Shaded Point, Foto: www.wicki-silvia.ch
BKH, Silver Shaded Point, Foto: www.wicki-silvia.ch

 

 

 

Pointkatze mit Inhibitor-Gen,

Genotyp I-

 

Bildquelle: www.britisch-langhaarkatzen.de

 

 

 

Pointkatze ohne Inhibitor-Gen,

Genotyp ii

 

Bildquelle:

www.of-golden-flame.de

seal Golden Shaded Point, www.of-golden-flame.de
BLH, Seal Golden Shaded Point, blaue Augen
Seal Silver Tipped (Chinchilla) Point, Foto C. Spitzer
BLH, seal silver tipped point (Chinchilla), blaue Augen, 4 Monate alt

BKH, silver shaded Point, Foto: wicki-silvia.ch
BKH, silver shaded point, Foto: www.wicki-silvia.ch

 

Da es nur minimale Unterschiede zwischen den (Non-Pointed) Varietäten

Chinchilla und Silver Shaded (Shell und Shaded) gibt,

hat der holländische FIEé Verein Mundikat anlässlich der FIFé Generalversammlung 2013 in Madrid den Antrag gestellt,

diese beiden Varietäten zusammenzufassen und den Namen

"Tipped" zu benutzen.

 

Mehr Informationen mit original FIFé-Text zur Versammlung finden Sie auf meiner Seite

Britisch Kurzhaarkatzen. (Quelle: FIFé)

 

In der FIFé sind Britisch Langhaarkatzen zur Zeit nicht anerkannt.

 

Den neuen Namen "Tipped" habe ich in diesem Artikel bereits berücksichtigt.

 

In der linken Spalte steht der von Mundikat Zur GV 2013 vorgeschlagene Text (Tipped statt Shell und Shaded).

In der rechten Spalte steht der von mir für Pointkatzen "angepasste" Text, denn Tipped-Pointed sind in der FIFé im Augenblick noch nicht anerkannt.

 

 

 

Vorschlag:

Tipped - Non-Pointed

 

Das Fell auf Rücken, Flanken, Kopf, Ohren und Schwanz sollte gleichmäßig in der genetischen Farbe getipped sein. Die Gleichförmigkeit des Tippings ist wichtiger als die Tipping‐Länge auf jedem Haar. Die Beine sollten zu den Pfoten hin ein abschwächendes Tipping zeigen.

Die Beine müssen frei sein von Tabby‐Zeichnung.

 

 

 

Vorschlag:

Tipped - Pointed

 

Das Fell auf Kopf, Ohren und Schwanz sollte gleichmäßig in der genetischen Farbe getipped sein. Die Gleichförmigkeit des Tippings ist wichtiger als die Tipping‐Länge auf jedem Haar. Die Beine sollten zu den Pfoten hin ein abschwächendes Tipping zeigen.

Die Beine müssen frei sein von Tabby‐Zeichnung.


seal-silver-Tipped (Chinchilla), Foto: Christiane
Seal Silber Tipped (Blue Chinchilla) Point - fast weiße Sohlenstreifen - im Gegensatz zu Silver Shaded Points, die schattierte Sohlenstreifen haben sollen, Foto: Christiane

Quellenangabe:

Roy Robinson´s Genetics for Cat Breeders & Veterinarians,

Fourth Edition, 2005,

ISBN 0 7506 4069 3

 

 

Herzlich bedanken möchte ich mich bei Frau Christiane Spitzer, Rostock,  weil sie mich durch unentwegtes Fragen motiviert hat, diesen Artikel zu schreiben.

 

 

©Birgitta Kuhlmey 

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