Zucht von Nacktkatzen - erlaubt oder verboten?

Juli 2016

 

Der Handel mit Tieren ist immer ein Geschäft.

 

Mit welcher Katze darf ich züchten?

Mit welcher Katze darf ich nicht züchten?

 

Weiße Katzen, Katzen mit Faltohren, schwanzlose Katzen, haarlose Katzen, Katzen mit verkürzten Beinen?

Darf man solche Katzen züchten?

 

Viele Katzen-Hobby-Züchter können diese Frage nicht eindeutig beantworten.

 

Es gibt Aufklärungsbedarf.

 

Foto: Nacktkatze, Sphynx-Katze, fotolila.com, (c) Eric Ileesée
Foto: Nacktkatze, Sphynx-Katze, fotolila.com, (c) Eric Ileesée
Katze, red - non agouti, Foto: Birgitta Kuhlmey, 2016
Katze, red - non agouti, Foto: Birgitta Kuhlmey, 2016

 

Diese Frage (unten) habe ich an die einzelnen Bundesländer gerichtet.

Es geht um die Zucht von Nacktkatzen:

 

 

Guten Tag,

 

eine Anfrage beim BMEL, ob die Zucht von Nacktkatzen erlaubt oder verboten ist, ergab, dass diese Entscheidung den einzelnen Bundesländern obliegt.

 

Auf meiner Webseite www.katzengenetik.com/nacktkatzen möchte ich eine Tabelle einfügen mit dem Inhalt, in welchem Bundesland die Zucht von Nacktkatzen erlaubt oder verboten ist.

 

Schließlich sollte der Katzen-Hobby-Züchter wissen, woran er ist.

 

Jetzt möchte ich gerne von Ihnen wissen, ob es in Hessen erlaubt ist, Nacktkatzen zu züchten oder nicht.

 

Ein klares JA oder NEIN genügt mir.

 

Vielen Dank im Voraus.

 

Mit freundlichen Grüßen

Birgitta Kuhlmey

 

 

An dieser Stelle bedanke ich mich im Voraus für die zum Teil sehr ausführlichen Stellungnahmen der einzelnen Bundesländer.

Herzlichen Dank an Sie alle - für die Zeit, die Sie mir geschenkt haben.

 

Die Antworten der Bundesländer:

 

  

Hessen

Die Zucht von Nacktkatzen ist in Hessen verboten.

 

E-Mail vom 13.06.2016

 

"Sehr geehrte Frau Kuhlmey,

 

die Regelungen des sogenannten Qualzuchtparagrafen (§11b TierSchG) sind Bundesrecht. Seit 1986 gibt es im bundesdeutschen Tierschutzgesetz den § 11b. Nach diesem ist es ausdrücklich verboten, Tiere zu züchten, die erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden haben. Mit der letzten Novellierung des Tierschutzgesetzes wurde der Paragraf umformuliert; die gerichtliche Überprüfung des neuen 11b erfolgte unseres Wissens erst einmal im vergangenen Jahr in einem Verfahren in Berlin-Spandau

 

(Die Klägerin des zugrunde liegenden Falls hält und züchtet Canadian-Sphinx-Katzen (sogenannte Nacktkatzen). Die Tiere haben aufgrund einer Genveränderung keine funktionsfähigen Tasthaare. Nach dem Tierschutzgesetz ist es seit 1986 verboten, Wirbeltiere zu züchten, wenn ihnen Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder diese untauglich sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Zur Vermeidung der Zucht kann die zuständige Behörde das Unfruchtbarmachen von Wirbeltieren anordnen. Das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt des Bezirksamts Spandau untersagte der Klägerin auf dieser Grundlage die Zucht und forderte sie auf, den von ihr gehaltenen Kater kastrieren zu lassen. Hiergegen wandte sich die Klägerin - ohne Erfolg).

 

In Hessen wurde nach jahrelangen Gesprächen mit interessierten Zuchtverbänden der „alte“ §11b TierSchG vollzogen; er erwies sich aber nach Jahre langem Rechtsstreit bis hin zum Bundesverwaltungsgericht als praktisch unvollziehbar.

Die daraus resultierte Änderung des §11b wurde nun erstmals in einem Gerichtsverfahren angewandt…s.o.

Das zugehörige Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen) der Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht des Bundes sowie die mittlerweile vorliegenden neueren wissenschaftlichen Arbeiten können und sollen seitens der Vollzugsbehörden angewendet und die notwendigen Zuchtverbote erlassen werden.

 

Freundliche Grüße

Im Auftrag

Gabi Sparkuhl

 

 

HMUKLV, Büro der Landestierschutzbeauftragten,

Mainzer Str. 80, 65189 Wiesbaden

Tel. 0611-815-1091"

 

  

Sachsen

In Sachsen ist die Zucht von Katzen ohne Tasthaare verboten.

 

E-Mail vom 15.06.2016

 

Sehr geehrte Frau Kuhlmey,

 

vielen Dank für Ihre Nachricht.

 

Die Kollegin des Fachreferat hat mir folgende Informationen für Sie zukommen lassen:

 

Zur Auslegung von § 11 b Tierschutzgesetz wird in Sachsen von den Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämtern das Gutachten des BMEL herangezogen. Das heißt, dass die Empfehlung des BMEL im Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen) umgesetzt wird.

 

Dort ist folgendes ausgeführt:

„1.2.1.4 Anomalien/Abweichungen des Haarkleides 

Definition:

Gestörtes Haarwachstum bis hin zur völligen Haarlosigkeit. Verkürzung bzw. Fehlen der Tasthaa-re.

Vorkommen: 45

Die gezielte Zucht auf Anomalien des Haarkleides erfolgt bei den Rexkatzen (Devon-, Cornish-, German Rex u. a.) und „Hairless“-Katzen wie der Sphinx. Bei Rexkatzen sind alle Haartypen be-troffen. Auch die Unterwolle ist reduziert; die Haare zeigen nur ca. 65 % der normalen Dicke und werden nur halb so lang (FEINMAN, 1983). Bei der Cornish Rex und der German Rex fehlen au-ßerdem die Deckhaare (ROBINSON, 1991; PEDERSEN, 1991; FAHLISCH, 1994). Von partieller z. T. nur temporärer Nacktheit ist besonders die Devon Rex betroffen (FEINMAN, 1983; ROBINSON, 1969). Vor allem bei der Devon Rex und der Sphinx sind die Tasthaare gekräuselt bzw. fehlen ganz (ROBINSON, 1991).

Genetik:

Die typische Ausbildung des Felles der Rexkatzen wird durch einen autosomal rezessiven Erb-gang bestimmt (FEINMAN, 1983; ROBINSON 1968, 1969, 1971; WILLER, 1992). Die „Rexge-ne“ reduzieren die Wachtumsrate der Haare, ohne die Dauer der Wachstumsphase zu beeinflussen (FEINMAN, 1983; PEDERSEN 1991).

Die Haarlosigkeit der Sphinx ist auf die autosomal rezessiven Gene h, hd oder hr zurückzuführen (PEDERSEN 1991; WILLER, 1992).

Symptomatik:

Besonders bei der Devon Rex führt Keratinmangel zum Abbrechen der Haare und zu partieller Haarlosigkeit (PEDERSEN, 1991). 46

Tasthaare sind ein wesentliches Sinnesorgan für die Katze. Ihnen kommt vor allem im Dunkeln zur Orientierung Bedeutung bei, aber auch beim Fangen und Abtasten der Beute, beim Untersuchen von Gegenständen und bei der Aufnahme sozialer Kontakte (BRUNNER, 1994; LEYHAUSEN, 1996). Wenn sie fehlen bzw. so umgestaltet sind, dass ihre Funktion verlorengeht, ist das als Körperschaden zu bewerten, der die Katze in ihrer Fähigkeit zu arttypischem Verhalten so einschränkt, dass dies zu andauernden Leiden führt. 

Empfehlung: 

Zuchtverbot (siehe Seite 15, Nr. I) für Katzen, bei denen die Tasthaare fehlen.

Empfehlung an die Zuchtverbände (siehe Seite 15, Nr. IIa):

Änderung des Rassestandards zur Vermeidung von Tieren, bei denen die Tasthaare stark verkürzt oder gekräuselt sind.“

 

Das bedeutet, dass in Sachsen die Zucht für Katzen, bei denen die Tasthaare fehlen verboten ist.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Heike Köser 
Bürgerbeauftragte



SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR SOZIALES UND VERBRAUCHERSCHUTZ
SAXON STATE MINISTRY OF SOCIAL AFFAIRS AND CONSUMER PROTECTION
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albertstraße 10 | 01097 Dresden
Tel.: +49 351 564-5800 | Fax: +49 351 564-5614 (Ref.)

 

  

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist ein Verbot von Nacktkatzen

per Rechtsverfahren vorgesehen.

 

 

E-Mail vom 17.06.2016

 

Sehr geehrte Frau Kuhlmey,

auf Ihre gestellte Frage bezüglich der Zucht von Nacktkatzen teile ich Folgendes mit:
Gegenwärtig gibt es in Sachsen-Anhalt kein explizit festgeschriebenes Verbot der Zucht von sog. Nackkatzen. 
Allerdings benötigt jeder, der gewerbsmäßig Katzen züchten will, eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz, für deren Erteilung der jeweilige Landkreis zuständig ist. Innerhalb dieses Erlaubnisvorbehalts ist es der jeweils zuständigen Behörde möglich, die Erlaubnis mit Beschränkungen und Auflagen zu versehen oder ganz zu versagen, so dass auf diesem Wege Einschränkungen möglich sind.
Überdies existiert - wie Ihnen sicher bekannt - ein Urteil des VG Berlin 24 vom  23.09.2015, welches die Zucht der sog. Nacktkatzen als Qualzucht nach §11b Tierschutzgesetz einstuft. 
Wie mir vom hiesigen für Tierschutz zuständigen Fachreferat des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie mitgeteilt wurde, ist ein Verbot der Zucht von Nacktkatzen in Sachsen-Anhalt per  Rechtsverfahren vorgesehen, sobald dieses Urteil alle Rechtsinstanzen durchlaufen hat und rechtskräftig ist.

Mit freundlichem Gruß

Dr. Marco König
Ansprechpartner für Tierschutz
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft 
und Energie Sachsen-Anhalt 
Leipziger Str. 58,  39112 Magdeburg 
Telefon (0391)567 1844 Telefax (0391)567 1942
www.mlu.sachsen-anhalt.de 

 

 

  

Bayern

Die Entscheidung, ob eine verbotene Qualzucht vorliegt, ist im jeweiligen Einzelfall zu treffen.

 

E-Mail vom 15.06.2016

 

Sehr geehrte Frau Kuhlmey ,

in Ihrer Anfrage vom 09.06.2016 erkundigen Sie sich, ob es in Bayern erlaubt ist, Nacktkatzen zu züchten oder nicht.
Das Tierschutzgesetz verbietet es in § 11b Abs. 1 Nr. 1 TierSchG, Wirbeltiere zu züchten oder durch bio- oder gentechnische Maßnahmen zu verändern, soweit im Falle der Züchtung züchterische Erkenntnisse oder im Fall der Veränderung Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass als Folge der Zucht oder Veränderung bei der Nachzucht, den bio- oder gentechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten (Qualzuchtverbot im Zusammenhang mit morphologischen Veränderungen). 
Ein Verbot bestimmter, ausdrücklich genannter Rassen sieht das Tierschutzgesetz nicht vor. 

Das Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen) des BMEL (ehem. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) vom 2. Juni 1999 empfiehlt ein Zuchtverbot für Katzen, bei denen die Tasthaare fehlen. Begründet wird dies damit, dass Tasthaare ein wesentliches Sinnesorgan für die Katze sind, deren Verlust die Katze in ihrer Fähigkeit zu arttypischem Verhalten so einschränkt, dass dies zu andauernden Leiden führt. Der Gesetzgeber hat bislang keine Umsetzung des Gutachtens auf dem Verordnungsweg angestrebt, sondern auf das Verantwortungsgefühl der Zuchtorganisationen im Sinne der Selbstverpflichtung gesetzt. Kürzlich hat das Verwaltungsgericht Berlin mit Urteil vom 23. September 2015 (VG 24 K 202.14) entschieden, dass die Zucht von Sphynx-Katzen (sog. „Nacktkatzen“) ohne funktionsfähige Tasthaare gegen § 11b Abs. 1 Nr. 1 Tierschutzgesetz verstößt und ein entsprechendes Zuchtverbot gegen eine Züchterin bestätigt.  

Die Entscheidung, ob eine verbotene Qualzucht vorliegt, ist im jeweiligen Einzelfall nach Maßgabe der in § 11b Abs. 1 Tierschutzgesetz genannten Voraussetzungen zu treffen. In Bayern erfolgt die Kontrolle der Vorgaben des § 11b Tierschutzgesetz durch die Kreisverwaltungsbehörden. Diesen ist es unbenommen bei Vorliegen der tierschutzrechtlichen Voraussetzungen ein Zuchtverbot oder das Unfruchtbarmachen von Wirbeltieren zur Vermeidung der Zucht anzuordnen.



Mit freundlichen Grüßen

Ihre Servicestelle 
der Bayerischen Staatsregierung

 

 

  

Nordrhein-Westfalen

Es ist eine Tatbestandsfrage

 

E-Mail vom 10.06.2016

 

Sehr geehrte Frau Kuhlmey,

da Sie nur um eine kurze Antwort gebeten haben: es hängt davon ab, inwieweit eine Qualzucht vorliegt und ist somit eine Tatbestandsfrage, über die im Einzelfall zu entscheiden ist. Da Sie in Spanien ansässig sind und Ihre Katzenzucht daher nicht begutachtet werden kann, kann ich Ihnen hierzu keine konkrete Einschätzung geben . 

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Friedhelm Jaeger

Prof. Dr. Friedhelm Jaeger 

Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen / Ministry of the Climate Protection, Environment, Agriculture, Conservation and Consumer Protection of the State of North-Rhine Westphalia

Referatsleitung Referat VI-5 (Tierschutz, Tiergesundheit, Tierarzneimittel / Animal Welfare, Animal Health, Veterinary Medicines) Schwannstr. 3
40476 Düsseldorf
Tel.Nr.: 0 049 211-4566-401
Fax.Nr.: 0 049 211-4566-432
mobil: 0173 2646604

 

 

  

Saarland

Im Saarland gibt es keine Beschränkungen

 

E-Mail vom 10.06.2016

 

Sehr geehrte Frau Kuhlmey,

 

derzeit gibt es im Saarland zur Zucht von Nacktkatzen keine Beschränkungen. Über eine Mitteilung, zum Ergebnis Ihrer Umfrage an die anderen Bundesländer, würden wir uns freuen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

 

 

Martina Bernady-Maurer

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Referat C/2

Lebensmittelüberwachung, Umwelthygiene, Tierschutz, Veterinärwesen

SAARLAND · Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Keplerstraße 18 · 66117 Saarbrücken

Tel.: +49(0)681 501-4347 · Fax: +49(0)681 501-4331

 

 

  

Thüringen

Die Veterinärbehörden sind aufgefordert für Katzen,

denen die Tasthaare fehlen, ein Zuchtverbot

oder das Unfruchtbarmachen

zur Vermeidung der Zucht anzuordnen.

 

 

E-Mail vom 24.06.2017

 

Sehr geehrte Frau Kuhlmey,

 

in Ihrer Anfrage vom 14.06.2016 erkundigen Sie sich, ob es in Thüringen erlaubt ist, Nacktkatzen zu züchten oder nicht.

ihre Anfrage habe ich zum Anlass genommen bei den für die Überwachung von Tierhaltungen zuständigen Veterinärbehörden nachzufragen, ob Tierhaltungen  mit Nacktkatzen in Thüringen bekannt bzw. behördlicherseits Genehmigungen gemäß § 11 Tierschutzgesetz zum Zwecke der Zucht solcher Katzen erteilt wurden. Dieses ist nach Aussage der Veterinärbehörden in Thüringen nicht der Fall.

Das Tierschutzgesetz verbietet es in § 11b Abs. 1 Nr. 1 TierSchG, Wirbeltiere zu züchten oder durch bio- oder gentechnische Maßnahmen zu verändern, soweit im Falle der Züchtung züchterische Erkenntnisse oder im Fall der Veränderung Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass als Folge der Zucht oder Veränderung bei der Nachzucht, den bio- oder gentechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten (Qualzuchtverbot im Zusammenhang mit morphologischen Veränderungen).

Ein Verbot bestimmter, ausdrücklich genannter Rassen sieht das Tierschutzgesetz nicht vor.

Das Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen) vom 2. Juni 1999 des BMEL (ehem. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) empfiehlt ein Zuchtverbot für Katzen, bei denen die Tasthaare fehlen. Begründet wird dies damit, dass Tasthaare ein wesentliches Sinnesorgan für die Katze sind, deren Verlust die Katze in ihrer Fähigkeit zu arttypischem Verhalten so einschränkt, dass dies zu andauernden Leiden führt. Der Gesetzgeber hat bislang keine Umsetzung des Gutachtens auf dem Verordnungsweg angestrebt, sondern auf das Verantwortungsgefühl der Zuchtorganisationen im Sinne der Selbstverpflichtung gesetzt. Kürzlich hat das Verwaltungsgericht Berlin mit Urteil vom 23. September 2015 (VG 24 K 202.14) entschieden, dass die Zucht von Sphynx-Katzen (sog. „Nacktkatzen“) ohne funktionsfähige Tasthaare gegen § 11b Abs. 1 Nr. 1 Tierschutzgesetz verstößt und ein entsprechendes Zuchtverbot gegen eine Züchterin bestätigt.

Die Entscheidung, ob eine verbotene Qualzucht vorliegt, ist im jeweiligen Einzelfall nach Maßgabe der in § 11b Abs. 1 Tierschutzgesetz genannten Voraussetzungen zu treffen. In Thüringen erfolgt die Kontrolle der Vorgaben des § 11b Tierschutzgesetz durch die Veterinärbehörden der Landkreise und kreisfreien Städtereisverwaltungsbehörden. Diese sind aufgefordert  bei Vorliegen der tierschutzrechtlichen Voraussetzungen, das heißt für Katzen, bei denen die Tasthaare fehlen, ein Zuchtverbot oder das Unfruchtbarmachen  zur Vermeidung der Zucht anzuordnen.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

 

Dr. Hubertus Even
Referent

 

THÜRINGER MINISTERIUM FÜR ARBEIT, SOZIALES,

GESUNDHEIT, FRAUEN UND FAMILIE 
Referat 52 | Tierschutz,Tierarzneimittel,Berufsangelegenheiten
Werner-Seelenbinder-Straße 6 | 99096 Erfurt | Postfach 900354 | 99106 Erfurt
Tel: +49 (0) 361 3798-521 | Fax: +49 (0) 361 3798-850
www.thueringer-sozialministerium.de

 

 

 

  

Rheinland-Pfalz

Eine klare Antwort:

In Rheinland-Pfalz ist die Zucht von Nacktkatzen verboten.

 

E-Mail vom 27.06.2016

 

 

Tierschutz Zucht von Nacktkatzen

 

Sehr geehrte Frau Kuhlmey,

 

das Bürgerbüro der Staatskanzlei hat mir Ihre Anfrage zur Beantwortung übersandt.

Gerne beantworte ich Ihre Frage.

 

Die Zucht von sog. Nacktkatzen stellt einen Verstoß gegen § 11b Absatz 1 des Tierschutzgesetzes dar und ist somit verboten.

 

Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag
gez.
Dr. Irsch

1/1 

Die Zucht von Nacktkatzen ist in Rheinland Pfalz verboten
Die Zucht von Nacktkatzen verstößt gegen das Tierschutzgesetz
an_Kuhlmey_16.6.2016_-_Zucht_von_Nacktka
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Mecklenburg-Vorpommern

Eine klare Aussage!

Dr. Broschewitz:

Die Zucht von Katzen, denen die Tasthaare fehlen, ist verboten.

Dies gilt auch in Mecklenburg-Vorpommern.

 

Die ausführliche Antwort finden Sie im Download.

E-Mail vom 28.06.2016 

Zuchtverbot für Katzen ohne Tasthaare in MV
Mecklenburg-Vorpommern: Die Zucht von Katzen, denen die Tasthaare fehlen, ist verboten.
2016-06-28 Qualzucht Nacktkatzen Antwort
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Hamburg

Die Bezirksämter treffen im Einzelfall eine entsprechende Entscheidung.

 

 

E-Mail vom 06.07.2016

 

Sehr geehrte Frau Kuhlmey,

 

in einer Anfrage u.a. an das Stadtportal Hamburg, die an die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) weitergeleitet wurde haben Sie Fragen zur Zucht von Nacktkatzen mit der Bitte um Beantwortung gestellt. Die gewünschte pauschale Ja-oder-Nein-Beantwortung ist für die BGV allerdings leider nicht möglich, da für den Vollzug des Tierschutzgesetzes in Hamburg die jeweiligen Bezirksämter zuständig sind. Diese treffen in eigener Zuständigkeit im jeweiligen - ihrer Fragestellung entsprechenden - Einzelfall eine entsprechende Entscheidung.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

Rico Schmidt

Pressesprecher
der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Billstraße 80
20539 Hamburg

Tel.: +49 (0)40 - 428 37 2332

 

pressestelle@bgv.hamburg.de
www.hamburg.de/bgv

 

  

Niedersachsen

 Nacktkatzen-Zucht: Grundsätzlich weder erlaubt noch verboten.

Der Einzelfall ist entscheidend.

 

 

E-Mail vom 08.07.2016

 

Sehr geehrte Frau Kuhmey,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 09.06.2016.

§ 11 b TierSchG stellt eine Erweiterung des Grundsatzes nach § 1 S. 2 TierSchG dar, wonach niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. 

Der Vollzug des § 11 b TierSchG durch die zuständigen Behörden erfolgt unter Berücksichtigung der Umstände des jeweiligen Einzelfalls. 

Eine Zucht von sog. "Nacktkatzen" ist in Niedersachsen somit weder grundsätzlich erlaubt noch verboten.

 

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrage

 

H. Kuiper

_________________________________________

Dr. Heidi Kuiper

Niedersächsisches Ministerium 

für Ernährung, Landwirtschaft und

Verbraucherschutz 

Calenberger Str. 2 

30169 Hannover 

 

Tel.: 05 11- 120 -0

Katze Miezi, Foto: Birgitta Kuhlmey, 2015
Katze Miezi, Foto: Birgitta Kuhlmey, 2015

 

 

 

Update 28.06.2016

 

Das Ergebnis der Umfrage bei den einzelnen Bundesländern,

ob die Zucht von haarlosen Katzen erlaubt oder verboten ist:

 

Wer haarlose Katzen züchten will, sollte sicherheitshalber seinen Wohnsitz

im Saarland haben.

 

Im Saarland gibt es derzeit keine Beschränkungen für die Zucht von haarlosen Katzen.

 

 

 

 

"Tasthaare sind ein wesentliches Sinnesorgan für die Katze.

 

Ihnen kommt vor allem

 

- im Dunkeln zur Orientierung Bedeutung bei, aber auch

- beim Fangen und

- Abtasten der Beute,

- beim Untersuchen von Gegenständen und

- bei der Aufnahme sozialer Kontakte.

 

(Brunner, 1994, Leyhausen, 1996)

 

Wenn sie fehlen bzw. so umgestaltet sind, dass ihre Funktion verloren geht,

 

ist das als Körperschaden zu bewerten,

 

der die Katze in ihrer Fähigkeit zu arttypischem Verhalten so einschränkt,

dass dies zu

 

andauernden Leiden führt."

 

Quelle: Gutachten zur Auslegung von Paragraph 11b des Tierschutzgesetzes

 

 

 

Meine Meinung:

 

Haare und Tasthaare sind Körperteile bzw. Organe/Sinnesorgane.

 

Die genetische Veränderung, die für das weitgehende Fehlen von Haaren und Tasthaaren verantwortlich ist, wird - je nach Rasse - autosomal-dominant oder autosomal-rezessiv vererbt.

Verursacht ein Gendefekt das Fehlen von Körperteilen bzw. Organen,

kann es nicht zum Wohl der Katzen sein, wenn Katzen-Hobby-Züchter

solche deformierten Katzen vermehren.

 

*Birgitta Kuhlmey* 

 

 

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Scottish-Fold-Katzen - das sind Katzen mit deformierten Ohrmuscheln und einem angeborenen Knorpeldefekt.

 

 

 

Und wie gefallen Ihnen diese Katzen?

 

Die Katze - ganz unten im Bild - können Sie "frühkastriert" ab 3.500 EUR im Internet bestellen. Ein Klick auf "BUY" genügt schon. Die Frachtkosten sind nicht im Preis enthalten.

Ich vermute mal: Mit so hübschen Exemplaren werden Sie auf jeder autonomen deutschen Katzenshow-Bühne "Best of Best" und "Best over all" gewinnen.

Ein heißer Tipp für alle bühnengeile Katzenzüchter.

Ein Klick auf ein Bild führt zum Originalbild auf der Webseite murmulet.com, die das WCF-Logo trägt.

 

 

In der Bildergalerie sehen Sie TICA und WCF registrierte Katzen.

Quelle: http://www.murmulet.com/bessherstnyie-koshki/

Jedenfalls findet man das WCF-Logo auf dieser Webseite, auf der Katzen im Internet verkauft werden.

 

Die WCF ist eine in Deutschland registrierte Vereinigung von Katzenvereinen.

 

"Die World Cat Federation e.V., kurz WCF, ist eine international agierende Vereinigung von Katzenvereinen, die in Deutschland registriert ist.

Es gehören weltweit 370 Vereinigungen zur WCF. Präsidentin ist derzeit Anneliese Hackmann aus Essen. Die WCF hat sich bereits erfolgreich an Gesetzgebungsverfahren u.a. auch am europäischen Parlament in 
Straßburg zur Entwicklung der Tierschutzgesetze beteiligt."

 

Quelle: http://www.wcf-online.de/WCF-DE/index.html

 

In Anbetracht dieser Katzen (in der Bildergalerie, alle WCF registriert), bekomme ich Angst, wenn ich lese, dass sich diese Vereinigung von Katzenvereinen (WCF) erfolgreich an Gesetzgebungsverfahren zur Entwicklung der Tierschutzgesetze beteiligt hat. Jedenfalls steht das so auf der Webseite der WCF.

 

Stellt dieser Verband  (WCF) doch Rassekatzen-Standards aus für Rassen wie:

 

Don Sphynx, Manx, Munchkin Kurzhaar, Scottish Fold, Sphynx, Cymric, Peterbald, Munchkin Langhaar, Mekong Bobtail und so weiter.

 

Diese sogenannten "Rassekatzen" sind alle durch gezielte Zucht entwürdigte Katzen mit zahlreichen Gendefekten.

 

Und weil dieser Verband (WCF) schreibt, dass er sich bereits erfolgreich an Gesetzgebungsverfahren u.a. auch am europäischen Parlament in Straßburg zur Entwicklung der Tierschutzgesetze beteiligt hat, frage ich mich, wie wohl die Gesetzgebung ohne die erfolgreiche Beteiligung der WCF ausgesehen hätte?

 

Da müssen wir der WCF sicherlich sehr dankbar sein, wenn die Tierschutzgesetze vorher wohlmöglich noch viel schlimmer ausgesehen haben! (Das war jetzt ironisch gemeint, falls ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt haben sollte).

 

Deutsche Mitgliedsvereine der WCF (Stand 2016):

1.) Deutsche Edelkatze e.V.

(Präsidentin der Deutschen Edelkatze und der WCF: Anneliese Hackmann)

2.) Fresenkatten e.V.,

3.) Stammbaum. e.V..

 

Die Anzahl der deutschen Katzenvereine, die Mitglied in der WCF sind, ist noch recht überschaubar. Vielleicht spiegelt die Anzahl der Mitgliedsvereine auch die Bedeutung der fast 30 jährigen WCF wider? (Gründungsjahr WCF:1988).

 

Dies soll aber nicht heißen, dass die autonomen Katzenvereine besser als die WCF bzw. deren Vereine sind.

Die autonomen Katzenvereine stellen ebenfalls Ahnentafeln für Katzen aus, die unter dem Begriff "Qualzucht" gezüchtet werden. Mir liegen ausreichende Beweise vor.

Die autonomen Katzenvereine haben im Allgemeinen keinen gemeinsamen "Nenner". Sie orientieren sich mal an dem einen und mal an dem anderen Dachverband (FIFé, WCF, TICA, GCCF). Wie es gerade am besten passt.