Katzen-Gerichtsurteile

 

 

 

 

 

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen Gerichtsurteile bzw. -beschlüsse über Katzenzuchten vorstellen, die sich auf sogenannte "Qualzuchten" beziehen.


 

 

04.04.2018 - Hamburg

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Untersagung einer Sphynx-Katzen-Zucht
04/04/2018, VG Hamburg, AZ: 11 E 1067/18, Die Zucht von Sphynx-Katzen ohne funktionsfähige Vibrissen verstößt gegen § 11b Abs. 1 Nr. 1 TierSchG.
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Haarlose Katze mit rudimentären Schnurrhaaren, Foto: Pixabay.com
Haarlose Katze mit rudimetären Schnurrhaaren, Foto: Pixabay.com

 

 

Hamburg, Beschluss vom 04.04.2018
- 11 E 1067/18 - 

Zucht von Sphynx-Katzen rechtmäßig verboten

Vorliegen einer Qualzucht im Sinne des Tierschutzgesetzes

Die Zucht von Sphynx-Katzen, die über keine Tasthaare verfügen, kann rechtmäßig verboten werden. Denn in einem solchen Fall liegt eine Qualzucht gemäß § 11 b Abs. 1 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) vor. Dies hat das Verwaltungsgericht Hamburg entschieden.


In dem zugrunde liegenden Fall untersagte die zuständige Behörde im Januar 2018 zwei Hobbyzüchtern die Zucht von Katzen der Rasse Canadian Sphynx. Hintergrund dessen war, dass nach einer Kontrolle festgestellt wurde, dass die beiden Zuchtkatzen und deren Katzenwelpen über keine Tasthaare verfügten. Die Behörde ging daher von einer Qualzucht aus. Die Züchter gingen nachfolgend gerichtlich gegen das Zuchtverbot vor.

Zulässiges Verbot der Katzenzucht

Das Verwaltungsgericht Hamburg entschied gegen die Züchter. Die Behörde habe rechtmäßig die Zucht der Canadian-Sphynx-Katzen verbieten dürfen, da angesichts der fehlenden Tasthaare eine Qualzucht gemäß § 11 b Abs. 1 Nr. 1 TierSchG vorgelegen habe. Die Tasthaare seien für den artgerechten Gebrauch der Katze zur Orientierung im Dunkeln, beim Aufspüren der Beute, zum Schutz der Augen und zur Aufnahme sozialer Kontakte von hoher Bedeutung. Das Fehlen solcher Haare führe daher unweigerlich zu einer erheblichen Beeinträchtigung und Abweichung vom Normalzustand einer Katze. Dabei sei es unerheblich, ob und auf welche Weise Sphynx-Katzen ohne funktionsfähige Tasthaare in der Lage seien, die Defizite durch andere Sinnesorgane oder Verhaltensweisen auszugleichen.

 
 
Haarlose Katze ohne funktionstüchtige Schnurrhaare. Foto: Pixabay.com
Haarlose Katze ohne funktionstüchtige Schnurrhaare. Foto: Pixabay.com

Link zum Gerichtsurteil vom 23.09.2015 (Berlin): Qualzucht - haarlose Katzen

 

 

23.09.2015 - Berlin

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Untersagung einer Sphynx-Katzen-Zucht
23.09.2015, VG Berlin, AZ: 24 K 202.14
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Haarlose Katze ohne Schnurrhaare, Foto: Pixabay.com
Haarlose Katze ohne Schnurrhaare, Foto: Pixabay.com

 

Link zum Gerichtsurteil vom 05.11.1993 (Kassel): Qualzucht - weiße Perserkatzen

 


Perserkatze mit Brachyzephalie, Foto: Pixabay.com
Perserkatze mit Brachyzephalie, Foto: Pixabay.com

  • Die Landestierschutzbeauftragte Hessen Dr. Madeleine Martin schreibt:
  • (den ganzen Artikel lesen Sie HIER)
  • Was passiert, wenn man weiter Tiere mit tierschutzrelevanten Merkmalen züchtet?
    Die in Hessen für den Vollzug des Tierschutzgesetzes zuständigen Staatlichen Ämter für Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen sind per Erlass angehalten, solche Zuchten nicht länger zu dulden. Sie können nach Aufklärung der oder des Betroffenen die Einstellung der Zucht verfügen und ein Bußgeldverfahren einleiten.
  • Was passiert mit den vorhandenen Tieren aus unzulässigen Zuchten?
    Die Tiere dürfen weiter gehalten werden – sofern man zuverlässig dafür sorgt, dass sie sich nicht weiter fortpflanzen können. Sie verdienen uneingeschränkte Aufmerksamkeit und Pflege, denn sie können schließlich nichts für ihre Züchtung.

Von den Katzenzüchtern, denen das Veterinäramt die Zucht untersagt hat, hört man in der Regel nicht mehr viel. Die Zucht-Katzen, die unter den Begriff Qualzucht fallen, verschwinden von den Webseiten der Züchter.

 

Der wohl bekanntesten Scottish Fold-Züchterin aus Deutschland, Frau Ortrun Wagner, früher Heppenheim, wurde die Zucht von Katzen mit Faltohren im Jahre 2003 vom zuständigen Veterinäramt untersagt.

 

Foto: Pixabay.com
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Link zum Deutschen Tierschutzgesetz


 

Weitere Urteile werden folgen.