Terminologie - Katzengenetik

Fachausdrücke in der Katzengenetik

 

 

 

Vor vielen tausend Jahren gab die getigerte Katze ihr wildes Leben in den Steppen Ägyptens auf und wurde eine zahme Mäusefängerin. Unter der Obhut des Menschen gelang es ihr, neue Fellfarben und-muster zu entwickeln.

Schwarz war lange Zeit vor Beginn unserer heutigen Zeitrechnung, die erste „neue“ Farbe, die durch Mutation eines einzigen Gens entstanden ist.

 

Eine Mutation ist eine Veränderung der genetischen Information.

 

Andere Farben wie Schwarz-Weiß, Rot, Schildpatt, Schildpatt-Weiß, Rot-Weiß, Blau, Weiß, die Siam- und Burmazeichnung sowie das Blotched-Muster folgten.

 

Aber zu welchen Zeitpunkten diese neuen, vom Wildtyp abweichenden Farben und Muster erstmals aufgetreten sind, lässt sich heute nicht mehr genau feststellen.

 

Durch die organisierte Rassekatzenzucht, die vor etwa 140 Jahren begann, wurde die Farbenvielfalt der Katzen fast unüberschaubar. Dabei werden im Prinzip alle Farben und Muster nur durch etwa ein Dutzend Hauptgene und deren Mutanten hervorgerufen.

 

Die meisten Eigenschaften einer Katze wie beispielsweise

- der Körperbau,

- die Funktionen der inneren Organe,

- das Wesen,

- die Fruchtbarkeit,

- die Resistenz gegenüber Krankheiten usw.

folgen einem polygenen (poly = viel) Erbmuster.

 

Polygenes Erbmuster heißt, dass an der Ausbildung eines Merkmals oder einer Eigenschaft viele Gene bzw. Gengruppen beteiligt sind.

 

Die Fellfarben und -muster werden jedoch in erster Linie monogen, durch Hauptgene, bestimmt.

 

 

Einige Merkmale werden allerdings durch Polygene mehr oder weniger stark modifiziert.

 

Mit dieser polygenetischen Vererbung umgehen zu können, sie gezielt anwenden zu können, damit das äußere Erscheinungsbild der Katze ihrem - vom Menschen kreierten - Rassestandard möglichst nahe kommt, ist das Geheimnis erfolgreicher Rassekatzenzucht.

 

 

Die Genetik der Fellfarben- und muster ist noch eine recht junge Wissenschaft, die noch lange nicht vollständig erforscht ist.

 

Als Züchter sollte man jedoch wissen, dass Fellfarben und -muster nicht rasseabhängig sind. In jede Rasse kann jede Farbe und jedes Muster eingebracht werden. Deshalb ist die Genetik der Fellfarben und -muster für alle Rassen gleich.

 

Aber nicht jeder Rassestandard beinhaltet alle möglichen Farben und Muster, im Gegenteil, die meisten berücksichtigen nur ganz spezielle Farben und Muster.

 

Um die wesentlichen Zusammenhänge bei der Vererbung der Farben und -muster verstehen zu können, ist es erforderlich, einige genetische Grundregeln und verschiedenen Fachausdrücke zu beherrschen.

 

Chromosomen

Autosomen und Geschlechtschromosomen

 

Eine Katze besteht aus unzähligen, winzigen Zellen. In jeder Zelle liegen im Zellkern die Kernfäden oder Chromosomen, die Träger der genetischen Informationen. Jede Körperzelle beinhaltet das gesamte von den Vorfahren übernommene Genmaterial. Die Weitergabe an die Nachkommen ist nur durch die Geschlechtszellen (Ei- und Samenzellen) möglich, und zwar in dem Augenblick, in welchem der männliche Samen das weibliche Ei befruchtet.

 

Chromosomen treten immer paarweise auf.

Die Paare sind in Form und Größe unterschiedlich.

 

Jeweils zwei Chromosomen - also ein Chromosomenpaar - tragen die genetischen Informationen für die gleiche Eigenschaft.

 

Katzen haben 38 Chromosomen oder 19 Chromosomenpaare.

 

18 Chromosomenpaare sind identisch, sie heißen Autosomen.

Das 19te Paar bestimmt das Geschlecht, es sind die Geschlechtschromosomen.

 

Die weibliche Katze hat zwei gleiche Geschlechtschromosomen, die wegen ihrer Form als X- Chromosomen bezeichnet werden.

 

Beim Kater ist das 19te Paar ein ungleiches Paar.

 

Das eine Chromosom ist mit dem großen weiblichen Geschlechtschromosom identisch, das andere ist deutlich kleiner.

Letzteres nennt man Y-Chromosom oder männliches Geschlechtschromosom. 

 

Im Gegensatz zu den Körperzellen tragen die Keimzellen (Ei- und Samen) nur den halben Chromosomensatz.

 

Kater produzieren zwei Arten von Spermen, die einen tragen ein X-Chromosom, die anderen ein Y-Chromosom.

 

Die Eizellen der Katzen besitzen nur X-Chromosomen.

 

Folglich werden auch zwei Arten von Individuen geschaffen, nämlich solche mit XX und solche mit XY Chromosomen, also weibliche und männliche.

 

Gene - Allele

 

Gene sind Erbfaktoren, die ganz bestimmte Botschaften enthalten. Sie liegen in den Chromosomen. Genau so wie die Chromosomen sind auch die Gene paarweise angeordnet.

 

Jedes Gen hat ein anderes, ihm entsprechendes (homologes) Gen, eines stammt von der Mutter, das andere vom Vater.

 

Homologe (sich entsprechende) Gene sind immer für dieselbe Eigenschaft zuständig, obwohl sie diese Eigenschaft in unterschiedlicher Form beeinflussen können.

 

Zum Beispiel:

Ein Genpaar ist für die Haarlänge zuständig.

Das eine Gen kann kurze Haare verursachen, während das andere Gen lange Haare produzieren möchte.

 

Wie die Katze aussieht, die je eines dieser beiden Gene trägt, hängt vom Verhalten der Gene zueinander ab.

 

Zwei zusammengehörige, homologe Gene, die für dieselbe Eigenschaft zuständig sind, die sie aber unterschiedlich beeinflussen können, werden Allele genannt.

 

 

Dominante und rezessive Gene

 

Allele, die nur dann wirksam sind, wenn sie auf beiden Chromosomen angesiedelt sind, nennt man rezessiv.

 

Andere, die einzeln dosiert arbeiten, nennt man dominant.

 

Wenn ein dominantes und ein rezessives Allel den gleichen Genort besetzen, wird das dominante Gen das äußere Erscheinungsbild der Katze bestimmen.

 

Rezessive Gene können nur dann erkannt werden, wenn sie in doppelter Dosis den Genort besetzen.

 

In der Genetik ist es üblich, dass man Genen Symbole in Form von Buchstaben zuordnet.

 

Dominante Gene werden durch große Buchstaben gekennzeichnet, rezessive durch kleine Buchstaben.

 

Die Fellfarben- und -muster sind für Züchter und Liebhaber sehr wichtige Aspekte. Alle vom Wildtyp abweichenden Farben und Muster sind durch Mutationen entstanden.

 

Genort - Genlocus

 

Die Position, die ein Gen im Chromosom einnimmt, heißt Genort oder Genlocus.

 

Jedes Chromosom enthält viele tausend Genloci.

 

Wenn sich zwei gleiche Allele am Genort befinden, spricht man von einem homozygoten oder reinerbigen Genort.

 

Sind die beiden Allele eines Genortes verschieden, ist er heterozygot oder mischerbig.

Man sagt: Die Katze ist für ein bestimmtes Merkmal homozygot oder heterozygot.

 

Genotyp - Phänotyp

 

Die Gesamtheit aller Gene - beziehungsweise die genetische Zusammensetzung der Genorte - nennt man Genotyp.

 

Der Phänotyp ist das zugehörige äußere Erscheinungsbild, die nach außen hin sichtbare Manifestation des Genotyps oder auch die Gesamtheit der beobachtbaren Eigenschaften.

Den üblichen Phänotyp einer Art nennt man Wildtyp.

 

Ein Beispiel:

Der Genort für die Haarlänge kann von verschiedenen Allelen besetzt sein, d.h., er kann verschiedene Genotypen haben.

Er kann mit einem Gen für kurze Haare und einem Allel für lange Haare besetzt sein.

Er kann aber auch mit zwei Genen für Kurzhaar oder mit zwei Allelen für Langhaar belegt sein.

 

Folglich gibt es drei unterschiedliche Genotypen, aber nur zwei verschiedene Phänotypen.

 

Das ist ein sehr wichtiger Aspekt für die Zucht.

 

Genotyp Phänotyp

LL

homozygot

kurzhaarig

ll

homozygot   

langhaarig     

Ll

heterozygot

kurzhaarig

 

L (engl, length) ist das Gensymbol für die Haarlänge

L = kurzhaarig, dominant

l = langhaarig, rezessiv

 

Die Katze, die homozygot für das Langhaargen ist, wird lange Haare haben und die, die homozygot für Kurzhaar ist, wird kurze Haare haben.

 

Beispiele:

 

Männchen

kurzhaarig

L

L

Weibchen

langhaarig

l

Ll

Ll

l

Ll

Ll

 

Männchen

kurzhaarig

L

l

Weibchen

langhaarig

l

Ll

ll

l

Ll

ll

 

Männchen

langhaarig

l

l

Weibchen

langhaarig

l

ll

ll

l

ll

ll

 

LL = kurzhaarig (homozygot)

Ll = kurzhaarig (heterozygot)

ll = langhaarig (homozygot)

 

 

 

Ob die heterozygote Katze langhaarig oder kurzhaarig ist, hängt davon ab, wie sich die Gene zueinander verhalten, welches Gen dominant und welches rezessiv ist. 

 

Der Phänotyp kann keine vollständige Auskunft über den Genotyp geben.

 

Unklarheiten dieser Art werden durch einen Bindestrich - im Genotyp angezeigt, zum Beispiel so: L-

Einige Rassekatzen züchtet man heute in kurz- und langhaariger Version, zum Beispiel Abessinier/Somali, Siam/ Balinesen, OKH/Mandarin, Perser/Exotic.

 

Kreuzt man ein homozygot (reinerbig) kurzhaariges Tier (LL) mit einem langhaarigen Tier (ll), werden alle Nachkommen heterozygot (mischerbig) für Kurzhaar (Ll) sein.

 

Werden diese heterozygoten Tiere (Ll) untereinander gepaart, verhält sich das Ergebnis wie 3:1 für Kurzhaar/Langhaar.

 

Zu beachten ist, daß unter den Kurzhaarkatzen ein Drittel homozygot (LL) und zwei Drittel heterozygot (Ll) ist.

 

Paart man ein heterozygot kurzhaariges Tier (Ll) mit einem langhaarigen(ll), fallen

50% heterozygot kurzhaarige(Ll) und

50% langhaarige Tiere(ll).

 

 

Multiple Allelie

 

Wenn Gene nicht nur zwei, sondern drei oder vier unterschiedliche Allele am gleichen Genort haben, spricht man von multipler Allelie oder von einer Allel-Serie.

 

Eine Katze kann von einem Gen aber immer nur zwei Allele tragen.

 

Es können zwei gleiche Allele oder zwei verschiedenen sein.

Ein Beispiel:

C/C oder

C/cs

 

Multiple Allelie finden wir zum Beispiel am C-Gen-Locus:

 

C = volle Pigmentation

cb=  Burmafärbung

cs = Siamfärbung

ca = Albino blauäugig

c = Albino

 

 

Unvollständige Dominanz

 

Die Genetik wäre recht einfach, wenn es nur um Dominanz und Rezessivität ginge.

 

Einige Allele verhalten sich unvollständig dominant.

 

Ein anschauliches Beispiel liefert die Allel-Serie am Colorationslocus, denn hier dominieren cb über cs und cs über ca unvollständig.

 

Auch das Gen S (engl, piebald white spotting) zeigt gegenüber dem Wildtyp s unvollständige Dominanz.

 

Die Ausbreitung der weißen Flecken ist allerdings sehr unregelmäßig, deshalb kann man die beiden Genotypen Ss und SS nicht immer eindeutig unterscheiden.

 

Epistasie

 

Epistasie liegt vor, wenn ein Gen andere Gene, die an anderen Genorten lokalisiert sind, überdeckt.

 

 

Dieser Maskierungs-Effekt ist aber nicht mit Dominanz zu vergleichen.

 

Der Ausdruck Dominanz beschränkt sich nur auf solche Fälle, in denen bei einer heterozygoten Katze eines von zwei Allelen des gleichen Genortes über das andere dominiert, während epistatische Gene die Wirkung der Gene, die auf anderen Genorten liegen, überdecken.

 

Epistasie zeigt das Gen W, das für ein weißes Haarkleid verantwortlich ist, es maskiert alle anderen Pigmentierungsgene.

 

Ein weiteres Beispiel für Epistasie liefern die Non-Agouti- Gene aa, die auf die Allele der Tabby-Serie einwirken.

So machen die Non-Agouti-Gene aa aus einer Tabby-Katze eine einfarbige.

A-T- = Tabby (Agouti) Katze

aaT- = einfarbige (Non-Agouti) Katze

 

Ein drittes Beispiel für Epistasie kann bei der Wirkung des Gens O, das für rote Fellfarbe verantwortlich ist, beobachtet werden.

 

O maskiert die Allele am B-Locus, also B (schwarz), b (chocolate) und bl (cinnamon).

 

Unvollständige Penetranz

 

Manchmal drückt sich ein Gen nicht in der Form aus wie man es erwartet.

 

Die Genkombination II (I = Inhibitor, „Silber“) sollte den gleichen Phänotyp haben wie Ii, denn I ist über i dominant.

 

Wenn es bei drei Genotypen, II, Ii und ii, und zwei Phänotypen, I (Silber)und ii (Nicht-Silber) gibt, dann kann man sagen: I ist 100% penetrant, d.h. es bringt seine Dominanz offen zum Ausdruck.

 

Wenn aber die Ii Kombination im Phänotyp zuweilen auch als ii erscheint, ist die Penetranz unvollständig.

 

Einige mutationsbedingte Phänotypen sind relativ stabil, andere sind Schwankungen unterworfen.

 

Unvollständige Penetranz bedeutet also, dass ein Merkmal nicht zum Ausdruck gekommen ist, obwohl es nach dem Genotyp hätte zum Ausdruck kommen müssen.

 

Ein anderes Beispiel für unvollständige Penetranz ist die wahrscheinliche Existenz eines Gens für geringe Weißscheckung, das kleine weiße Flecken an der Brust oder am Bauch hervorruft.

 

Wahrscheinlich zeigen einige Tiere solche Flecken nicht, obwohl sie genotypisch sichtbar sein sollten.

„Normal Overlaps“ nennt man Tiere, die trotz normaler Färbung einen mutanten Genotyp besitzen und sich bei der Zucht wie Mutanten verhalten.

 

Unter Penetranz (Durchschlagkraft eines Genes) versteht man den Anteil der Merkmalsträger unter den Trägern eines dominanten oder homozygot rezessiven Allels.

 

Von vollständiger Penetranz spricht man, wenn 100% der Genträger das Merkmal auch ausprägen.

Prägen hingegen zum Beispiel nur 6 von 10 Genträgern das Merkmal aus und die restlichen 4 sind frei davon, so liegt die Pentranz bei 60% und ist somit unvollständig.

 

 

Polygene

 

Polygene sind Gruppen von Gene, die miteinander ein bestimmtes Merkmal oder eine bestimmte Eigenschaft verstärken beziehungsweise abschwächen können.

 

Ein Beispiel:

In freier Natur passen sich die Tiere durch bestimmte Farbtöne besser an die Umwelt an. Wenn die Umgebung zum Überleben beispielsweise eine blassrote Farbe verlangt, entwickelt eine Katzenpopulation eine blassrote Farbe. Dann entstehen in dieser Gegend viele Generationen von Katzen mit blassrotem Fell.

Die tiefrote Fellfarbe verschwindet, weil Katzen mit dieser Farbe weniger geschützt sind.

 

Ein Beispiel für polygenetische Selektion.

 

 

Polygene bestimmen zum Beispiel

  • die Farbintensität,
  • die Konzentration von Melanin in den Haaren,
  • die (Un-)gleichmäßigkeit der Fellfarbe,
  • das Ausmaß von Geisterzeichnung,
  • den Anteil von gelben Fell bei Silberfarbschlägen,
  • den Kontrast der Körperfarbe bei Pointkatzen,
  • den Anteil an Agouti- Anzeichen beim Tabbyfell usw.

 

Den Effekt der Polygene kann man sich- stark vereinfacht - am besten verdeutlichen, indem man ihnen Plus- und Minuszeichen zuordnet.

 

Zum Beispiel trägt dann

- eine gewöhnlich rote Katze ++(++--)--

- eine tiefrote Katze (++++)----

- eine blassrote Katze ++++(-----)

 

Nun stellt sich für Rassekatzenzüchter die Frage:

Welche Polygene sind erwünscht (++++) und welche sind unerwünscht (----)?

 

 

Zum Beispiel ist die blassrote Fellfarbe bei roten Katzen nicht erwünscht, während Hellcreme bei Creme-FarbSchlägen gerade sehr gefragt ist. Man kann auch sagen: Tieflote Katzen sind erwünscht, während die Farbe Hot (dunkel) -Creme bei Creme-Züchtern total unerwünscht ist.

 

Man soll deshalb besser nicht versuchen,

- hell cremefarbene Katzen aus tiefroten Katzenlinien zu züchten oder

- ein gleichmäßig bis auf die Haut durchgefärbtes Fell aus selektierten Smokelinien oder

- einfarbig rote Katzen aus auserwählten Tabbylinien zu züchten.

 

Ein Merkmal, das polygenetisch beeinflußt wird, kann man zwar durch einen Zufall erhalten, in der Regel erhält man es aber nur durch Selektion, indem man immer die Tiere untereinander paart, die das erwünschte Merkmal sehr deutlich zeigen.

 

Unter Polygenie (multifaktorielle Vererbung) versteht man die Beeinflussung eines Merkmals durch mehrere Gene. Viele Gene beeinflussen ein Merkmal.

 

Auf der Seite "Black Tabby Katzen" finden Sie Beispiele, wie die Agoutifarbe durch Selektion beeinflusst werden kann.

 

Pleiotropie

 

liegt dann vor, wenn ein Gen mehrere Merkmale kontrolliert bzw. beeinflusst.

 

Ein gutes Beispiel, um pleiotrope Wirkung zu erklären, ist das W Gen.

Das W-Gen sorgt für ein weißes Haarkleid.

Es kann aber auch dafür "sorgen", dass die Katze

- ein oder zwei blaue Augen hat und/oder

- schwerhörig bis taub auf einem oder beiden Ohren ist.

 

Das W-Gen hat somit Einfluss auf

- die Farbe des Haarkleides,

- auf die Farbe der Iris und

- die Funktion des Gehörs der Katze.

 

Das W-Gen hat Einfluss auf drei Merkmale.

 

Der Züchter kann die pleiotrope Wirkung des W-Gens selbst nicht beeinflussen.

Der Züchter kann aber dafür sorgen, dass das W-Gen nicht in doppelter Dosis vererbt wird, indem er NICHT zwei weißen Katzen miteinander paart.

 

Wenn das W-Gen in doppelter Dosis (homozygot) vorliegt, in Form von WW, wird die pleiotrope Wirkung noch deutlicher zum Ausdruck kommen, als wenn das Gen nur in heterozygoter Form (Ww) vorliegt.

 

Das heißt: liegt das W Gen in homozygoter Form am Genort - in Form von WW - kann man man damit rechnen, dass blaue Augen und Taubheit öfter auftreten werden als bei heterozygoter Belegung des Genortes - in Form von Ww.

Das ist das unerfreuliche Ergebnis von diversen Untersuchungen.

 

Mit Pleiotropie bezeichnet man die Beeinflussung mehrerer Merkmale durch ein einziges Gen.

 

Ausfühliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in meinem Artikel über weiße Katzen.

 

Das W-Gen hat eine 100%ige Penetranz in Bezug auf das weiße Haarkleid, aber es hat eine unvollständige Penetranz auf die anderen Merkmale, die es beeinflusst (ein oder zwei blaue Augen und Schwerhörigkeit bis Taubheit).

 

 

 

Bildquelle: canstockphoto.com

Achtung!

Der folgende Text,

- zwischen den beiden Trennstrichen -

der in kursiver Schrift erscheint,

ist der Originaltext der FIFé,

Quelle: fifeweb.org

AALSTRICH

Die dunklere Schattierung im Ticking entlang des Rückgrates bei Ticked Tabby Varietäten - z.B. bei Abessiniern, Somali - wird als "Aalstrich" bezeichnet.

 

AGOUTI

Die Bänderung der Haare wird durch das Agouti-Gen hervorgerufen. Agouti-Haare sind gelb gebändert, wobei diese Bänder bei den Silber-Varietäten weiß sind.

 

BREAK

Ein Break ist eine starke Einbuchtung zwischen der Stirn und dem Nasenansatz.

 

BRINDLING

Als Brindling bezeichnet man inkorrekt gefärbte Haare in sonst einfarbigen Fellpartien - z.B. weiße oder heller gefärbte Haare in der dunklen Maske eines sealfarbenen Siamesen oder hellere Haare im schwarzen Tabby-Muster.

 

BUTTONS

Die Tupfen auf dem Bauch bei Tabby Varietäten werden als "buttons" = Knöpfe bezeichnet.

 

DAUMENABDRUCK

Als "Daumenabdruck" (Wildfleck) wird der helle Fleck auf der Rückseite der Ohren bei allen Agouti Varietäten bezeichnet.

 

GENOTYP

Als "Genotyp" bezeichnet man die genetischen Merkmale einer Katze. Die Merkmale können, müssen aber nicht unbedingt sichtbar sein.

 

HALSBAND

Durchbrochene oder geschlossene Ringe am Halsansatz bei den Tabby Varietäten werden als "Halsbänder" bezeichnet - im Englischen auch als "mayor´s chains" (Kette des Bürgermeisters) bezeichnet.

 

HIMALAYAN POINTED = SIAM POINTED

Wenn eine schwarze Katze beide Allele für cs trägt, wird die schwarze Farbe sealbraun und beschränkt sich auf die Points: Maske im Gesicht, Beine und Schwarz. Die Körperfarbe ist beige. Die Augenfarbe ist immer Blau.

 

HOT CREME

Creme, das zu rötlich im Ton ist, wird als "hot creme" bezeichnet.

 

KRYPTORCHID

Ein Kater wird als "Kryptorchid" bezeichnet, wenn kein Hoden in den Hodensack abgestiegen ist.

 

MAGNOLIA

Gebrochenes Weiß mit zartem rosa- oder lilacfarbenem Ton wird als "magnolienfarben" bezeichnet.

 

MASKARA MARKINGS

Die Umrandung der Augen in der dunkleren Farbe bei den Silber und Tabby Varietäten wird als "maskara markings" bezeichnet.

 

METACARPUS/ METACARPAL-FUSSBALLEN

Die 5 Knochen der Vorderpfoten zwischen den Zehen und dem Ristknochen: Mittelhand. Als Metacarpal-Fußballen wird die höchst platzierte kleine Zehe bezeichnet, die sich in der Mitte auf der Rückseite der Vorderpfoten, über der 3. Zehe und etwas unterhalb des Ristknochens, befindet.

MONORCHID

Ein Kater wird als "monorchid" bezeichnet, wenn sich nur ein Hoden im Hodensack befindet.

 

NANISMUS

Zwergwuchs - Wenn ein Tier zu klein ist, spricht man von "Nanismus".

 

NICKHAUT

Das dritte Augenlid einer Katze: eine dünne Hautfalte im inneren Augenwinkel, die sich diagonal über das Auge ausbreitet und als Schutz für das Auge dient, wird als "Nickhaut" bezeichnet. Oft kann man die Nickhaut sehen, wenn eine Katze krank ist.

 

OLIGODACTYL

"Oligodactyl" bedeutet, die Katze besitzt zu wenig Zehen.

 

PHÄNOTYP

Der Phänotyp ist das äußere Erscheinungsbild der Katze, d.h. wie eine Katze aussieht.

 

POINTS

Als Points werden die Abzeichen bezeichnet, d.h. das Muster wie Siam Points, Burmese Points, Tonkinese Points. Die Points umfassen die Maske im Gesicht, die Ohren, die Beine und den Schwanz. Die Farbe der Points ist in einem dunkleren Ton als die Körperfarbe, und man kann einen deutlichen Kontrast zwischen den Points und der Körperfarbe sehen. Der Kontrast kann unterschiedlich stark sein, abhängig von der Art der Points, d.h. der Kontrast bei Katzen mit Burma-Abzeichen ist so schwach, dass die Abzeichen kaum wahrgenommen werden, während der Kontrast bei den Siamesen extrem stark ausgeprägt ist.

 

POLYDACTYL

"Polydactyl" bedeutet, die Katze besitzt zu viele Zehen.

 

PROGNATISMUS

Als "Prognatismus" wird das Vorstehen eines Kiefers über den anderen bezeichnet, entweder das Vorstehen des Oberkiefers über den Unterkiefer oder umgekehrt.

 

SCHWANZDEFEKTE

Folgende Schwanzdeformationen können auftreten: Knick, Knoten, ein nervöser Knoten, Fettklumpen, jegliche Missbildung des Schwanzes, eine Verdickung aufgrund von Calcium-Überproduktion.

 

STERNUM

Als Brustbein bezeichnet man den langen flachen Knochen in der Mitte der Brust, an dem die Rippenknochen befestigt sind.

 

STICHELHAARE

Weiße, heller oder dunkler gefärbte Haare bei Self oder in gefärbten Haarpartien eines Musters - z.B. weiße oder heller/schwarz gefärbte Haare bei Rot/Creme oder einzelne weiße oder heller gefärbte Haare in den farbigen Partien bei Bicolour - werden als "Stichelhaare" bezeichnet.

 

STOPP

Als "Stop" wird die dutliche Einbuchtung zwischen Stirn und Nasenwurzel bezeichnet.

 

TICKING

Als "Ticking" wird die Farbbänderung, die sich auf jedem einzelnen Haar befindet, bezeichnet; z.B. bei Abessiniern, Somalis oder Ticked Tabby Orientalen.

 

TIPPING

Als "Tipping" wird die "dunklere" Farbe, die sich nur in den Haarspitzen befindet, bezeichnet, wobei der größere Anteil des Haarschaftes heller ist. Bei den Silber-Varietäten Smoke, Shaded und Shell spricht man von Tipping.

 

TORBIE

Schildpatt Tabby Varietäten werden als "Torbies" bezeichnet.

UMBILICAL HERNIA

Nabelbruch. Dies ist eine Verdickung an der Stelle des Bauches, wo die Nabelschnur befestigt war (bezeichnet als Nabel), die durch eine Schwächung der inneren Bauchwand hervorgerufen wird, sodass die Eingeweide in die Bauchdecke vorfallen können.

 

UNTERBISS

Das Vorstehen des Oberkiefers über den Unterkiefer wird als "Unterbiss" bezeichnet.

 

VORBISS

Das Vorstehen des Unterkiefers über den Oberkiefer wird als "Vorbiss" bezeichnet.

 

WILDFLECK

siehe Daumenabdruck.

 

 

XIPHISTERNUM

Schwertfortsatz: Dies ist der unterste und kleinste Teil der drei Abschnitte des Brustbeines. Er wird so genannt, weil dieser Knochen scharf wie ein Schwert ist.

Miezi
Miezi